Osmanen

Neue Belege für Verflechtung von Rockern und Erdogan-Umfeld

Foto: dpa

Düsseldorf.   Gang "Osmanen Germania" soll eng mit der türkischen Regierung kooperieren. Für den Bund der Kriminalbeamten gibt es an den Zielen keinen Zweifel.

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Die Rockergruppe Osmanen Germania steht laut NRW-Innenministerium in Verbindung zur türkischen Regierungspartei AKP, türkischer Justiz und dem Umfeld des Staatspräsidenten. Die "rockerähnliche Gruppierung mit türkisch-nationalistischen, im Internet teils rechtsextremistischen Positionen" pflege Kontakte zum "Erdogan-Regime im weitesten Sinne", sagte ein Sprecher des Innenministeriums auf Anfrage. Fotos im Internet belegten persönliche Treffen führender Mitgliedern der in NRW schnell wachsenden Gruppe mit Vertretern von AKP und Justiz.

Razzien sollen Finanzierung und Hilfe aus Ankara belegen

Sebastian Fiedler vom Bund Deutscher Kriminalbeamter sagte in einem Interview, nach Razzien in mehreren Bundesländern sei davon auszugehen, dass es für die Osmanen "weiter frisches Geld und Rückendeckung aus Ankara" gebe. Wegen Verdachts auf Geldwäsche, Drogen- und Waffendelikten war die Polizei auch in NRW gegen die Gruppe vorgegangen. "Wir haben es mit organisierter Kriminalität zu tun, die durch einen ausländischen Staat, der sich auf den Weg zu einer Autokratie macht, unterstützt wird", meinte der NRW-BDK-Chef.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte dem Düsseldorfer Landtag jüngst berichtet, dass türkische Behörden Aktivitäten der Osmanen in Deutschland - gerichtet gegen die PKK, linksextremistische Türken und die Gülen-Bewegung - als "Terrorbekämpfung" bewerten - und diese befürworten. Belegt seien auch Kontakte von Osmanen-Führern zu Beratern von Präsident Recep Tayyip Erdogan. In NRW hat die Gruppierung 14 Chapter mit 170 Mitgliedern. Die Rocker, die nach eigener Aussage ein Boxclub und kein Motorrad-Club sind, haben sich unter anderem in Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Bochum, Dortmund, Düsseldorf, Köln und Münster niedergelassen. Sie sollen auch in Verbindung stehen mit den vom Verfassungsschutz beobachteten "Grauen Wölfen" mit 4000 Mitgliedern.

AKP-Lobbyorganisation bestreitet Vorwürfe

Die UETD - sie gilt als AKP-Lobbyorganisation - habe Mitglieder der Osmanen als Ordner eingesetzt, so das Ministerium. Laut einem Bericht des "Kölner Stadtanzeiger" soll ein UETD-Funktionär als "Mittelsmann zwischen Osmanen und AKP" aufgetreten sein. UETD-Chef Bülent Bilgi sprach von "wiederkehrend falschen Behauptungen" und "Verleumdung". Er betonte: "Die UETD wird juristische Schritte dagegen unternehmen. Wir haben uns nichts vorzuwerfen." (dpa)

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