Diesel-Fahrverbot

Vorfahrt für die Auto-Lobby

Foto: NRZ

Der Bundestag weicht die Grenzwerte auf und macht damit Fahrverbote an Rhein und Ruhr unwahrscheinlich. Das ist eine pragmatische Lösung.

Es wird immer unwahrscheinlicher, dass es weitere Fahrverbote für alte Diesel-Autos geben wird. Der Bundestag hat eine Regelung beschlossen, die eine Überschreitung der Grenzwerte ohne zwingende Sanktionen möglich macht.

Wenn man nicht vor lauter Autoabgasen so viel husten müsste, könnte man nun befreit aufatmen. Viele Autofahrer an Rhein und Ruhr würde ein Fahrverbot hart treffen. Wir leben in einer Pendlerregion, und die meisten sind auf das Auto angewiesen, um zur Arbeit zu kommen. Diesel-Autos galten aufgrund des niedrigen Verbrauchs lange Zeit als sparsam und umweltschonend. Da ist keinem Autokäufer etwas vorzuwerfen.

Für so manche Autobauer gilt der Freispruch nicht. Im Gegenteil. Da wurde vorsätzlich betrogen. Die Luft auf den Straßen wäre besser, wenn die Autokonzerne gezwungen würden, die mit Betrugssoftware ausgestatteten Wagen auf ihre Kosten gegen umweltfreundliche neue Modelle auszutauschen. In den USA geht das. Hier schützt die Politik die Industrie, lässt die Täter davonkommen und die Opfer auf ihrem Schaden sitzen.

Eine Duldung höherer Grenzwerte im Ausnahmefall ist eine pragmatische Lösung. Jeder weiß, dass ein Fahrverbot in der Praxis kaum zu kontrollieren ist und den Verkehr nur verlagert, um dann in Nebenstraßen für Probleme zu sorgen. Zu akzeptieren ist das allerdings nur, wenn der Weg zu einem umweltfreundlicheren Autoverkehr von der Politik nun energisch weitergegangen wird. Es bleibt ja dabei: Das Überschreiten der Grenzwerte kann Menschen krank machen.

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