Pandemie

Corona-Mutationen: Diese verschiedenen Varianten gibt es

Auf dieser vom US-Forschungszentrum «National Institute of Allergy and Infectious Diseases» (NIAID) zur Verfügung gestellten Aufnahme ist eine Zelle (grün) mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2, gelb) infiziert. Experten machen sich jetzt Sorgen um Mutationen des Virus.

Auf dieser vom US-Forschungszentrum «National Institute of Allergy and Infectious Diseases» (NIAID) zur Verfügung gestellten Aufnahme ist eine Zelle (grün) mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2, gelb) infiziert. Experten machen sich jetzt Sorgen um Mutationen des Virus.

Foto: Niaid/Europa Press/dpa

Berlin  Zwei Mutationen des Coronavirus wurden bisher in Deutschland nachgewiesen. Welche gibt es noch? Unsere Übersicht zeigt es Ihnen.

  • Eine neue Variante des Coronavirus aus England gilt als deutlich ansteckender als die bisher dominierende Variante
  • Forschende sind zudem wegen drei weiteren Mutationen aus Südafrika, Japan und Brasilien besorgt
  • Was ist über diese Varianten bekannt und wie reagiert die WHO? Ein Überblick

Dass ein Virus mutiert, ist ein ganz normaler Vorgang. Kritisch kann es werden, wenn ein Virus mutiert, das eine weltweite Pandemie ausgelöst hat. Auch in der aktuellen Corona-Pandemie gab es bereits zahlreiche Mutationen des ursprünglichen Virus.

 

Interessant sind jedoch nur diejenigen, die das Virus in nennenswerter Weise verändern. Denn Sars-Cov-2 ist bereits mehrere tausend Male mutiert - aktuell schaffen es allerdings vor allem zwei Varianten in die Schlagzeilen, die besonders stark in Südafrika, England und Irland wüten.

Hochansteckende Corona-Variante: Die englische Mutation

Kurz vor Weihnachten wurde die Mutation mit dem Namen B.1.1.7 des Coronavirus zum ersten Mal in England gemeldet. Sie tauchte 2020 vereinzelt in Ländern wie Brasilien oder Australien auf, breitete sich aber zum Jahresende besonders schnell im Südosten Englands aus.

Besonders schlimm grassiert das Virus in London und der Grafschaft Kent. Laut Gesundheitsminister Matt Hancock ist das mutierte Virus im Land “außer Kontrolle”. Daten aus England und mittlerweile auch Dänemark weisen darauf hin, dass B.1.1.7 bis zu 70 Mal ansteckender ist als die ursprüngliche Variante aus Wuhan.

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Britische Corona-Mutante infiziert oft auch junge Leute

Die neue Variante unterscheidet sich in 23 Mutationen zum ursprünglichen Virus. Forschende vermuten, dass die Veränderungen dem Erreger das Andocken und Eintreten in die Wirtszellen erleichtern. Entwickelt haben soll sich B.1.1.7 in einem Covid-19-Patienten mit schwachem Immunsystem, von dort soll es auf andere Patientinnen und Patienten übergesprungen sein.

Besorgniserregend finden Forschende vor allem, dass die neue Mutation des Corona-Virus gerade bei jungen Menschen unter 20 Jahren besonders ansteckend ist.

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Entwarnung kommt allerdings vom Pharmakonzern Pfizer. Dieser testete die Wirksamkeit seines Impfstoffes auf 16 verschiedene Varianten des mutierten Virus - bei allen schützten die Antikörper vor einem Ausbruch der Krankheit.

Gefährliche Variante: Die südafrikanische Corona-Mutation

Ähnlich wie England gaben auch die Behörden in Südafrika kurz vor Weihnachten den Fund einer neuen Variante des Coronavirus bekannt: 501Y.V2. Anders als die Mutante in England, trägt die südafrikanische Corona-Variante die Mutation E484K in sich.

Die Mutation gilt als gefährlich, weil Antikörper gegen sie scheinbar weniger ausrichten können, berichtet die BBC. Der Medizinjournalist Dr. Christoph Specht beurteilt die Wirksamkeit des Impfstoffes allerdings etwas anders. Er denkt, dass sowohl der Impfstoff von Biontech und Pfizer, als auch jener von AstraZeneca gegen die südafrikanische Mutante effektiv sein wird.

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Seit dem 13. Dezember ist die südafrikanische Variante auch in Deutschland angekommen. Sie wurde bei einer Familie entdeckt, die von Südafrika nach Baden-Württemberg einreiste. Mittlerweile sind im Zollernalbkreis sechs Fälle in drei Haushalten bekannt.

Das Robert Koch-Institut entdeckte auch bei einem Mann aus Bottrop, der sich ebenfalls in Südafrika aufgehalten hatte, die neue Virus-Variante.

Die brasilianischen Mutationen: B.1.1.33 und B.1.1.28

Auch in Brasilien traten schon 2020 Mutationen des Coronavirus auf - im größten Land Südamerikas allerdings schon im August. Die brasilianische Variante des Virus trägt, so wie die Mutation in Südafrika, die Mutation E484K in sich.

Möglicherweise haben natürliche Antikörper eine geringere Wirkung auf die neue Variante des Virus: Im August gingen zwei Fälle durch die brasilianischen Medien, bei denen sich zwei Frauen nur vier respektive fünf Monate nach ihrer ersten Covid-19-Erkrankung erneut mit der Krankheit infizierten.

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Virus-Variante aus Asien: Die japanische Corona-Mutation

Am 8. Januar 2021 meldete auch Japan eine bisher unbekannte Mutation des Coronavirus. Vier Menschen, die aus dem Amazonasgebiet nach Tokio geflogen waren, trugen sie in sich.

Ein über 40 Jahre alter Mann läge derzeit mit akuten Atemproblemen im Krankenhaus, teilte der Chef der japanischen Gesundheitsbehörde, Takaji Wakita, mit. Zwei weitere Passagiere litten demnach unter leichten Symptomen, eine Person im Teenageralter sei symptomfrei.

Bislang gäbe es zwar noch keine Hinweise darauf, dass die japanische Mutation ansteckender sei, allerdings weise sie Ähnlichkeiten zu den Varianten in Südafrika und England auf, so Wakita.

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Mutationen: WHO ruft Notfallkomitee zusammen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nun aufgrund der dramatisch schnellen Ausbreitung der verschiedenen neuen Corona-Varianten ihr Notfallkomitee vorzeitig zu einer "dringenden" Sitzung zusammengerufen.

Ursprünglich war ein Treffen des Komitees erst in zwei Wochen vorgesehen. Die WHO hat die Sitzung aber vorterminiert, um „Themen zu besprechen, die dringender Aufmerksamkeit bedürfen“, erklärte die WHO in Genf. Dazu zählten „die jüngsten Virusvarianten sowie Überlegungen über den Umgang mit Impfungen und Testzertifikaten auf internationalen Reisen“.

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