Bundesregierung

GroKo: Lieber Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende

Peter Toussaint kommentiert.

Peter Toussaint kommentiert.

Foto: NRZ

Die GroKo hat ihre Halbzeitbilanz vorgelegt. Die Regierung ist zufrieden mit sich. Und trotzdem wollen viele Sozialdemokraten nur noch raus.

Haben Sie, verehrter Leser, verehrte Leserin, mit dem sympathischen Menschen, der ihnen am Frühstückstisch gegenübersitzt, damals vor dem Traualtar vereinbart: „Du Schatz, wenn wir zur Silberhochzeit noch beisammen sind, setzen wir uns an einen Tisch und überlegen, ob wir uns nicht endlich trennen sollten ...“

Nein, eine Liebesbeziehung ist diese GroKo nicht – und wird es auch nicht mehr werden. Nun haben sie ihre Halbzeitbilanz gezogen – und sie sind mit ihren Ergebnissen ganz zufrieden. Was die Abarbeitung der Sachthemen angeht, dürfen sie das wohl auch sein. Auch unabhängige Institute bescheinigen ihnen Fleiß, und dank guter Konjunktur konnten CDU, SPD und CSU üppig Geld verteilen: an Mütter, an Familien, an Rentner. Erstaunlich, dass sie für ihre Wohltaten so wenig gefeiert werden.

Die Oppositionsarbeit erledigt diese Regierung gleich mit

Aber nein, eigentlich ist es nicht verwunderlich, dass es um das Image dieser Regierung so schlecht bestellt ist. Diese Regierung braucht nämlich keine Opposition. Das Zerlegen übernehmen die beteiligten Parteien mit Genuss selber. Von Anfang an wurde die Arbeit des Kabinetts überschattet von Eifersüchteleien, Eitelkeiten und kaum vorherzusehenden Querschüssen. Horst Seehofer allein hat mit seinem hanebüchenen Kurs in der Asylpolitik die gesamte Startphase vermasselt. Kaum in den Tritt gekommen, hat die SPD begonnen, ihre Parteispitze zu zerlegen. Und spätestens seit der Flucht von Andrea Nahles weiß das ganze Land, dass mindestens die Hälfte der Sozialdemokraten lieber heute als morgen aus dieser ungeliebten Regierung aussteigen möchte.

Was macht das mit dem Partner? Zu Hause am Frühstückstisch würde man vielleicht zermürbt sagen: „Entscheid dich bitte. Wenn Du bleibst, dann freu ich mich. Wir haben vieles geschafft und noch vieles gemeinsam. Und wenn du gehst, werd ich erst traurig sein und dann nach einer neuen Liebe Ausschau halten.“

Und jetzt springt auch noch der Merz aus der Kiste

Aber weil die GroKo keine Liebesbeziehung ist, müssen die Bürger diesen Dauerstreit weiter ertragen. Und als wäre all das nicht schon schlimm genug, springt bei der Union jetzt auch noch der olle Merz aus der Kiste.

Man wünschte sich als Bürger schon, dass die gewählte Regierung und die sie tragenden Parteien ihre Arbeit mit Demut, Dankbarkeit und Bereitschaft zur Pflichterfüllung anpacken würden! Es gibt ja genug zu tun.

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