Verkehr

Wem gehört die Straße?

kommentar hermsen
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Die „Critical Mass“-Radler sehen ihre Tour als Ausdruck eines Lebensgefühls, nicht als meldepflichtige Demo. Das wahre Problem liegt auf der Straße.

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Fangen wir mit einem Witz an, die Sache ist ernst genug. Wie verhält sich der Deutsche, wenn er an eine rote Ampel kommt? Nun, der Autofahrer wartet immer, der Fußgänger, wenn Kinder in der Nähe sind – und der Radfahrer nie.


Schon wahr, Radfahrer, zumal in Großstädten, zeigen oft ein leicht anarchisches Verhalten, schauen von oben herab aus dem Sattel auf tiefer gelegte Autofahrer und spielen ihren Vorteil an Beweglichkeit und Schnelligkeit aus. Damit tun sie sich und der Fairness keinen Gefallen. Doch was die Radlerbewegung der „Critical Mass“ vor allem Autofahrern schmerzhaft ins Bewusstsein ruft, ist: Der Raum auf den Straßen ist begrenzt.

Verkehrsplaner haben es über Jahrzehnte versäumt, Radfahrer als dem Autofahrer gleichberechtigt zu sehen. Wer durch eine niederländische Großstadt geradelt ist, weiß, wie Infrastruktur auch aussehen kann. Hier zwingen Schilder Zweiradfahrer oft auf Radwege, die allenfalls als Marterstrecke taugen, nicht gereinigt und freigeschnitten werden.

Kein Wunder, dass die Bewegung der „Critical Mass“ es genießt, den vom Auto besetzten öffentlichen Verkehrsraum zu erobern. Gewiss ist das auch ein politischer Ausritt. Ob es sich um eine Demo handelt, ist allenfalls für Juristen spannend. Zunächst wäre die Polizei vielleicht besser auch mal des Radlers Freund und Helfer. Die Fahrradstaffel wäre sicher ein gern gesehener Mitradler. Kein Witz.

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