Bahn-Pünktlichkeit

Fernverkehr am Tiefpunkt

Michael Minholz kommentiert.

Michael Minholz kommentiert.

Foto: NRZ

Die Pünktlichkeitsbilanz im Fernverkehr der Bahn für 2018 ist verheerend. Der neue Konzernchef Lutz kriegt die alten Probleme nicht in den Griff.

Es ist fast neun Jahre her, dass sich der damalige Bahnchef Rüdiger Grube nach einer ICE-Pannenserie bei den Fahrgästen entschuldigte und versprach: Man werde sich fortan um die „Leistungsversprechen“ gegenüber den Kunden kümmern und aufs „Brot-und-Butter-Geschäft“ konzentrieren. Rüdiger Grube ist in der Konzern-Chefetage längst Geschichte, doch die Probleme sind geblieben.

Auch seinem Nachfolger Richard Lutz ist es nicht gelungen, die Bahn im Fernverkehr wieder vernünftig aufs Gleis zu setzen. Nicht mal im Ansatz. So schlecht wie im vergangenen Jahr waren ICE und Co. seit 2015 nicht mehr unterwegs; und so weit weg vom absoluten Pünktlichkeits-Tiefpunkt 2010 sind die Lokführer auch nicht mehr entfernt.

Sicherlich ist es richtig darauf zu verweisen, dass zu lange bei der maroden Infrastruktur und technischen Ausstattung weggeschaut wurde; dass zu lange bei der Wartung gespart wurde; dass es Zeit benötigt, die Probleme in den Griff zu kriegen. Aber ob das die zunehmend verärgerte Kundschaft auf Dauer besänftigt, darf bezweifelt werden. Das neue Programm von Bahnchef Lutz heißt „Für eine bessere Bahn“. Kein Versprechen, das nach einem klaren Plan klingt und Mut macht.

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