Was für ein Ausblick!

Der Sternberg in Kleve ist eine echte Sehenswürdigkeit.

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Foto: WAZ FotoPool

Der Höhepunkt der Stadt Kleve liegt genau 86 Meter über dem Meeresspiegel: der Sternberg. In diesem Fall von einem Berg zu sprechen, treibt Alpinisten natürlich Tränen in die Augen.

In diesem Fall von einem Berg zu sprechen, treibt Alpinisten natürlich Tränen in die Augen. Doch der Sternberg heißt nun mal so, seit Prinz Johann Moritz von Nassau-Siegen die natürliche Erhebung im 17. Jahrhundert um ein paar Meter aufschütten ließ – und dem Hügel seinen Namen gab. Offenkundig hat sich das aber nicht so weit über die Grenzen der ehemaligen brandenburgischen Residenzstadt hinaus herumgesprochen. Wer heutzutage etwa im Internet bei Wikipedia nachschaut, dem Mitmach-Lexikon für Jedermann, der findet zwar gleich zwei Sternberge, doch liegen die im Rothaargebirge und im Oberlausitzer Bergland. Immerhin werden beide mit ihren 692 und 340 Gipfelmetern dem Begriff Berg schon annähernd gerecht.

Der Sternberg in Kleve hingegen kann weder mit seiner Größe, noch mit seiner Schönheit glänzen. Dennoch ist der Hausberg Kleves ein „points de vue“, also ein lohnenswerter Aussichtspunkt, der in jedem Reiseführer mit einem Symbol für einen wunderbaren Panoramablick ausgezeichnet werden müsste. Nur war er lange Zeit eine verkannte Sehenswürdigkeit der Stadt. Ursprünglich gab es auf dem Sternberg zwölf Sichtachsen, die der einstige Statthalter Kleves in den Tiergartenwald hineinschlagen ließ, eben jener Prinz Johann Moritz von Nassau-Siegen. Vom Gipfel des Berges, der ein Plateau ist, auf dem eine Linde steht, gingen diese Schneisen sternenförmig ab – daher der Name des Berges. Im Laufe der Jahrhunderte wuchs über den Sternberg nicht nur Gras, sondern es wuchsen auch Bäume – und die ließen irgendwann keine Ein-, Aus- und Überblicke mehr zu. Zwei der historischen Sichtachsen wurden nun von den Heimatfreunden Materborn wieder freigeschnitten, vielleicht sogar die schönsten.

Die erste Schneise bietet einen sagenhaften Blick zur sagenumwobenen Schwanenburg und manchmal weit darüber hinaus: über die Kirche Sankt Nicolai in Kalkar hinweg bis zum Fernsehsendemast in Wesel-Büderich. Die zweite Schneise öffnet sich in Richtung Emmerich, von hier oben rückt die Kirche Sankt Vitus auf dem Eltenberg sichtbar näher, obwohl sie doch „op gönne Kant“ liegt, also auf der anderen, der falschen Rheinseite. Aber das ist eine andere Geschichte.

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