Kita

Mehr Männer als Erzieher in die Kitas!

Foto: NRZ

Weil Eltern Angst vor sexuellem Missbrauch der Kinder haben, wird in einigen Kitas den männlichen Erziehern das Wickeln verboten. Das ist falsch.

Wir haben gestern in der Redaktion lange darüber diskutiert, ob die Debatte um männliche Erzieher und das Wechseln von Windeln in der Kita wichtig genug für einen großen Artikel auf unserer ersten Seite ist. Da hätte auch der Brexit stehen können. Oder der Rechtsstreit um die Sterbehilfe. Oder der bröselnde Flüster-Asphalt. Wie so oft gab es viele spannende Themen.

Es geht ja nicht allein um die Entscheidung weniger Kitas und einiger Eltern, männlichen Erziehern aus Sorge um sexuellen Missbrauch das Wickeln zu verbieten. Es geht um Vorurteile, um altes Rollenverständnis und darum, was reißerische Berichte in unseren Köpfen anrichten.

Am Weltfrauentag vergangenen Freitag wurde sehr zu Recht darauf hingewiesen, dass Frauen in Deutschland immer noch diskriminiert werden. Sie verdienen weniger Lohn für gleiche Arbeit, sind in Chefetagen unterrepräsentiert, leisten als Mütter in der Erziehung mehr als die Väter und bekommen im Alter eine kleinere Rente. Das muss sich ändern.

Ändern muss sich auch die Diskriminierung von Männern im „Frauenberuf Erzieherin“. Es ist gewollt, dass Kinder in der Kita Frauen und Männer erleben, damit sich nicht früh ein antiquiertes Rollenbild in den kleinen Köpfen festsetzt. Männliche Erzieher stehen nicht unter Generalverdacht. Selbstverständlich sollen sie Windeln wechseln. Für Eltern, denen das nicht passt, gilt, was eine kluge Kita-Leiterin sagt: „Die sollen dann selbst zum Wickeln ihrer Kinder vorbeikommen.“

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