Freizeit

Wie ein kleiner Urlaub

Foto: NRZ

Wanderautor Uli Auffermann erobert mit NRZ-Lesern die scheinbar sanften Hügel der Elfringhauser Schweiz

Hattingen/Velbert. Festes Schuhwerk? Geschnürt. Ärmel der Fleecepullis? Hochgekrempelt. Wetter? Sonne kommt. Laune? Ganz weit oben. Auf geht's. Viele hatten sich beworben, fünf NRZ-Leser haben gewonnen: eine Tour durch die Elfringhauser Schweiz in Hattingen mit Wanderführer und Autor Uli Auffermann. Der sieht sich geballter Wandererfahrung gegenüber. Fast jeder aus der NRZ-Gruppe läuft regelmäßig – auch in der Region. Selbst die Elfringhauser Schweiz ist für die meisten kein Neuland, doch sie sind gespannt auf die Wege, auf denen sie Auffermann führen wird.

Gleich zu Beginn wartet der erste Aufstieg. Schließlich trägt die Elfringhauser Schweiz nicht umsonst ein bergiges Land im Namen. Was sich als sanfte Hügel tarnt, kann ganz schön gemein sein. Die ersten Jacken werden ausgezogen. Frederike Stark (12) aus Alpen drückt ihre Jacken mit einem Augenzwinkern Mama Regina in die Hand. Schließlich hat die Mutter Frederike zu der Wanderung überredet, nachdem sie Glück bei der Verlosung hatte und eine Begleitung suchte.

Wanderkarte immer griffbereit

Normalerweise ist die Alpenerin eher mit dem Rad unterwegs. Aber eine Wanderung am südlichen Rande des Ruhrgebiets? Das klang gut. Fanden auch die übrigen Wanderer und lassen sich schnell einnehmen vom herbstlichen Wald. Durch das Gebiet „Auf dem Holz” geht es ein Stück um den Immelberg herum. Mal führt Uli Auffermann die Gruppe über breite Spazierwege, dann wieder schmale Pfade entlang. Unterhalb des Juttermannsberges verläuft die Strecke am Waldrand. Links duftet der Wald, rechts schweift der Blick über hügelige Wiesen.

Doch, das Ruhrgebiet hat viel mehr zu bieten, als man ihm nachsagt. Da sind sich alle Wanderer einig. Ein kleines bisschen überrascht schauen sie dennoch auf die Hügel, die Wiesen, den Wald. Es ist ein bisschen wie Urlaub. NRZ-Leser Lars Henriksson aus Düsseldorf hat eine Karte dabei und versucht den Weg nachzuvollziehen.

Auch Udo Cremerius hat die Karte immer griffbereit, schon aus Gewohnheit. Der Mülheimer ist seit 27 Jahren Wanderführer für die Essener Abteilung des Sauerländischen Gebirgsvereins, viele Wege in der Elfringhauser Schweiz kennt er. „Nur eben nicht in dieser Kombination”, sagt er. Außerdem seien er und Ehefrau Sigrid schon läger nicht hier gewesen, zuletzt war häufig das Sauerland ihr Ziel.

Das Felderbachtal gilt es als nächstes zu durchqueren. „Hat jemand etwas gegen einen kleinen Aufstieg?”, fragt Uli Auffermann. Natürlich nicht, schließlich hat der Wanderführer einen tollen Ausblick versprochen. Und tatsächlich: Plötzlich lichtet sich der Wald und gibt den Blick frei auf die herbstliche Hügellandschaft. Inzwischen hat sich auch die Sonne durch die Wolken gekämpft. Einträchtig genießt die Gruppe die aussichtsreiche Pause.

Erfahrungen ausgetauscht

Dann geht es auch schon weiter, ein Stück über den Höhenweg. Man ist schnell ins Gespräch gekommen, tauscht sich aus über Wandererfahrungen und Spazierwege. Am liebsten laufe er gleich vor der Haustür in Essen los, sagt Dirk Demmer. Und Helga Beckhaus erzählt, dass sie das Wanderfieber erst spät gepackt hat. Dafür aber gründlich. Die Velberterin hat einen strammen Schritt, läuft gemeinsam mit Udo Cremerius an der Spitze der Gruppe.

Weiter hinten geht es gemütlicher zu. Regina und Frederike Stark haben sich gemeinsam mit Christa Wiedefeld ein Stück zurückfallen lassen. Sie genießen die Sonne und den Baumgeruch. „Faszinierend”, sagt Christa Wiedefeld, „jetzt sind wir fast die ganze Zeit durch den Wald gelaufen.”

Durch das Felderbachtal geht es schließlich zurück zum Restaurant Waldhof, dem Ausgangspunkt. Zufrieden sehen die Wanderer aus, erkundigen sich bei Uli Auffermann nach der nächsten Gelegenheit, mit ihm zu laufen, und blättern in seinem Wanderführer für das Ruhrgebiet. Laufen im Revier? Immer wieder gerne. Und in der Elfringhauser Schweiz wird man sicherlich in naher Zukunft wieder dem ein oder anderen NRZ-Leser begegnen.

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