Europa-Wahl

„Nie wieder“ als Auftrag für alle

Im Mai 2019 wird ein neues Europäisches Parlament gewählt.

Im Mai 2019 wird ein neues Europäisches Parlament gewählt.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Der Nationalismus in Europa erstarkt. Dabei können wir nur gemeinsam Frieden und Demokratie bewahren. Europa darf uns nicht egal sein.

Noch vor einigen Jahren erzählten in vielen Haushalten Oma oder Opa den Kindern und Enkeln vom 2. Weltkrieg. Meist ging es um die Schrecken, um Tod und Not. Doch 73 Jahre nach Ende der Nazi-Tyrannei können immer weniger Menschen davon berichten.

Heute ist es für junge Menschen unvorstellbar, dass deutsche Soldaten Niederländer, Polen oder Franzosen überfallen. Für sie ist es normal, frei durch die Länder zu reisen, Freunde überall zu haben. Und darum können sie die zwei mahnenden Wörter der Großeltern – „Nie wieder“ – kaum begreifen.

Dabei war genau jene Erfahrung von Diktatur, Menschenverachtung und Krieg die Basis für den europäischen Einigungsgedanken. Doch darüber spricht derzeit kaum jemand.

Europa darf uns nicht egal sein

Stattdessen wird mehr gezankt in Europa, die Solidarität schwindet. Kein Wunder, dass der Nationalismus wieder erstarkt. Es ist jener Ungeist, der Gewalt und Elend hervorbringt. Warum lernt man nicht aus der Geschichte?

Es war sicher falsch, die Staatengemeinschaft vor allem wirtschaftlich zu begründen: Zollfreiheit, keine Visa, der Euro. All das sind Errungenschaften. Doch es ist brandgefährlich, wenn darüber die Idee von Europa untergeht: dass wir nur gemeinsam den Frieden und die Demokratie bewahren können. Dazu gehört natürlich auch Kritik, Schlechtes gehört abgestellt und verbessert.

Wenn wir als Redaktionen verschiedener Regionalzeitungen heute betonen, dass in 200 Tagen Europawahl ist, dann soll das ein Signal sein: Dass wir als Journalisten – trotz unterschiedlicher Meinungen – darin einig sind, dass uns Europa nicht egal sein darf. „Nie wieder“ muss unser aller Auftrag sein.

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