AfD

Geschickter Schachzug von Frauke Petry

Die Co-Vorsitzende der AfD, Frauke Petry .

Foto: Jürgen Heinrich

Die Co-Vorsitzende der AfD, Frauke Petry . Foto: Jürgen Heinrich

Die Schlammschlacht in der AfD geht in die nächste Runde. Frauke Petry setzt die Partei unter Druck. Es geht nur noch um Macht, nicht um Inhalte.

Es wird nicht langweilig mit der Partei, die sich als Alternative für Deutschland versteht. Frauke Petry will nicht Spitzenkandidatin ihrer Partei werden. Das kann man als Niederlage im erbitterten Ringen mit der Männerclique um den Co-Vorsitzenden Jörg Meuthen, Parteivize Alexander Gauland und den Rechtsaußen Björn Höcke interpretieren; oder aber, was wahrscheinlicher ist, als geschickten Schachzug einer Frau, der aktuell vom mittlerweile arg enttäuschten Parteigründer Konrad Adam in der FAZ ein stalinistisches Politikverständnis beschieden worden ist.

Petry will der Partei ihren Stempel aufdrücken. Ihre „realpolitische Strategie“, die sie beim Kölner Parteitag per Antrag beschließen lassen will, dient nur dem Zweck, die innerparteiliche Konkurrenz auszuschalten. Um Inhalte geht es weniger. In der AfD wird nicht um Themen gestritten, nur um Einfluss.

Weil Petry trotz aller heftigen Kritik an ihr und ihrem Mann Marcus Pretzell in Teilen der Basis und vor allem der potenziellen Wählerschaft noch immer als Galionsfigur gilt, kann es sich die Partei eigentlich nicht leisten, ein Spitzenteam ohne sie aufzustellen. Sie bliebe dann als Co-Vorsitzende im Wahlkampf an vorderster Front, und beim Parteitag würde nicht um Personen, sondern über ihren Antrag gestritten. Darauf zielt ihr „Verzicht“ ab.

Auch diese jüngste Volte wird Wähler verschrecken, sowohl die bürgerlichen als auch diejenigen, die die AfD als Resonanzkörper für ihre Wut verstehen: Es geht den Funktionären dieser Partei längst nicht mehr um Deutschland, sondern nur um den Erhalt der Macht. Alternativen zur AfD gibt es viele, seriöse und weniger seriöse. Der Niedergang ist unausweichlich, wenn es mit dieser Schlammschlacht so weitergeht.

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