VW-Diesel

VW-Zahlung an Kunden: Nicht mehr als Wiedergutmachung light

Michael Minholz kommentiert.

Michael Minholz kommentiert.

Foto: NRZ

Die Ankündigung von VW, die Kunden auch ohne Urteil oder Vergleich in der Musterfeststellungsklage zu entschädigen, ist Wiedergutmachung light.

Dass VW und die Verbraucherschützer jetzt schmutzige Wäsche waschen, kann den geprellten VW-Fahrern egal sein. Ihnen liegt jetzt zumindest ein Angebot vor. 830 Millionen Euro wollen die Wolfsburger über die geprellten Kunden ausschütten. Das macht bei mehr als 400.000 Klägern je nach Fahrzeugart und -alter zwischen 1350 und 6250 Euro pro Nase.

Wer ohnehin seinen vergleichsweise alten VW-Diesel weiterfahren wollte, wird mit diesem Zubrot vermutlich leben können. Wer hingegen einst einen satten fünfstelligen Betrag in seinen Neuwagen steckte, wird sich ärgern – den Wertverlust gleicht das keineswegs aus.

Jeder Kunde hätte klagen müssen

Das vor allem wegen des Dieselskandals eingeführte Verfahren der Musterfeststellungsklage hat sich als tauglich erwiesen. Es erhöhte den Druck auf Volkswagen, sich endlich in Richtung der Kunden zu bewegen. Ohne dieses Vehikel hätte es weitaus mehr Scharmützel zwischen Konzern und einzelnen Kunden gegeben als ohnehin schon.

Wenn VW jetzt auch noch unbürokratisch schnell auszahlt, entfällt auch das zeitliche Problem: Nach einem Urteil in der Musterfeststellungsklage hätte ja jeder einzelne Kunde nochmals separat vor Gericht ziehen müssen. Nun weiß er in etwa, was ihn erwartet: Wiedergutmachung light.

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