Pflege

NRW-Gesundheitsminister: Krankenhäuser sollen mehr ausbilden

Pflegenotstand: Darum muss die Bundesregierung mehr dagegen tun

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Düsseldorf.  Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann fordert die Kliniken auf, mehr Personal auszubilden und weniger Pfleger aus der Altenpflege abzuwerben.

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Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat die Krankenhäuser aufgefordert, mehr Ausbildungskapazitäten und somit mehr Plätze an Krankenpflegeschulen zu schaffen. Er sehe die große Gefahr, dass Pflegekräfte aus dem Bereich der ambulanten Pflege und der Altenpflege in die Kliniken abwandern, weil sie dort besser bezahlt werden.

So habe der Streik des Pflegepersonals an den Uni-Kliniken in Essen und Düsseldorf allein in der Landeshauptstadt zu 150 zusätzlichen Stellen im Bereich Pflege geführt. „Und es gibt keine 150 arbeitslosen examinierten Krankenpfleger in Düsseldorf.“

Insgesamt soll das in der vergangenen Woche beschlossene sogenannte Pflegepersonalstärkungsgesetz zu Schaffung von 13.000 zusätzlichen Stellen in Altenheimen führen, doch bereits jetzt, so schätzen Experten, fehlen bundesweit rund 35.000 Fachkräfte und Helfer in der Alten- und Krankenpflege. Das könne sich noch verschärfen, wenn die Kliniken weitere Pflegekräfte abwerben. Es räche sich, dass Kliniken Ärzte als Umsatzbringer und Pflegekräfte als Kostenstelle sähen, so Laumann.

Kliniken müssten mindestens zehn Prozent ihres Personals in der Ausbildung haben – das sei in einem vor allem bei Frauen beliebten Beruf erforderlich. Es gebe Krankenhäuser, bei denen die Pflegekräfte nicht einmal vier Prozent der Belegschaft stellen. Der Appell des Landesgesundheitsministers: „Bildet aus, was das Zeug hält, sonst ist euer Stöhnen über den Personalmangel unglaubwürdig.“

Die Grenzen des Gesundheitsmarktes seien derzeit nicht vom Geld, sondern vom verfügbaren Personal bestimmt, sagte er bei einer Podiumsdiskussion auf der gestern eröffneten Medica in Düsseldorf. Im Gegenzug monierte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß fehlende Investitionsmittel der Bundesländer, um die Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern zu verbessern.

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