Kommentar

Die unsichtbare Rabattschlacht

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Konkurrenz für Amazon? Der Zusammenschluss von Thalia und der Mayerschen Buchhandlung sorgt vor allem für mehr Druck auf die Verlage.

Selbst die vielleicht angestaubt wirkende Buchhandlung um die Ecke steht in Sachen Liefergeschwindigkeit dem Handelsriesen Amazon in nichts nach. Und der Preis ist dank Buchpreisbindung auch gleich. Die Schlacht um die Rendite findet woanders statt: Wenn Maja Lundes „Geschichte der Bienen“ für 20 Euro über den Ladentisch geht, kann der lokale Buchhändler ungefähr einen Fünfer behalten.

Der Online-Riese Amazon kassiert – undementiert – drei Euro mehr: Er fordert von den Verlagen mindestens 40 Prozent Rabatt. Und zahlt weder fürs Ladenlokal noch für gut ausgebildetes Fachpersonal.

Thalia, immerhin mit 20 Prozent Online-Umsatz und früh mit eigenem E-Reader am Start, und die Mayersche, stark mit den „Best-of-Books“-Ecken in Bahnhöfen, Warenhäusern und Drogerien, decken viele Verkaufskanäle ab. So wird dieser neue Riese künftig seine Marktmacht gegenüber den Verlagen ebenfalls noch stärker ausspielen.

Buchhändler als Kulturträger und Bildungsinsel

Was bleibt den Buchhandlungen an der Ecke, die sich oft auch als Kulturträger und Bildungsinsel verstehen? Sie haben eine Genossenschaft gegründet, rund 900 Buchhandlungen sind dabei. Wieder eine Marktmacht, die Druck auf die Verlage macht.

Dass zudem die Zahl der Leser sinkt, bereitet Sorge für die Zukunft der Branche. So wie der Anstieg des Online-Handels Sorge um die Zukunft unserer Städte weckt.

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