Tagestour: Ferienregionen in NRW

Grüne Insel "Irrland"

Foto: NRZ

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Die letzte Woche der Ferien steht an. Wie auch immer das Wetter wird: Am Niederrhein lässt sich die eine oder andere Tagestour verbringen. Zum Beispiel im Maislabyrinth in Kevelaer-Twisteden.

KEVELAER. Der Niederrhein: Unendliche Weiden. Dies sind die Abenteuer, die man erleben kann, wenn man in eine Gegend reist, von der man glaubt, dass sie kaum ein Mensch zuvor betreten hat. Kevelaer-Twisteden zum Beispiel. Wer sich hierhin verirrt, muss das sehr planvoll tun. Denn rechts und links vom Maislabyrinth Irrland und dem gegenüber liegenden Vogel- und Blumenpark Plantaria gibt es tatsächlich vor allem eins: Sehr viel Gegend. Sie haben Familie? Süße, kleine Kinder, die zwar artig ihre Schuhe ausziehen, aber hinterher nie wissen, wo sie sie abgestellt haben? Prima. Auf nach Irrland. Im Twistedener Erlebnispark kann man sich nicht nur im Maisfeld verirren, sondern auch von Attraktion zu Attraktion irren, um Sandalen, Rucksäcke, Pullover oder Handtücher einzusammeln. Erster Tipp: vor dem Mais-Schwimmbad. Bällebad kann jeder. In tonnenweise Mais rumtoben, balgen, verstecken ist eine andere Nummer. Und es garantiert ein paar kleine, gelbe Mitbringsel für Zuhause, die sich in Hosenkrempen oder Unterhemden einnisten.

Bergab auf dem Bobbycar

Sie glauben, Ihre Sprösslinge sind aus dem Bobbycar-Alter raus? Niemals! Auf der Bergab-Rennbahn werden auch die Großen wieder zu begeisterten Rutschauto-Piloten. Obacht: Der Lärmpegel ist enorm, denn hier wird nicht mit Flüsterreifen gefahren. Immerhin: Hier gehen keine Schuhe verloren, sie werden beim Bremsen sehr strapaziert. Alternativ dazu gibt es eine riesige Tret-Gokart-Anlage. Schuhe aus heißt es auch vor diversen Wasserwabbelburgen, die zuweilen nur mit der richtigen Technik zu erklimmen sind, an Matsch- und Wasserspielplätzen und der Schlammschlachtarena. Oder an der Südsee, die man so zwischen mehr als mannshohen Maispflanzen nicht vermutet: Traumstrand mit Palmen und einem nicht berechenbaren Wasserfall.Als Schnapsideefing alles an...

Als Schnapsidee fing alles an...

Nicht alle Spielplätze muss man sich durch die grüne Wand erobern, aber manche tauchen wie aus dem Nichts plötzlich hinter der nächsten Labyrinth-Ecke auf. Millionen Maispflanzen bilden den grünen Rahmen für das Unternehmen Irrland, mit dem sich Erfinder Johannes Tebartz-van Elst nun so gar nicht irrte. Als Schnapsidee fing es 1999 an. Sand, Ponyreiten, Streichelzoo und ansonsten nur Mais, in dem man sich zurecht finden musste. Und wo der Besucher freiwillig sein Eintrittsgeld einwarf. Mittlerweile ist das Ganze zu einem Freizeitunternehmen gewachsen, das sich auf die andere Straßenseite ausbreitete, so dass ein Tunnel hermusste. Und mäandernde Gitter vor dem Kassenhäuschen eine beredte Sprache über Wartezeiten an guten Tagen sprechen. Auch Flora und Fauna wurden erweitert um Bambus, Lorbeer, Palmen, Sonnenblumen und jüngst um Muttersauenstall und Eichhörnchengehege. Inzwischen ist Irrland dank diverser Spielscheunen auch schlechtwetter-geeignet. Trotz der beachtlichen Größe hat sich Irrland einen eigenen Charme bewahrt. Vielleicht liegt es an den jährlich wechselnden Themen, die die Besucher mit Schautafeln durch den Park begleiten – dieses Jahr ist es die tierische Olympiade. Vielleicht liegt es am moderaten Einheits-Eintrittspreis von 3,90 Euro pro Person. Vielleicht aber auch nur an den unendlichen Weiden drumherum. Übrigens: die Schuhe haben wir am Spiel-Nil gefunden. Beziehungsweise - im.

...was der Niederrhein noch so bietet:

Kinderbespaßung der anderen Art bietet das Kernwasserwunderland bei Kalkar. Der Niederländer Hennie van der Most kaufte 1995 den nie ans Netz gegangenen schnellen (Atom-)Brüter und errichtete auf dem Gelände einen Freizeitpark. Im Eintrittspreis von Kernie's Familienpark (19,50 Euro) sind Pommes, Eis, Kaffee und Erfrischungsgetränke bis zum Abwinken enthalten. Danach kann man das Ganze auf drehenden Tassen, Wildwasserbahn und Kettenkarussel durchschütteln lassen. Große Kirmes (www.kernwasser-wunderland.de). Die Kulturbeflissenen besuchen natürlich Schloss Moyland in Bedburg-Hau (www.moyland.de). Die Sammlung der Brüder van der Grinten wird in einer ständigen Ausstellung auf fünf Etagen im Schlossgebäude gezeigt. Private Kontakte der Sammler zu Joseph Beuys bescheren der Ausstellung einen besonderen Schwerpunkt. Mehr Niederrhein-Kunst geht nicht. Xanten ist immer einen Besuch wert. Der Dom weithin bekannt. Der Archäologische Park verleiht in beispielhafter Weise Einblick in die Welt der Römer, die hier ihre Spuren hinterlassen haben. Ab Mitte August ist der APX mit der Eröffnung des Römer-Museums um eine Attraktion reicher. Auch ein Blick in die restaurierten Thermen ist spannend. Mal was ganz Anderes: Eine Draisinenfahrt. Das geht mit Muskelkraft von Kleve nach Kranenburg oder grenzüberschreitend von Kranenburg nach Groesbeek (www.grenzlanddraisine.eu) Die Pedalritter auf Schienen sind in Vierer-Gefährten oder in Club-Draisinen für bis zu 14 Personen unterwegs. Auch das hat Fans: Der Neubau der Weseler Rheinbrücke zieht immer viele Seh-Leute an. Der Baufortschritt wird genau begutachtet. Und das gigantische Bauwerk an der B58 ist auf jeden Fall beeindruckend. Emmerichs neu gestaltete Rheinpromenade lädt zum Schiffkes gucken ein. (NRZ)

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