9.November 1938

Nie wieder ein dunkles Deutschland

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Foto: Stryewski

80 Jahre nach der Pogromnacht lebt die Erinnerung. Aber sie hat es sich bequem gemacht. Wir dürfen nie wieder wegsehen und beschwichtigen.

Am 9. November 1938 wurde es dunkel in Deutschland. Der über Jahre durch Hetze geschürte Hass gegen jüdische Mitmenschen brach sich Bahn. Synagogen brannten, Scheiben wurden eingeschlagen, Juden ermordet, gequält, deportiert. Der Auftakt zu einem Grauen, das alles Dagewesene in den Schatten stellen sollte.

80 Jahre nach der Pogromnacht lebt die Erinnerung, aber sie hat es sich häufig allzu bequem gemacht. Zwischen dem, was „die Nazis“ taten und dem, was wir heute sind, wird ein dicker, unüberwindbarer Strich gezogen.

So etwas kann nie wieder geschehen. Kann es das nicht?

Antisemitismus, Islamophobie und Fremdenfeindlichkeit sind in Deutschland noch weit verbreitet. Das hat eine jüngst veröffentlichten Studie der Uni Leipzig mit schmerzhafter Deutlichkeit gezeigt. Ein Drittel der Deutschen misstraut Juden. 44 Prozent wollen die Zuwanderung von Muslimen unterbinden.

Im Berliner Reichstagsgebäude sitzt erstmals seit dem Ende des Krieges eine Partei, die eine ganze Religionsgemeinschaft verteufelt und die Angst und Vorurteile nutzt, um daraus politischen Profit herauszuschlagen.

„Die Nazis“ waren keine Wesen von einem fremden Stern. Zu Tätern wurden biedere Familienväter, Mütter, Arbeiter und Angestellte. Niemand hat in den frühen 1920er wirklich erahnen können, was zwanzig Jahre später geschehen würde.

Wegsehen und Beschwichtigen halfen denen, die Deutschland zu einem dunklen Land machten. 80 Jahre danach sollten wir diesen Fehler nicht noch einmal machen. Nie wieder.

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