Ernährung Gesundheit

In Sachen Gesundheit muss radikal gedacht werden

Foto: nn

Fertiggerichte liegen im Trend, sagt der Ernährungsreport 2019. Gut für die Gesundheit und das eigene Gewicht sind diese Gerichte kaum.

In Deutschland betrugen bereits 2008 die Krankheitskosten wegen Fettleibigkeit 8,6 Milliarden Euro, und aktuell wird die entsprechende Summe bereits auf 20 Milliarden geschätzt. Kurzum: Es ist eine verdammt gute Idee, die Essgewohnheiten seiner Landsleute erforschen zu lassen – zumindest, wenn die Ergebnisse zu Konsequenzen führen.

Solche sind in der Tat angezeigt, wenn eine entsprechende Studie, wie gestern geschehen, unter der Überschrift vorgestellt wird, dass der Griff zu Fertiggerichten im Trend liege, dass der Kaloriengehalt einer Speise für die meisten Deutschen weniger wichtig ist als eine kurze Zubereitungszeit. Somit ist begrüßenswert, dass die Bundesernährungsministerin ankündigt, gemeinsam mit der Lebensmittelbranche Zucker, Fett und Salz in Fertiggerichten reduzieren zu lassen.

Aber das kann natürlich nicht alles sein. Eine Menge flankierender Maßnahmen ist vorstellbar. Warum wird nicht radikaler gedacht? Warum ist die dritte und vierte wöchentliche Sportstunde in der Schule immer noch Utopie? Warum gibt es kaum finanzielle Anreize? Warum wird nicht überlegt, Sportvereine stärker zu subventionieren oder Beiträge fürs Fitnessstudio steuerlich absetzbar zu machen? Ist eine einst so erfolgreiche Aktion wie „Trimm dich fit“ wirklich unzeitgemäß?

Es ist so: Die Wichtigkeit von Ernährung und Sport lässt sich gar nicht genug hervorheben. Aufklärung tut Not, und die Kosten jeder klugen Kampagne werden sich rechnen. Wie erfolgreich Aufklärung sein kann, belegt das Beispiel Zigarettenkonsum.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben