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Corona-Konjunkturpaket: Laschet fordert Hilfe für Kommunen

Drosten: Deutschland könnte zweiter Corona-Welle entgehen

Der Virologe Christian Drosten hält es für möglich, dass Deutschland eine zweite Corona-Welle erspart bleibt. "Vielleicht entgehen wir einem zweiten Shutdown", sagte der Virologe vom Berliner Universitätsklinikum Charité dem Nachrichtenmagazin "Spiegel".

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Berlin.  Bundeskanzlerin Merkel warnt die Bürger vor einem „Irrtum“. Grünen-Chef Habeck kritisiert die Kanzlerin. Die aktuellen Corona-News.

Die wichtigsten Corona-Nachrichten im Überblick:

  • Laut der Johns-Hopkins-Universität haben sich weltweit mehr als sechs Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert
  • Bundeskanzlerin Merkel (CDU) hat sich in ihrem Video-Podcast bei der Bevölkerung bedankt – Kritik erhält sie von Grünen-Chef Habeck
  • NRW-Ministerpräsident Armin Laschet fordert im Zuge der Beratungen über ein milliardenschweres Konjunkturpaket der Bundesregierung mehr Hilfe für die Kommunen
  • Nach einem Corona-Ausbruch in Göttingen sind 36 Menschen positiv auf das Virus getestet worden, insgesamt wurden über 300 Kontaktpersonen identifiziert
  • Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) kritisiert den US-Bruch mit der Weltgesundheitsorganisation scharf
  • Nach den Sommerferien sollen die Schulen laut Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) wieder vollen Unterricht anbieten – notfalls in Containern
  • Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann kritisiert seinen Amtskollegen Bodo Ramelow (Linke) aus Thüringen für dessen Lockerungs-Vorstoß. Ramelow will ab Juni zurück zum „Normalmodus“
  • Die Kontaktbeschränkungen, die wegen der Corona-Pandemie erlassen wurden, bleiben in Deutschland noch bis zum 29. Juni bestehen. In Thüringen sollen sie nun schon Mitte Juni fallen
  • Die EU-Kommission will 750 Milliarden Euro zum Wiederaufbau Europas nach der Krise bereitstellen
  • Weltweit sind mehr als 369.000 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Erkrankung gestorben

Bundeskanzlerin Merkel warnte am Samstag in ihrem Video-Podcast, das Risiko von Covid-19 zu unterschätzen. Das wäre „ein Irrtum“, so die Kanzlerin. Der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) will mit seinem Bundesland ab Juni dennoch zum „Normalmodus“ zurückzukehren. Kritik erntet er von seinem Amtskollegen aus Baden-Württemberg.

In den meisten Bundesländern werden die Lockerungen weiterhin von strengen Hygiene- und Sicherheitsauflagen begleitet – und auch ein Impfstoff gegen das Coronavirus ist derzeit noch nicht in Sicht.

Aktuelle Zahlen: Aktuelle RKI-Fallzahlen und Corona Reproduktionsfaktor

Coronavirus-News-Ticker: Alle aktuellen Infos zur Pandemie

In Deutschland haben sich mittlerweile mehr als 183.000 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, mehr als 8500 Menschen starben an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung.

Sonntag, 31. Mai: Mehr als sechs Millionen Corona-Infizierte weltweit – Habeck kritisiert Kanzlerin

21.19 Uhr: Nach einem Corona-Ausbruch im Zusammenhang mit mehreren Feiern in Göttingen arbeiten die Behörden mit Hochdruck daran, Kontaktpersonen ausfindig zu machen. Mit Stand Sonntagabend waren 170 Kontaktpersonen ersten Grades in Stadt und Kreis Göttingen identifiziert, darunter Dutzende Kinder und Jugendliche. Bislang sind 36 Personen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Ein Mensch sei schwer erkrankt und befinde sich in stationärer Behandlung. NDR-Informationen zufolge muss die Person künstlich beatmet werden. Alle andere seien bislang symptomfrei.

Etwa 140 weitere Kontaktpersonen fallen in die Zuständigkeit anderer Gesundheitsämter, die umgehend informiert worden seien, teilte die Stadt Sonntagabend mit. Außerdem hieß es am Sonntagabend, der Stadt lägen Hinweise vor, nach denen das Infektionsgeschehen unter anderem in einer Shisha-Bar erfolgt sein könnte. „Um das Risiko zu minimieren, sind heute alle Shisha Bars kontrolliert worden. Eine von sechs Bars war – entgegen der Landesregelung – geöffnet und wurde durch Mitarbeitende des Fachbereichs Ordnung geschlossen.“

Die Infektionen erfolgten bei oder nach mehreren größeren privaten Feiern. Nach Angaben der Göttinger Sozialdezernentin Petra Broistedt hatten sich Familienverbände mit überregionalem Bezug aus weiten Teilen Niedersachsens und NRW offensichtlich am vergangenen Wochenende getroffen. Dabei sei das Distanzgebot nicht eingehalten worden, so dass es bereits am Dienstag zu ersten Infektionen gekommen sei, sagte Broistedt dem NDR.

20.43 Uhr: Vor den für Dienstag geplanten Beratungen über ein milliardenschweres Konjunkturpaket der Bundesregierung hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet gefordert, den Kommunen besonders unter die Arme zu greifen. „Das Konjunkturpaket soll ja jetzt in der Krise helfen und ohne leistungsfähige Kommunen wird das nicht funktionieren“, sagte der CDU-Politiker am Sonntag dem WDR.

Die Kommunen müssten bei den Sozialkosten wie der Unterbringung von Arbeitslosen entlastet werden, aber auch bei Investitionen. „Die Kommunen sind ja gleich doppelt getroffen: Zum einen brechen die Gewerbesteuereinnahmen weg, zum anderen steigen die Arbeitslosenzahlen“, sagte Laschet.

Der Deutsche Städtetag hat bereits mehrfach eine stärkere Entlastung der Kommunen gefordert. Die schwarz-rote Koalition will am Dienstag über umfassende Maßnahmen beraten, die die deutsche Wirtschaft wieder in Fahrt bringen sollen. Infolge der Corona-Krise wird eine schwere Rezession erwartet.

Russland lässt am Montag erstmals größere Lockerungen zu

19.02 Uhr: Das stark vom Coronavirus betroffene Russland lässt am Montag trotz steigender Infektionszahlen erstmals größere Lockerungen zu. Nach mehr als zwei Monaten strenger Ausgangssperren dürfen etwa die Menschen in Moskau – Europas größter Stadt – erstmals an einzelnen Tagen wieder zu Spaziergängen auf die Straße. Erlaubt ist auch Sport zwischen 5.00 Uhr und 9.00 Uhr morgens. Allerdings gilt eine verschärfte Maskenpflicht: Zum ersten Mal muss der Mund- und Nasenschutz auch im Freien getragen werden – bisher nur in öffentlichen Räumen und Verkehrsmitteln.

Erstmals öffnen in Moskau auch wieder Einkaufszentren sowie Dienstleister wie chemische Reinigungen und Reparaturwerkstätten. Dadurch können in der Hauptstadt mehr als 300.000 Menschen zum ersten Mal seit Monaten wieder zur Arbeit. Geschlossen bleiben unter anderem Friseure, Gaststätten, Schulen und Kultureinrichtungen.

18.35 Uhr: Wegen der vorerst erfolgreichen Eindämmung des Coronavirus können die Kitas in Schleswig-Holstein jetzt ihr Angebot von der Notbetreuung auf einen eingeschränkten Regelbetrieb ausweiten. Die Auslastung der Kitas kann mit Beginn des Monats Juni von zuletzt etwa 30 Prozent auf rund 75 Prozent steigen. Das hatte die Landesregierung am 27. Mai beschlossen und bekanntgegeben.

Nach Auffassung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kommt die Öffnung der Kitas nach Pfingsten und eine Woche später der Grundschulen zu früh. Die Gesundheit des pädagogischen Personals und der Lehrkräfte sei gefährdet, schrieb die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke in einem Offenen Brief an Ministerpräsident Daniel Günther (CDU).

Spanien will Quarantäne für Einreise schon eher aufheben

16.35 Uhr: Das Urlaubsland Spanien will die wegen der Corona-Krise angeordnete Zwangsquarantäne für aus dem Ausland Eingereiste schon zum 21. Juni aufheben. Die Grenzen werde man für Touristen aber wie angekündigt erst am 1. Juli öffnen, erklärte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Sonntag in Madrid. Im Juli wolle man „in Spanien viele ausländische Touristen mit Sicherheitsgarantien für die Besucher und auch für die gesamte Bevölkerung begrüßen“.

16.05 Uhr: Erstmals seit März hat es in Schweden innerhalb von 24 Stunden keinen neuen Todesfall im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 gegeben. Dies teilte die nationale Gesundheitsbehörde am Sonntag mit. Insgesamt starben in dem skandinavischen Land nach amtlichen Angaben infolge der Pandemie seit dem 11. März annähernd 4400 Menschen. Etwa 37.500 Menschen haben sich infiziert.

Die relativ hohe Zahl – gemessen an zehn Millionen Einwohnern – sei vor allem auf Infektionen in Pflegeheimen in und um die Hauptstadt Stockholm zurückzuführen, heißt es. Anders als in vielen anderen Ländern hat Schweden Schulen und Kindergärten nicht geschlossen. Die Bürger wurden lediglich gebeten, Abstand zu halten und sich immer wieder die Hände zu waschen.

Corona-Warn-App: Entwickler legen Code offen

14.55 Uhr: Jeder Dritte will laut einer aktuellen Umfrage die in Deutschland geltende Maskenpflicht abschaffen – oder zumindest lockern. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Vier von fünf Deutschen halten sich nach eigenen Angaben immer an die Maskenpflicht, 13 Prozent der Befragten zumindest teilweise. Ältere halten sich eher die Regeln als Jüngere. Hier erfahren Sie mehr zu der Maskenpflicht-Umfrage.

14.19 Uhr: Die Entwickler der Corona-Warn-App des Bundes haben den kompletten Programmcode der lange erwarteten Anwendung offengelegt. „Über Pfingsten haben wir alle restlichen, noch nicht veröffentlichten Quellcodes für die App auf der Entwickler-Plattform GitHub publiziert“, erklärten Sprecher der Deutschen Telekom und der SAP AG. Damit seien alle Codes der vollständigen App für die Experten-Community einsehbar.

Damit lösen die beiden Konzerne ihr Versprechen ein, die Tracing-App möglichst transparent zu entwickeln. In dem Open-Source-Projekt hätten sich bislang über 65.000 freiwillige Software-Experten die bereits veröffentlichten Quellcodes angesehen und eigene Vorschläge für Verbesserungen gemacht. „Dieses Engagement ist herausragend und das klare Zeugnis einer lebendigen Software-Engineering-Kultur in Deutschland“, heißt es in der Erklärung. Lesen Sie mehr: Corona-Warn-App nimmt Formen an – So soll sie funktionieren

Mit der App sollen die Nutzer eine persönliche „Risikostufe für eine Infektion“ ermitteln können. Dazu sendet die App anonymisierte Kurzzeit-Identifikationsnummern via Bluetooth aus, die von anderen App-Anwendern in der Nähe empfangen werden können. Wird ein Nutzer positiv auf Covid-19 getestet und dieser Status in der App erfasst, werden die anderen betroffenen Anwender darüber informiert werden, dass sie sich in der Vergangenheit in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten haben.

Zahl der Corona-Fälle steigt in Russland auf über 400.000

12.27 Uhr: In Russland ist die Zahl der Corona-Infizierten kurz vor geplanten größeren Lockerungen auf über 400.000 gestiegen. Die amtliche Statistik wies am Sonntag 9268 neue Fälle aus. Die Gesamtzahl stieg damit auf 405 843, darunter nach offiziellen Angaben 4693 Todesfälle. Ungeachtet massiv steigender Zahlen beginnt an diesem Montag in Russland eine größere Lockerungswelle. Erstmals seit mehr als zwei Monaten Ausgangssperre sind in Moskau - Europas größter Stadt - wieder Spaziergänge an einzelnen Tagen und Frühsport im Freien erlaubt. Verschärft wird allerdings der Maskenzwang.

Mund- und Nasenschutz sind dann nicht mehr nur in öffentlichen Räumen und Verkehrsmitteln Pflicht, sondern auch auf der Straße. In der russischen Hauptstadt werden erstmals wieder Geschäfte und Einkaufszentren sowie Dienstleistungsbetriebe wie Reparaturwerkstätten und Reinigungen unter strengen Hygienevorschriften geöffnet. Dadurch können 300.000 Menschen wieder zur Arbeit. Friseure und Gaststätten bleiben geschlossen.

Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln sind weiter nur mit einem von der Stadt ausgegebenen elektronischen Passierschein erlaubt. Zudem ist das Tragen von Handschuhen vorgeschrieben. Auch in vielen anderen Teilen Russlands sind massive Lockerungen geplant. Kremlchef Wladimir Putin hatte trotz immer neuer Höchststände bei den Todes- und Infektionszahlen erklärt, dass sich die Lage stabilisiert habe. Vor allem der Druck seitens der Wirtschaft war groß, Produktion und Handel wieder zuzulassen.

11.45 Uhr: Bei einem der rund 200 Passagiere aus Deutschland, die am Samstag mit einer Sondermaschine in der chinesischen Stadt Tianjin eingetroffen sind, ist das Coronavirus nachgewiesen worden. Obwohl die Insassen vor dem Abflug in Frankfurt getestet worden waren, fiel eine weitere Untersuchung nach der Ankunft bei einem 34-Jährigen positiv aus, wie die städtische Gesundheitskommission am Sonntag berichtete. Der Ingenieur habe keine Symptome und sei zur Beobachtung in eine zentrale Quarantäneeinrichtung gebracht worden.

Der Flug war die erste Rückholaktion für in China tätige Manager, Techniker und andere Vertretern der deutschen Wirtschaft sowie deren Familienangehörige. Auch vier deutsche China-Korrespondenten waren an Bord. Nachdem China Ende März die Grenze für Ausländer dicht gemacht hatte, waren sie alle in Deutschland gestrandet.

Ein Großteil der Passagiere war nach Ankunft am Samstag ohnehin für 14 Tage zur Quarantäne in einem Hotel in Tianjin untergebracht worden. Je nach Zielort in China, für die lockerere Bestimmungen herrschen, konnten einige allerdings direkt weiterreisen. Am Mittwoch ist ein weiterer Flug nach Shanghai geplant. Rund 2000 bis 2500 Personen hatten bei einer Umfrage der Handelskammer ihr Interesse bekundet, wieder nach China zurückzukehren.

Habeck kritisiert Merkel: Autorität „auf fast tragische Weise zerstört“

09.56 Uhr: Grünen-Chef Robert Habeck wirft der Bundesregierung schwere Versäumnisse in der Corona-Politik vor und sieht die Autorität der Kanzlerin zerstört. „Auf fast tragische Weise haben einzelne Ministerpräsidenten ihre Autorität zerstört, weil sie vorgeprescht und ohne Abstimmung eigene Wege gegangen sind“, sagte Habeck dem „Tagesspiegel“ vom Sonntag. Es sei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) „zuletzt nicht mehr gelungen, den Sinn der Entbehrungen und Einschränkungen zu erklären“.

Die Bundesregierung habe ein Machtvakuum aufkommen lassen, viele Bundesländer hätten deshalb ihr Heil in eigenen Entscheidungen gesucht. „Dadurch wurde Vertrauen verspielt“, kritisierte Habeck. Der Grünen-Chef warf der Regierung zudem vor, die Instrumente für eine zielgerichtete Bekämpfung des Virus zu lange nicht auf den Weg gebracht zu haben. „Auf die Corona-App, die für Ostern versprochen war, warten wir noch immer, noch immer ist nicht klar, wer wirklich für die Pandemiewirtschaft verantwortlich ist“, sagte er der Zeitung.

Habeck äußerte Zweifel daran, dass die Kanzlerin noch die Kraft für mutige Entscheidungen in der Klimapolitik aufbringen könne. Die Europäische Kommission habe gerade eine sehr gute Biodiversitätsstrategie vorgestellt, die Klima- und Artenschutz in der Landwirtschaft voranbringen würde. „Die Kanzlerin müsste das zu einem zentralen Ziel der deutschen Ratspräsidentschaft machen“, forderte der Grünen-Chef. „Wir werben dafür, aber ich bezweifle, dass sie den Mut hat, sich gegen die Widerstände in den eigenen Reihen durchzusetzen.“ Dabei seien die Deutschen viel weiter, als Angela Merkels Partei denke.

07.54 Uhr: Der Städte- und Gemeindebund hat vor schwerwiegende Folgen gewarnt, sollten die Kommunen bei dem geplanten Konjunkturpaket nicht ausreichend berücksichtigt werden. „Nichts wäre schädlicher, als wenn die Städte jetzt in der Krise ihre Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger einschränken oder sogar ganz abschaffen müssten“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg unserer Redaktion. „Das geplante Konjunkturpaket muss deshalb unbedingt auch ein kommunales Element enthalten.“ Damit könnten die Städte und Gemeinden in den Sommerferien Schulen und Kindergärten renovieren, auch um den Hygieneanforderungen besser gerecht zu werden.

Die Sorgen vieler Menschen führten zu Konsumzurückhaltung, so Landsberg. „Deswegen sind jetzt Hoffnungssignale nötig, die vor Ort bei den Menschen ankommen und Mut machen.“ Dazu gehöre auch ein Rettungsschirm für Kommunen, mit dem diese die erheblichen Gewerbesteuerausfälle ausgleichen könnten. Nach derzeitiger Schätzung würden sie „allein für das laufende Jahr rund 11,8 Milliarden betragen“.

Giffey verlangt klare Erkenntnisse zum Infektionsrisiko bei Kindern

07.17 Uhr: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat gesicherte Erkenntnisse zum Infektionsrisiko von Kindern mit dem Coronavirus bis zum Ende der Sommerferien verlangt. „Ich halte es für notwendig, dass spätestens zum Ende der Sommerferien mehr Ergebnisse vorliegen“, sagte Giffey der „Bild am Sonntag“.

„Normale Betreuung und voller Unterricht gehen nicht mit der 1,5-Meter-Abstandsregel“, sagte die Ministerin. Notwendig seien deshalb gesicherte Erkenntnisse über das Infektionsrisiko, sowohl für die Kinder als auch für die Lehrer und Erzieher.

Giffey kündigte an, zusammen mit dem Deutschen Jugendinstitut ein Kita-Register aufzubauen, das wöchentlich aktualisiert werde. Das Robert-Koch-Institut teste überall dort, wo es Auffälligkeiten gebe, zusätzliche Antikörpertests ermittelten, wie viele Kinder das Virus schon hatten. „Wenn wir zuverlässig wissen, dass Kinder das Virus weniger verbreiten, würde es auch für Personal mit Risikofaktoren leichter sein, wieder in den Job zurückzukehren“, sagte Giffey.

06.43 Uhr: Die Zahl der Todesopfer durch das neuartige Coronavirus steigt in Brasilien weiter steil an. Am Samstag (Ortszeit) stieg die Zahl der Corona-Toten nach Behördenangaben auf fast 29.000. Das Land steht damit jetzt weltweit bei der Zahl der Todesopfer an vierter Stelle. Binnen 24 Stunden wurden zudem mehr als 33.270 neue Infektionen registriert - ein neuer Tagesrekord.

Insgesamt liegt die Zahl der nachgewiesenen Infektionen in Brasilien jetzt bei knapp 500.000, die zweithöchste Fallzahl weltweit nach den USA.

Experten gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Corona-Infektionen in Brasilien bis zu 15-mal höher ist als die offizielle Statistik angibt, da bislang nicht flächendeckend auf das Virus getestet wird.

Mehr als sechs Millionen Corona-Fälle weltweit

04.46 Uhr: Trotz Corona-Beschränkungen fühlen sich nach einer Umfrage die meisten Menschen in ihrem autonomen Handeln nicht stark eingeschränkt: Nur 24 Prozent der Befragten gaben an, sie seien darüber frustriert, in ihrer Freiheit beschränkt zu sein, sagte Michaela Brohm-Badry von der Universität Trier, die Leiterin des Forschungsprojekts, der Deutschen Presse-Agentur. Rund zwei Drittel (63 Prozent) der Befragten sahen sich demnach als nach wie vor voll autonom handelnd an. „Das Ergebnis hat uns überrascht. Wir hatten höheren Frust erwartet.“

Dass die Beschränkungen nicht so stark als solche empfunden werden, habe einen Grund: Wenn Menschen sie als notwendig verstehen würden, könnten sie sie besser akzeptieren, sagte Brohm-Badry, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Positiv-Psychologische Forschung ist. Möglicherweise sei es den politischen Vertretern gelungen, diese Einsichtsfähigkeit zu aktivieren.

In dem Projekt wird über einen längeren Zeitraum untersucht, wie Menschen in und nach Corona-Zeiten mit ihren Grundbedürfnissen zurechtkommen - und was ihnen besonders wichtig ist. Nach einer ersten bundesweiten Online-Befragungsrunde von Ende April bis Mitte Mai habe sich zudem gezeigt, dass Beziehungen fürs Wohlbefinden derzeit die wichtigste Rolle spielten: 94 Prozent der Befragten gaben demnach an, mit ihren Beziehungen in ihrem direkten Umfeld zufrieden zu sein. In der ersten Runde wurden 422 Erwachsene befragt.

01.04 Uhr: Mehr als sechs Millionen Menschen weltweit haben sich seit Beginn der Pandemie nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Das ging am Samstagabend (Ortszeit) aus Daten der John-Hopkins-Universität in Baltimore hervor. Weltweit gestorben sind demnach bisher knapp 370.000 Menschen in Verbindung mit der Lungenkrankheit Covid-19. Die meisten Infizierten (knapp 1,8 Millionen) und Todesfälle (über 100.000) in der Corona-Pandemie verzeichneten zuletzt die USA.

Brasilien hat in absoluten Zahlen die zweitmeisten Infizierten (498.440), Russland kommt auf Platz drei (396.575). Die zweithöchste Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus meldete zuletzt Großbritannien (38.458), an dritter Stelle steht Italien (33.340).

Die Webseite der Forscher der Johns-Hopkins-Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand bestätigter Infektionen als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen der Universität zuletzt allerdings auch wieder nach unten korrigiert.

Samstag, 30. Mai: Reproduktionszahl steigt über 1 – Merkel dankt Bevölkerung in wöchentlichem Video-Podcast

21.49 Uhr: Die Luftwaffe holt erstmals an Covid-19 erkrankte deutsche Polizisten aus dem Ausland zurück - sie kommen aus NRW. Ein Airbus A400 startete am Samstag Richtung Afghanistan, wie der „Spiegel“ berichtete. Das Transportflugzeug mit medizinischem Personal an Bord soll nach einer Zwischenlandung im nordafghanischen Masar-i-Scharif am Sonntag in der afghanischen Hauptstadt Kabul ankommen. Die Rückkehr sei für den Sonntagabend geplant, sagte eine Sprecherin der Luftwaffe der Deutschen Presse-Agentur.

19.04 Uhr: Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, liegt nach aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts vom Samstag bei 1,03 (Datenstand 30.5. 0 Uhr; Vortag: 0,85). Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Mittel mehr als acht weitere Personen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert (Datenstand 30.5. 0 Uhr) bei 0,95 (Vortag: 0,85). Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Corona: Geringerer Zulauf bei Demonstrationen

18.08 Uhr: Spanien will im Rahmen eines Pilotprojekts bereits vor Juli wieder deutsche, französische und skandinavische Touristen ins Land lassen. Das Pilotprojekt solle nach derzeitigem Stand die Inselgruppen der Balearen und der Kanaren umfassen, teilte das Tourismusministerium am Samstag in Madrid mit.

Dort könnten die derzeit geltenden Einreisebeschränkungen bereits ab dem 22. Juni gelockert werden. Möglicherweise würden auch weitere Regionen wie Andalusien oder Katalonien in das Projekt aufgenommen. Urlaub im Ausland: In diese Länder können Sie reisen

17.17 Uhr: Nach weiteren Lockerungen der Corona-Auflagen haben in Berlin Proteste gegen die Maßnahmen eher geringen Zulauf gefunden. Die Teilnehmerzahlen bis Samstagnachmittag bewegten sich deutlich unter den angekündigten Werten, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage. Die Lage sei weitestgehend ruhig geblieben, zu vielen Demos seien um die 50 Menschen gekommen. Es sei eine „bunte Mischung“ aus Demos gegen die Maßnahmen zur Corona-Eindämmung und Gegenprotesten, im Einsatz seien rund 550 Polizisten.

Coronavirus: Angela Merkel kündigt Konjunkturprogramm an

16.05 Uhr: Nach einem sprunghaften Anstieg der Infektionen im Kreis Sonneberg in Thüringen sollen die Corona-Beschränkungen dort vorerst nicht weiter gelockert werden. Das teilte der Krisenstab des Landratamtes am Samstag mit. In einer Seniorenresidenz hatten sich mehrere Bewohnende und Pflegekräfte mit dem Coronavirus infiziert. Auch eine Mitarbeiterin eines ambulanten Pflegedienstes und eine Erzieherin waren positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Kindergarten, in dem letztere arbeitet, wurde bereits geschlossen.

Die Zahl der Infizierten im Kreis Sonneberg stieg nach drei neu gemeldeten Fällen am Samstag auf 247 – und damit über die Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnende.

15.50 Uhr: Angela Merkel (CDU) hat ein Konjunkturprogramm mit den Schwerpunkten Innovation und Nachhaltigkeit angekündigt, das in der nächsten Woche beschlossen werden soll. Es soll „der Wirtschaft helfen, wieder Tritt zu fassen und zu wachsen“, so die Kanzlerin am Samstag.

Am Dienstag sollen sich die Spitzen der Koalition im Kanzleramt treffen. Im Gespräch sind etwa ein Familienbonus von 300 Euro pro Kind sowie Steuererleichterungen für Unternehmen, aber auch für Privatleute.

15 Uhr: Nachdem US-Präsident Donald Trump am Freitag den Bruch der USA mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verkündet hat, gibt es scharfe Kritik. Außenminister Heiko Maas (SPD) bezeichnete die Entscheidung von Trump gegenüber unserer Redaktion als „das falsche Signal zur falschen Zeit“. Zur Bewältigung der Corona-Pandemie „brauchen wir weltweite Kooperation statt nationaler Alleingänge“, sagte Maas.

„Wir brauchen eine geeinte und solidarische Antwort aller Staaten und der Vereinten Nationen, mit einer starken WHO im Zentrum“, so der SPD-Politiker. Maas kündigte intensive Gespräche in Washington an, um die US-Regierung von diesem Ansatz überzeugen.

Die Zahl der Infizierten weltweit steige weiter und die Krise greife auf immer neue Länder über, warnte Maas. „Wir können nicht mitten in der Sturmflut den Deich einreißen und einen neuen bauen.“ Es sei richtig, Lehren aus dem Umgang mit der Corona-Pandemie zu ziehen und die notwendigen Reformen der anzugehen, fügte der Außenminister hinzu. „Dieser Aufgabe wollen wir uns zum geeigneten Zeitpunkt stellen.“

Die WHO selbst hat sich noch nicht zu Trumps Verkündung geäußert. Hintergrund: Trump kündigt Ende der Zusammenarbeit mit WHO an.

Thüringen will Kontaktbeschränkungen aufweichen

14.22 Uhr: Mitte Mai war der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) ohne Mundschutz bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen – und von einem Bürger angezeigt worden. Die Staatsanwaltschaft traf nun eine Entscheidung. Lesen Sie: Kein Strafverfahren gegen den CDU-Politiker.

13.50 Uhr: Thüringen will Mitte Juni das wegen der Pandemie verhängte Kontaktverbot lockern. Es soll in einer neuen Corona-Verordnung nur noch als Empfehlung gelten, so der Sprecher des Gesundheitsministeriums am Samstag. Wenn sich mehr als zwei Haushalte treffen, kann dies demnach nicht mehr mit Bußgeldern belegt werden. Der Mindestabstand von 1,5 Metern und ein Mundschutz im öffentlichen Verkehr sollen aber beibehalten werden.

Bund und Länder hatten sich zuletzt darauf geeinigt, die Kontaktbeschränkungen bis zum 29. Juni zu verlängern.

12.49 Uhr: Eine Infektion mit dem Coronavirus erhöht das Sterberisiko bei einer Operation. Das ergab eine internationale Studie des Forschungsnetzwerks CovidSurg Collaborative, an der auch das Universitätsklinikum Tübingen beteiligt war.

Der Studie zufolge haben mit dem Coronavirus Infizierte wesentlich schlechtere Ergebnisse als Patienten ohne die Infektion: Insgesamt betrug die Sterblichkeit während der ersten 30 Tage nach der Operation 23,8 Prozent.

11.42 Uhr: In Göttingen haben sich bei privaten Feiern offenbar mehrere Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Eine genaue Zahl teilte das zuständige Gesundheitsamt nicht mit, bei den zu ermittelnden Kontaktpersonen handele es sich aber um eine Zahl „im dreistelligen Bereich“. Bei den Betroffenen handele es sich um Mitglieder diverser Großfamilien, darunter 57 Kinder und Jugendliche. Ihre Schulen seien bereits informiert worden.

Bildungsministerin Karliczek will vollen Unterricht nach den Sommerferien

11.33 Uhr: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat die Bundesländer dazu aufgefordert, nach den Sommerferien in allen Schulen wieder vollen Unterricht anzubieten. „Jede Schule in jedem Land muss sich ein Ziel setzen: Nach den Ferien muss überall ein strukturierter Unterricht angeboten werden - und zwar so, dass möglichst ein volles Schulprogramm gewährleistet ist“, sagte Karliczek in der Samstagsausgabe der „Rheinischen Post“.

Der Schulbetrieb solle mit einer Mischung aus Präsenz- und Digital-Unterricht laufen. Über die Sommerferien könnten Schulen zudem zusätzlichen Raum schaffen, in dem etwa Container aufgestellt werden. Der Corona-Shutdown verschlimmere sonst womöglich die Chancenungleichheiten im Schulsystem, so Karliczek.

11.04 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich am Samstag erneut in einer Videobotschaft an die Bevölkerung gewandt und sich für die Besonnenheit in der Corona-Krise bedankt: „Wir haben diese Prüfung bisher recht gut bestanden“, sagte Merkel darin. „Wir alle zusammen, eine überwältigende Mehrheit der Menschen in unserem Land, haben uns von Vorsicht, Vernunft und Verantwortung für andere leiten lassen.“ Durch die gemeinsame Leistung habe man sich in Deutschland „viel erspart“.

Gleichzeitig warnte die Kanzlerin davor, die Risiken zu unterschätzen: „Mancher glaubt jetzt, weil das große massenhafte Leid nicht eingetreten ist, sei auch die Gefahr wohl nie so groß gewesen. Was für ein Irrtum!“ Merkel appellierte an die Rücksicht: Weiterhin habe es jeder und jede weitgehend selbst in der Hand, die Gesellschaft vor Schlimmerem zu bewahren.

Bundeskanzlerin Merkel in ihrer Videoansprache

Angst vor Ansteckung in Arztpraxen laut Spahn „unbegründet“

10.48 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ruft die Bevölkerung dazu auf, bei gesundheitlichen Beschwerden weiterhin Ärzte und Ärztinnen aufzusuchen. Gemeinsam mit der kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Krankenhausgesellschaft schreibt Spahn, viele Menschen hätten offenbar Angst, sich in der Praxis anzustecken. „Das ist unbegründet! Das Risiko ist sehr gering“, heißt es in dem Appell.

8.51 Uhr: Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hat vor einer Kaufprämie für Autos mit Verbrennungsmotor gewarnt. Diese würde „den fossilen Status-Quo weiter subventionieren“, sagte Hofreiter unserer Redaktion: „Das ist weder klima- noch wirtschaftspolitisch zu rechtfertigen.“ Die Zukunft dieser Branche liege in emissionsfreien Antrieben.

Dagegen verlangte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (ebenfalls Grüne), im Rahmen eines Konjunkturprogramms auch Autos mit Verbrennungsmotor zu fördern. „Man kann eine Branche nicht hochziehen, wenn man nur einen kleinen Teil ihrer Produkte fördert. Im ersten Quartal haben Elektroautos gerade mal 3,9 Prozent ausgemacht“, sagte er unserer Redaktion. Kretschmann sprach sich für eine Kaufprämie aus, die für elektrische Fahrzeuge höher ausfalle als für „moderne, emissionsarme Verbrenner“. Dieses Modell befürworteten auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und der niedersächsische Regierungschef Stephan Weil (SPD).

Hofreiter indes forderte einen „Zukunftspakt für die Autoindustrie“. Dazu gehörten Investitionsförderung, Qualifizierung und „Kaufanreize für den Markthochlauf neuer klimaneutraler Technologien“. Zugleich müssten umweltschädliche Subventionen wie das Dieselprivileg nach der Krise abgebaut werden.

7.46 Uhr: Die Wiedereinführung von Schulunterricht ohne Abstandsregeln in der Corona-Krise ist nach Auffassung des Kieler Infektionsmediziners Helmut Fickenscher gerade vor den Sommerferien ein guter Zeitpunkt. „Die bisher erfolgreiche Eindämmung des Virus macht dies vertretbar und man kann in den wenigen Wochen bis zu den Ferien Erfahrungen sammeln, bei Gefahrensituationen gegensteuern und hat die langen Ferien als zeitlichen Sicherheitspuffer“ sagte Fickenscher.

„Das ist besser, als nach den Ferien ohne eine solche Erprobungsphase ins neue Schuljahr ohne Abstandsregeln zu starten und dann möglicherweise in schwierige Situationen zu kommen.“Außerdem könnten die kleinen Klassengruppen gut voneinander getrennt werden, sagte Fickenscher. Er ist Direktor des Instituts für Infektionsmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein und Präsident der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten.

7.31 Uhr: Volkswirte führender deutscher Finanzinstitute befürchten erhebliche und nachhaltige Auswirkungen der Corona-Krise auf Arbeitsmarkt und Konjunktur. „Ich erwarte im Mai einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosen von saisonbereinigt 180.000“, sagte Katharina Utermöhl von der Allianz in einer Umfrage. Damit wären in nur zwei Monaten 500.000 Jobs verloren gegangen. „Die gesamte positive Entwicklung der vergangenen fünf Jahre auf dem Arbeitsmarkt würde dann ausradiert“, sagte Utermöhl.

„Der Arbeitsmarkt in Deutschland hat heftig auf den Ausbruch der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Lockdown reagiert“, sagte Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). „Täuschen die Vorzeichen nicht, wird die Arbeitslosenquote bereits im Mai auf über sechs Prozent steigen, die Zahl von drei Millionen rückt näher. So hoch war sie zuletzt 2016.“ Angesichts von zehn Millionen Menschen, für die Kurzarbeit beantragt wurde, drohe eine weitere Welle.

„Springt die Konjunktur nicht rechtzeitig und kräftig genug an, wird für viele von ihnen der Weg von der Kurzarbeit direkt in die Arbeitslosigkeit führen.“ Vor allem das Gastgewerbe und der Einzelhandel seien gefährdet, sagte Niklasch.

Fast 28.000 Tote in Brasilien – Präsident lehnt Schutzmaßnahmen weiter ab

3.06 Uhr: In Brasilien sind 1124 weitere Patienten und Patientinnen im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Damit stieg die Zahl der Corona-Opfer in dem größten Land Lateinamerikas auf 27 878, wie das brasilianische Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte. Laut der Johns-Hopkins-Universität in den USA überholte Brasilien damit Spanien und rückte auf den fünften Platz der Länder mit den meisten Corona-Toten.

Insgesamt haben sich in Brasilien bislang 465.166 Menschen nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Brasiliens rechtspopulistischer Präsident Jair Bolsonaro hält die Lungenkrankheit Covid-19 für eine „leichte Grippe“ und lehnt Schutzmaßnahmen ab. Er befürchtet, dass ein Lockdown der Wirtschaft des Landes schaden könnte. Allerdings haben eine Reihe von Bundesstaaten Ausgangsbeschränkungen verhängt und Betriebe geschlossen, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen.

1.02 Uhr: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat die Lockerungspläne seines thüringischen Amtskollegen Bodo Ramelow (Linke) kritisiert und ein einheitliches Vorgehen der Länder in der Corona-Krise angemahnt. „Von dem Vorstoß des Kollegen Ramelow halte ich wenig“, sagte Kretschmann unserer Redaktion. „Die Chefs der Staatskanzleien haben sich mit dem Bundeskanzleramt darauf geeinigt, dass die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden – mindestens bis Ende Juni. Daran sollte sich auch Thüringen gebunden fühlen.“

Das einheitliche Vorgehen sei im Vergleich zum Beginn der Pandemie „etwas verloren gegangen“. Kretschmann warnte: „Wenn jedes Land seinen eigenen Weg geht, nimmt die Akzeptanz in der Bevölkerung ab.“ Bund und Länder hatten sich am Dienstag darauf verständigt, die Kontaktbeschränkungen bis zum 29. Juni zu verlängern.

Die Vereinbarung sieht vor, dass die Länder den Aufenthalt im öffentlichen Raum mit bis zu zehn Personen oder den Angehörigen zweier Haushalte gestatten können. Thüringen hatte sich aber abweichende Regelungen offen gehalten. Ministerpräsident Ramelow sprach sich für eine neue Strategie aus, wonach es keine vom Land einheitlich verordneten Corona-Beschränkungen mehr geben sollte. Hier lesen Sie das ganze Gespräch unserer Redaktion mit Winfried Kretschmann.

01.01 Uhr: Die durch die Corona-Krise schwer angeschlagene Lufthansa will Auflagen der EU-Kommission für das geplante milliardenschwere Rettungspaket der Bundesregierung annehmen. Wie der Konzern in der Nacht zu Samstag mitteilte, beschloss der Vorstand, einen zuvor zwischen Berlin und Brüssel ausgehandelten Kompromiss zu akzeptieren. Demnach muss die Lufthansa Start- und Landerechte an den Flughäfen Frankfurt und München an Wettbewerber abgeben.

Mehr lesen: Lufthansa akzeptiert EU-Auflagen für Milliarden-Hilfspaket

Freitag, 29. Mai: Söder zeigt Hassbrief auf Twitter – Deutscher Einzelhandel: Rekord-Umsatztief erreicht

22.15 Uhr: In der Debatte über Wiederaufbauhilfen in der Corona-Krise darf die EU nach Meinung von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller die globale Perspektive nicht außer Acht lassen. „Bisher hat Brüssel noch keinen zusätzlichen Euro zur Bekämpfung der Corona-Krise in Entwicklungsländern investiert“, sagte der CSU-Politiker der Münchner „Abendzeitung“. Auch die jüngsten Vorschläge für ein Wiederaufbauprogramm richteten sich nur nach innen. „Das 750-Milliarden-Programm der EU muss dringend eine

Nothilfe-Komponente für unsere Nachbarregionen in Afrika und zur Stabilisierung der Flüchtlingsgebiete um Syrien enthalten“, fordert Müller.

Auch Virologe Hendrick Streeck bekam Drohschreiben

18.06 Uhr: Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hat offenbar das gleiche Drohschreiben erhalten wie bereits sein Kollege Christian Drosten, SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach und der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU). „Ich habe auch Flüssigkeiten geschickt bekommen, auf denen stand, dass ich sie doch trinken solle, damit ich immun werde“, sagte Streeck der Düsseldorfer „Rheinischen Post“

16.56 Uhr: Sammelunterkünfte für Asylbewerber sind nach einer Studie besonders gefährdet, zu Hotspots für Corona-Infektionen zu werden. Wird in einer Unterkunft eine Infektion festgestellt, ergibt sich statistisch für 17 Prozent der anderen Bewohner ein Ansteckungsrisiko, wie aus der am Freitag veröffentlichten Untersuchung der Universität Bielefeld hervorgeht. In einigen Einrichtungen habe das Ansteckungsrisiko weit höher gelegen.

Coronavirus: Wissenschaftler empfehlen dezentrale Unterbringung

Ausgewertet wurden den Angaben zufolge öffentlich verfügbare Daten aus elf Bundesländern und 42 Aufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete. In den betroffenen Unterkünften seien von den 9.785 Geflüchteten 1.769 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Problematisch sei die große räumliche Nähe der Menschen in den Eichrichtungen.

Zur Prävention empfehlen die Wissenschaftler eine dezentrale Unterbringung. In zentralen Aufnahmeeinrichtungen sollten Flüchtlinge zumindest in Einzelzimmern oder in kleinen Wohneinheiten leben. Dies sei auch im Interesse der öffentlichen Gesundheit, um eine rasche Ausbreitung des Virus zu verhindern.

16.33 Uhr: Österreich gibt Mitte Juni die Maskenpflicht weitgehend auf – als Grund nannte Bundeskanzler Sebastian Kurz die niedrigen Corona-Infektionszahlen der letzten Wochen. Wenn die Grenzen zu Deutschland und anderen Nachbarländern am 15. Juni wieder geöffnet werden, muss in der Öffentlichkeit bis auf wenige Ausnahmen auch kein Mund-Nasen-Schutz mehr getragen werden.

Innerhalb von 24 Stunden gab es nach Regierungsangaben lediglich 27 Neuinfektionen in Österreich. Masken müssen ab 15. Juni nur noch in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Apotheken, Praxen und Kliniken aufgesetzt werden. Ebenso sei dies bei Mitarbeitern im Dienstleistungsgewerbe nötig, wo der Mindestabstand von einem Meter nicht immer eingehalten werden könne, sagte Kurz. Als Beispiele nannte er Friseure und die Gastronomie. Österreich hatte als eines der ersten Länder in Europa Anfang April die Maskenpflicht eingeführt. Die Sperrstunde in der Gastronomie wird zum 15. Juni zudem um zwei Stunden bis 1.00 Uhr ausgeweitet.

16.26 Uhr: Griechenland öffnet ab dem 15. Juni die Flughäfen Athen und Thessaloniki für Touristen aus dem Ausland. Reisende aus insgesamt 29 Ländern, darunter aus Deutschland, dürfen in rund zwei Wochen wieder per Flugzeug anreisen, wie das Tourismusministerium am Freitag mitteilte. Regierungschef Kyriakos Mitsotakis hatte bereits am 20. Mai angekündigt, dass Griechenland ab dem 15. Juni seine Touristensaison wieder eröffnen will.

Internationale Flüge sollten eigentlich ab dem 1. Juli schrittweise wieder aufgenommen werden. Zu den 29 Ländern, aus denen Touristen wieder nach Griechenland einfliegen können, zählen 15 Länder der EU und die benachbarten Balkanstaaten. Auch aus Australien, Neuseeland, Japan, China, Südkorea Israel und dem Libanon dürfen die Gäste wieder kommen. In Griechenland waren am 23. März wegen der Corona-Pandemie strikte landesweite Ausgangsbeschränkungen in Kraft getreten. Schrittweise kehrt das Land nun zur Normalität zurück.

15.04 Uhr: Angesichts der Ungewissheit über die Aufhebung der Reisewarnung haben erste Veranstalter den Stopp von Flugreisen verlängert. Schausinsland-Reisen sagte am Freitag alle Flugreisen bis 26. Juni ab. Bislang habe die Bundesregierung offen gelassen, ob, für welche Länder und unter welchen konkreten Bedingungen die weltweite Reisewarnung ab dem 15. Juni 2020 aufgehoben werden könne, erläuterte der Veranstalter am Freitag.

Zudem gebe es in einigen Zielgebieten noch behördliche Einschränkungen oder Sperrung von relevanten Flugverbindungen. Die Reisen würden storniert. Kunden haben die Wahl zwischen Gutschein und Rückerstattung des Geldes. Zuvor hatte bereits Alltours alle Flugreisen bis einschließlich 25. Juni gecancelt .Die Bundesregierung bereitet derzeit ein Ende der weltweiten Reisewarnung für Touristen ab dem 15. Juni für 31 europäische Staaten vor, wenn die Entwicklung der Corona-Pandemie es zulässt. Bedenken gegen eine zu schnelle Entscheidung waren vor allem aus Bayern laut geworden.

Söder erhält Hassbrief: „Hass und Hetze nehmen zu“

14.38 Uhr: Für seinen politischen Kurs im Kampf gegen das Corona-Virus wurde CSU-Chef Markus Söder bereits persönlich bedroht und angefeindet. „Hass und Hetze nehmen zu“, schrieb der bayerische Ministerpräsident am Freitag auf Twitter und postete dazu das Foto eines an ihn adressierten Briefumschlags samt Inhalt.

Neben einem kleinen Reagenzglas liegt ein Zettel auf dem „2019-nCoV“ „positiv“ steht und auf einem zweiten Zettel der Satz „trink das - dann wirst du immun“. Söder verwies in seiner Mitteilung auf ähnliche Drohungen gegen den Virologen Christian Drosten und den SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach: „Auch ich erhielt am 25.5. so einen Umschlag. Verschwörungstheoretiker schüren ein gefährliches Klima. Das dürfen wir nicht zulassen. Die Politik muss Haltung zeigen und die Stimme der Vernunft sein.“

13.53 Uhr: Russland hat einen Höchststand an neuen Corona-Todesfällen verzeichnet: Binnen 24 Stunden seien 232 Menschen an den Folgen einer Ansteckung mit dem Coronavirus gestorben, meldeten die Gesundheitsbehörden am Freitag. Die Zahl der Todesfälle insgesamt stieg demnach auf 4374. Mit 8572 lag die Zahl der Neuinfektionen demnach wie schon seit sechs Tagen stabil unter der Marke von 9000 - davon wurden allein rund 2300 aus Moskau gemeldet. Die Gesamtzahl der Infektionen stieg auf 387.623 Fälle.

Nach wiederholten Manipulationsvorwürfen veröffentlichten die Behörden der von der Pandemie besonders schwer betroffenen russischen Hauptstadt erstmals Details der Sterbestatistik aus dem vergangenen Monat. Demnach starben 636 Menschen im April an Covid-19. 756 weitere Patienten hatten sich nach Angaben der Moskauer Gesundheitsbehörde zwar nachweislich mit dem Virus infiziert, starben demnach aber „an anderen Ursachen“. Bei 360 dieser Fälle habe das Virus aber „sehr wahrscheinlich“ entscheidend zu den Komplikationen der Vorerkrankungen von Patienten beigetragen. Darüber hinaus sei bei 169 Todesfällen nachträglich eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden.

13.09 Uhr: Erneut ist in den Niederlanden ein Schlachthof nach einem Corona-Ausbruch geschlossen worden. 21 Mitarbeiter waren positiv auf das Corona-Virus getestet worden, teilten die Behörden am Freitag in Helmond im Südosten des Landes nahe der deutsche Grenze mit.

Die Gesundheitsbehörden hatten als Stichprobe zunächst 130 der insgesamt 1700 Mitarbeiter getestet, nachdem Anfang der Woche bereits einige Infektionsfälle festgestellt worden waren. Es bestehe die Gefahr, dass der Schlachthof ein Ansteckungsherd sei oder werden könne, heißt es in der Erklärung. Die infizierten Mitarbeiter sowie ihre Mitbewohner wurden in ein Hotel gebracht und müssen dort zwei Wochen in Quarantäne bleiben.

Das Unternehmen Van Rooi Meat erklärte, dass in der Fabrik alle Sicherheitsvorkehrung gegen das Corona-Virus getroffen waren. Alle Mitarbeiter hätten Schutzkleidung getragen.

Mehrheit der Deutschen gegen Lockerungspläne in Thüringen

11.32 Uhr: Die Mehrheit der Deutschen ist gegen die Lockerungspläne des Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke). Das geht aus einer Umfrage für das „ZDF-Politbarometer“ hervor. Demnach lehnten 72 Prozent der Befragten den Vorstoß von Ramelow ab, auf Corona-Maßnahmen weitgehend zu verzichten. 56 Prozent der Umfrageteilnehmenden fanden dagegen die aktuellen Lockerungen der Corona-Maßnahmen „gerade richtig“. Etwa einem Drittel gehen sie zu weit.

11.24 Uhr: Nach Schätzungen der EU-Kommission werden europäische Unternehmen allein dieses Jahr rund 720 Milliarden Euro Kapital benötigen. Der Betrag könnte noch höher ausfallen, wenn die Ausgangsbeschränkungen länger andauern oder sogar eine zweite Infektionswelle eintreten sollte. Das sagte Vizepräsidentin Margrethe Vestager am Freitag in Brüssel.

10.36 Uhr: Die Reisebranche fordert in der Corona-Krise Lösungen und fühlt sich von der Politik offenbar allein gelassen. Lesen Sie: Bei „Maybrit Illner“: Eine Reise-Expertin knöpft sich Laschet vor.

10.14 Uhr: Der deutsche Einzelhandel verzeichnet den größten Umsatzeinbruch seit Jahrzehnten bei Nicht-Lebensmitteln. Grund dafür sind die Ladenschließungen in der Corona-Krise: Der Umsatz von Bekleidungs- oder Schuhgeschäften brach dem Statistischen Bundesamt zufolge um 71 Prozent ein. Insgesamt machte die Branche machte im April ein Minus von preisbereinigt 14,5 Prozent im Vorjahresvergleich, wie die Behörde am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Der Handelsverband Deutschland forderte ein „zielgenaues Rettungspaket“.

10.08 Uhr: Der französische Autohersteller Renault will weltweit fast 15.000 Stellen streichen, davon etwa 4600 in Frankreich. Das Unternehmen hatte bereits vor der Corona-Krise Probleme und zieht nun offenbar die Reißleine. Der Konzern braucht einen staatlich garantierten Kredit von fünf Milliarden Euro, der aber noch nicht gewährt wurde. Renault kündigte am Freitag in Boulogne-Billancourt einen Sparplan an, der innerhalb von drei Jahren umgesetzt werden soll.

Virologe Kekulé äußert sich zur Kritik von Christian Drosten

9.56 Uhr: In der Corona-Pandemie hat der Städte- und Gemeindebund vor einem „Lockerungswettbewerb“ zwischen den Bundesländern gewarnt. Lesen Sie: Kommunen fordern bundesweit verbindliche Mindestvorschriften.

9.37 Uhr: Der Virologe Alexander Kekulé aus Halle hat am Freitagmorgen seine Kritik an der umstrittenen Studie des Berliner Virologen Christian Drosten erneuert. Dem Deutschlandfunk sagte Kekulé: „Ich bin ganz sicher, dass er die Studie zurücknehmen wird und eine neue schreiben wird.“ Kekulé erneuerte seine Kritik an Drostens Studie über die Corona-Ansteckungsgefahr durch Kinder: „Durch diese Studie wissen wir weder mehr noch weniger – weil die Daten nicht geeignet waren und weil die epidemiologische Auswertung nicht dazu geführt hat, irgendein Ergebnis daraus zu machen.“

Kekulé erklärte, er habe keinen „Virologen-Streit“ anzetteln wollen: „Sie wissen, wie Herr Drosten mit Herrn Streeck umgegangen ist.“ Drosten hatte Ende April den Bonner Virologen Hendrik Streeck für dessen Arbeit an der „Heinsberg-Studie“ kritisiert – und am Donnerstag Kekulé vorgeworfen, selbst keine wissenschaftlichen Arbeiten zu publizieren.

Kekulé dazu: „Seit ich in Halle bin, habe ich mich verlagert. Erstens darauf, ein Institut mit drei großen Abteilungen zu leiten – Herr Drosten macht ja nur Virologie.“

9.34 Uhr: Die Freude auf Pfingsten könnte in deutschen Kirchen gedämpfter sein als sonst. Grund ist die Corona-Krise und ihre wirtschaftlichen Folgen. Lesen Sie: Kirchen droht Einbruch von Steuern und Spenden.

8.38 Uhr: In einer Pfingstgemeinde in Bremerhaven haben sich mindestens 20 Personen mit dem Coronavirus infiziert. „Das Ausbruchsgeschehen wird weiter ermittelt“, sagte ein Sprecher der Bremer Gesundheitssenatorin am Freitagmorgen. Die betroffene Glaubensgemeinschaft befindet sich in einem Grenzgebiet von Bremerhaven und dem Landkreis Cuxhaven, weswegen ein Teil der Fälle statistisch zu Niedersachsen gezählt wurde.

Virologe Drosten: Möglicherweise keine zweite Infektionswelle

8.30 Uhr: Trotz der Lockerungen rät der Virologe Hendrik Streeck weiterhin dazu, unbedingt Großveranstaltungen zu unterbinden. Veranstaltungen wie die Karnevalssitzung in Gangelt haben dem Virologen zufolge eine große Rolle bei der Ausbreitung des Virus gespielt. Streeck rechnet damit, dass es auch in Zukunft immer wieder zu lokalen Ausbrüchen kommen werde. Lesen Sie: Bei „Markus Lanz“: Streeck teilt neue Details aus der „Heinsberg-Studie“.

8.20 Uhr: Deutschland ist Christian Drosten zufolge gut gerüstet für eine mögliche zweite Infektionswelle. In einem am Freitag veröffentlichten Gespräch mit dem „Spiegel“ erklärt der Charité-Virologe, es gebe sogar „eine theoretische Möglichkeit“, dass die Deutschen „ohne zweite Welle durchkommen“. Lesen Sie dazu auch: Drosten: Deutsche könnten zweiter Infektionswelle entkommen.

8.14 Uhr: Die Deutsche Bahn will sich an ihren Bahnhöfen mit mehr Desinfektionsmittelspendern, häufigeren Reinigungen und virusabtötendem Licht auf den wachsenden Reiseverkehr vorbereiten. Das teilte der der Infrastrukturvorstand der Deutschen Presse-Agentur mit. Zudem sollen für Reisende Wegeleitsysteme organisiert werden, damit Sicherheitsabstände eingehalten werden. Auch desinfizierende Lacke mit Knöpfe oder Treppengeländer will die Deutsche Bahn testen.

8.05 Uhr: Schon bald beginnen die Sommerferien – und damit auch eine Zeit, um das nächste Schuljahr unter Corona zu planen. Lesen Sie: Schule und Corona: Was in den nächsten Wochen passieren muss.

8.00 Uhr: Jeder vierte Solo-Selbstständige rechnet einer Umfrage zufolge mit dem Ende seiner Selbstständigkeit durch die Corona-Krise. Das gab das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Freitag bekannt. Demnach geht jeder vierte Befragte davon aus, in den nächsten 12 Monaten aufgeben zu müssen.

Bei 60 Prozent der rund 16.000 Umfrage-Teilnehmenden sei der monatliche Umsatz um mehr als 75 Prozent eingebrochen, jeder zweite konnte zum Zeitpunkt der Befragung seine Tätigkeit nicht mehr ausüben.

Donnerstag, 28. Mai: Streit über Öffnung von Schule und Kita – Wie ansteckend sind Kinder?

22.01 Uhr: Berlin hat heute zahlreiche Lockerungen bekanntgegeben. So können die Kneipen in der Hauptstadt demnächst mit Einschränkungen wieder öffnen – genau wie Kinos und Fitnessstudios. Die Regeln unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland.

Was ist aktuell in der Corona-Krise erlaubt – und was nicht? Hier bekommen Sie den kompletten Überblick über die Corona-Regeln in den einzelnen Bundesländern: Corona-Regeln: Das gilt für Schwimmbäder, Kitas, Hotels & Co.

18.31 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer geht davon aus, dass die deutsche Corona-Warn-App etwa Mitte Juni zur Verfügung stehen wird. Es habe dazu am Vorabend ein „sehr, sehr gutes Gespräch“ mit den Projektträgern SAP und Deutsche Telekom gegeben, sagte der CSU-Politiker am Donnerstag in einer Video-Sitzung der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung. Er sei zuversichtlich, „dass wir um Mitte Juni (...) diese berühmte Warn-App bekommen“.

Angestrebt werde, diese App europaweit einsetzbar zu machen, sagte Seehofer. „Die Leute sind ja mobil. Und die App hat ja nur eine begrenzte Wirkung, wenn wir sie dann nur in der Bundesrepublik Deutschland verwenden.“ Dafür müssten mit den Konzernen Google und Apple aber noch ein paar Probleme bei den Schnittstellen gelöst werden. Lesen Sie mehr: Corona-Warn-App nimmt Formen an – So soll sie funktionieren

18.06 Uhr: Nach mehr als zwei Monaten Verbot wegen der Corona-Pandemie sind in Berlin ab kommender Woche wieder Veranstaltungen unter freiem Himmel erlaubt. Darauf verständigte sich der Senat bei seiner Sondersitzung am Donnerstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur. Demnach sind voraussichtlich ab 2. Juni Open-Air- Veranstaltungen wie Konzerte oder Filmvorführungen mit bis zu 150 Teilnehmern möglich, ab 30. Juni dann mit bis zu 300 Teilnehmern. Großveranstaltungen bleiben bis 31. August untersagt. Mehr zum Thema: Coronavirus – Diese Regeln gelten jetzt in Ihrem Bundesland

Pfizer: Corona-Impfstoff erst in westlichen Ländern

17.54 Uhr: Im Wettlauf um einen Corona-Impfstoff dürften westliche Länder nach Angaben der Pharmafirma Pfizer als erste bedient werden. Das liege an der nötigen Technologie, sagte Pfizer-Chef Albert Bourla am Donnerstag in einer Pressekonferenz des Dachverbands der forschenden Pharmafirmen (IFPMA).

„Die heutige Technologien verlangen eine Lagerung (von Impfstoff) bei minus acht Grad.“ In Afrika etwa fehle dafür wahrscheinlich die Infrastruktur. „Ich bin sicher, dass wir mit diesem Impfstoff erst in die westlichen Länder kommen“, sagte Bourla. „Aber in einer zweiten Welle arbeiten wir daran, sicherzustellen, dass wir Produkte entwickeln und herstellen können, die solche extremen Temperaturen nicht brauchen.“ Pfizer habe bislang mit keiner Regierung Verträge über die Lieferung von Impfstoff abgeschlossen, betonte er.

Bislang gibt es noch keinen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus. Nach Angaben der WHO gibt es etwa 125 Impfstoffkandidaten, von denen derzeit knapp ein Dutzend Wirkstoffe in klinischen Studien geprüft werden. Das Unternehmen AstraZeneca hofft, sein Produkt Ende des Jahres auf den Markt bringen zu können, sagte Unternehmenschef Pascal Soriot. Lesen Sie mehr: Coronavirus – So hart wird der Kampf um den Impfstoff

17.36 Uhr: Die Rate der positiven Coronavirus-Tests in Deutschlands ist weiter gesunken. Sie lag in der Kalenderwoche 21 bei 1,5 Prozent, wie aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. 5116 von knapp 345 000 Tests, die in dem Zeitraum in 172 Laboren durchgeführt wurden, fielen demnach positiv aus.

Die sogenannte Positivenrate sinkt damit seit Wochen immer weiter: In der ersten Aprilwoche hatte sie noch bei neun Prozent gelegen, bei damals insgesamt rund 408.350 wöchentlichen Tests. Seit Beginn der Corona-Testung sind laut RKI-Bericht knapp vier Millionen solcher Untersuchungen durchgeführt worden. Manche Menschen wurden mehrfach getestet. Inzwischen geben die Labore eine Kapazität von mehr als einer Million Tests pro Woche an.

Experten bezweifeln Normalbetrieb an Schulen nach Sommerurlaub

15.00 Uhr: Nach Einschätzung mehrerer Bildungsexperten werden die Schulen auch nach den Sommerferien noch nicht zurück in den Normalbetrieb gehen können. „Die Planungen des neuen Schuljahres sollten nicht von einer Wiederkehr des gewohnten „schulischen Regelbetriebs“ ausgehen“, heißt es in den Empfehlungen einer 22-köpfigen Expertenkommission für die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung, die am Donnerstag vorgestellt wurden. Vorsitzender der Kommission ist Kai Maaz, Geschäftsführender Direktor des Leibniz-Instituts für Bildungsforschung und Bildungsinformation.

Den Empfehlungen stehen allerdings Äußerungen aus einzelnen Bundesländern entgegen, wonach für das nächste Schuljahr wieder ein regulärer Schulbetrieb angestrebt wird. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) oder Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) etwa hatten das in Aussicht gestellt. Lesen Sie mehr: Coronavirus – Wann öffnen Schulen und Kitas wieder?

12.29 Uhr: Berufstätige Eltern, die ihre Kinder wegen der Corona-Krise zuhause betreuen müssen, sollen mehr Hilfen vom Staat bekommen. Der Lohnersatz wegen eingeschränkten Kita- und Schulbetriebs soll künftig nicht mehr nur 6, sondern bis zu 20 Wochen lang gezahlt werden. Das beschloss der Bundestag am Donnerstag.

Jedes Elternteil bekommt Anspruch auf 10 Wochen Entschädigung, Alleinerziehende auf 20 Wochen. Außerdem soll der Zuschuss künftig auch tageweise gelten, wenn die Kinder nur ab und zu in Kita oder Schule dürfen. Der Staat zahlt 67 Prozent des Nettoeinkommens, höchstens aber 2016 Euro im Monat. Bedingung für den Lohnersatz ist, dass die Kinder jünger als zwölf oder wegen einer Behinderung auf Hilfe angewiesen sind und dass es sonst „keine anderweitige zumutbare Betreuungsmöglichkeit“ gibt.

Im gleichen Gesetz wurde die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie vorübergehend von 19 auf 7 Prozent gesenkt. So sollen Restaurants unterstützt werden, die wegen der Pandemie große Umsatzeinbrüche haben. Die Opposition kritisierte, dass Bars und Kneipen, die ausschließlich Getränke verkaufen, dabei unberücksichtigt bleiben.

Beschlossen wurde auch, dass Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld größtenteils steuerfrei bleiben. Das Gesetz bedarf noch der Zustimmung des Bundesrats.

9.34 Uhr: Die Pandemie brachte den Flugbetrieb weltweit fast zum Erliegen. Die wirtschaftlichen Konsequenzen sind verheerend für tausende Angestellte. Lesen Sie hier: Corona-Krise – Easyjet kündigt drastischen Stellenabbau an.

8.36 Uhr: Nach einem Gastbeitrag des Virologen Alexander Kekulé im „Tagesspiegel“ kritisierte sein Berufskollege Christian Drosten den Artikel scharf. Auf seinem Twitter-Account bezeichnete Drosten die Darstellung Kekulés als „tendenziös“. Kekulé spiele in der wissenschaftlichen Community „keine Rolle“.

Christian Drosten liefert sich seit Tagen einen Schlagabtausch mit der „Bild“-Zeitung. Die „Bild“-Zeitung veröffentlichte mehrere negativ konnotierte Artikel über Drostens Arbeit und wird dafür und für ihre Vorgehensweise auch von Journalistinnen und Wissenschaftlern kritisiert. Konkret geht es um eine Studie, in der Drosten und sein Team untersucht haben, ob Kinder, die an Covid-19 erkrankt sind, ähnlich ansteckend sind wie Erwachsene. Lesen Sie hier: Im NDR-Podcast äußerte er sich zum Streit mit “Bild".

Kekulé hatte in seinem Gastbeitrag die Methodik der Drosten-Studie in Frage gestellt und Irrtümer des Charité-Virologen hervorgehoben. „Warum Drosten die Studie nicht einfach zurückzieht, ist schwer nachvollziehbar“, schrieb Kekulé.

Mittwoch, 27. Mai: EU nimmt für Corona-Hilfen gigantische Kredite auf

16.36 Uhr: Bund und Länder müssen in der Corona-Krise nach Ansicht von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) weiter gemeinsam vorgehen. „Ich bin sehr einverstanden, das jeder im Rahmen seiner Zuständigkeiten arbeitet“, sagte Merkel (CDU) am Mittwoch nach einer Videokonferenz mit den Ost-Regierungschefs. „Das heißt aber auch, dass mir als Bundeskanzlerin und der ganzen Bundesregierung schon wichtig ist, dass wir in grundsätzlichen Fragen eine Übereinstimmung haben.“

Nötig sei ein gemeinsamer Schutzrahmen, auf den sich Bund und Länder auch verständigt hätten: „Das heißt 1,5 Meter Mindestabstand, das heißt Mund-Nasen-Schutz im öffentlichen Personennahverkehr und da, wo die 1,5 Meter Abstand nicht eingehalten werden können“, so Merkel. Wichtig sei auch die Grenze von 50 oder in manchen Ländern 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche, ab der ein Notmechanismus greifen soll. Lesen Sie hier: Die Kanzlerin gibt die Macht an die Länder ab.

15.22 Uhr: Nun sind die Eckpunkte des 750 Milliarden Euro schweren EU-Wiederaufbauplans bekannt: Die EU-Kommission will den Mitgliedsstaaten 560 Milliarden Euro zukommen lassen. 310 Milliarden davon als Zuschüsse, die restlichen 250 Milliarden als Kredite. Das Gros des Geldes sollen dabei Italien (173 Mrd.) und Spanien (140 Mrd.) bekommen, die von der Pandemie besonders stark betroffen sind. Für Deutschland sollen 29 Milliarden Euro bereitgestellt werden.

Des Weiteren will die EU bis 2022 ihre Kohäsionsmittel um 55 Milliarden Euro aufstocken. Diese kommen vor allem den strukturschwächeren Regionen zugute. Auch dem Investitionsprogramm InvestEU und dem Zivilschutzprogramm RescEU sollen zusätzliche Gelder zur Verfügung gestellt werden. Um die Mehrausgaben finanzieren zu können, will die EU Kredite aufnehmen. Angesetzte Dauer bis zur Tilgung der Schulden: bis zum Jahr 2058.

Lehrer, Pflege- und Krankenhauspersonal soll mehr getestet werden

14.45 Uhr: Das Gesundheitsministerium plant, künftig „alle Personen in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Lebensmittelfirmen (z.B. Schlachthöfen), gastronomischen Einrichtungen sowie Gemeinschaftseinrichtungen (z.B. Kitas und Schulen)“ verstärkt auf das Coronavirus zu testen. Dazu soll es ausreichen, dass es in den besagten Einrichtungen einen Fall mit Covid-19 gibt, wie aus einem Verordnungsentwurf des Ministerium hervorgeht.

Die Pläne zur Ausweitung von Tests sehen vor, dass alle, die Kontakt zu einem Infizierten hatten, getestet werden können. Allerdings ist dafür eine Anordnung durch die örtlichen Gesundheitsämter vonnöten. „Auch Menschen ohne Symptome können das Sars-CoV2-Virus übertragen. Deswegen ist es sinnvoll, möglichst das gesamte, enge Umfeld zu testen, wenn Infektionen festgestellt werden“, erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Besonders in Pflegeheimen und Krankenhäuser soll so ein besserer Schutz vor dem Coronavirus gewährleistet werden. Bislang wurde nur bei konkretem Infektionsverdacht getestet.

Immer mehr Coronavirus-Infektionen in Flüchtlingsheimen

11.02 Uhr: Die Zahl der Corona-Infektionen in Flüchtlingsheimen steigt in Deutschland weiter an. Laut einer Studie unter Leitung des Forschers Kayvan Bozorgmehr von der Uni Bielefeld, die der Wochenzeitung DIE ZEIT vorab vorliegt, verbreitet sich das Virus in Asylunterkünften ähnlich schnell wie auf Kreuzfahrtschiffen. Zu den am stärksten betroffenen Bundesländern zählt Bayern, wo mitunter je mehr als tausend Asylbewerber in sogenannten Anker-Zentren untergebracht sind.

Laut Bayerischem Innenministerium haben sich dort bislang 1486 Menschen in Asylunterkünften mit Corona infiziert. 20 Einrichtungen stehen derzeit unter Quarantäne.

5.00 Uhr: Die Bundesregierung will in der kommenden Woche ihren Plan für den Neustart des Tourismus in Europa vorlegen. Das Kabinett will sich am 3. Juni mit einem Eckwertepapier befassen, das als Gesprächsgrundlage für eine Einigung mit den Urlaubsländern auf Regeln für einen Infektionsschutz dienen soll. Vorgesehen ist auch, die generelle Reisewarnung für 31 Länder in Europa aufzuheben und mit Reisehinweisen zu ersetzen, die an die Lage angepasst sind. Lesen Sie hier: Nach Ende der Reisewarnung, so wird Urlaub wieder möglich. Wie groß das Risiko noch ist – und wie Reisende geschützt werden.

4.50 Uhr: EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen präsentiert am Mittwoch ihren milliardenschweren Plan zur wirtschaftlichen Erholung Europas nach der Corona-Krise. Von der Leyen will ihren Corona-Wiederaufbauplan mit dem nächsten siebenjährigen EU-Budget verknüpfen. Bekannt ist bereits, dass sie mehrere Hundert Milliarden Euro am Kapitalmarkt aufnehmen will. Währenddessen nimmt der Konsum zu, die Exporterwartungen bessern sich und die Börse wirkt beflügelt. Lesen Sie hier: Hat die Wirtschaft einen Wendepunkt erreicht?

Bund und Länder einigen sich auf Verlängerung der Kontaktbeschränkungen

19.44 Uhr: Bund und Länder haben sich grundsätzlich darauf verständigt, dass die Kontaktbeschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie bis zum 29. Juni verlängert werden. Dazu gehört, dass sich maximal zehn Menschen oder Angehörige zweier Haushalte in der Öffentlichkeit treffen dürfen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen in Berlin und Thüringen erfuhr. Thüringen hält sich bei neuen Kontaktbeschränkungen aber einen Sonderweg offen, ebenso andere Länder.

Verabredet wurde der Kompromiss von den Staatskanzleien der Länder und dem Kanzleramt. Stundenlange Beratungen am Montag waren zunächst ergebnislos geblieben.

In der Protokollerklärung des Freistaats Thüringen heißt es unter anderem, man behalte sich vor, abweichende Regelungen für den Aufenthalt im öffentlichen Raum zu beschließen, sofern dies das Infektionsgeschehen zulasse. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte erklärt, staatliche Verordnungen seien Noteingriffe, die nur berechtigt seien, wenn das Infektionsgeschehen das erfordere. Aus Regierungskreisen in Erfurt hieß es zudem, auch andere Bundesländer hätten abweichende Regelungen angekündigt, auch restriktivere.

So sollen auch in Sachsen schon ab dem 6. Juni Auflagen wegfallen. Endgültig will das Kabinett in der kommenden Woche darüber befinden. Anstelle von Verboten soll es künftig Gebote geben, so wie es auch Ramelow vorschwebt. Bayerns Ministerpräsident Söder hatte dagegen gewarnt: „Wer glaubt, Corona verschwindet langsam, ist im besten Falle naiv“, sagte er in München. Mit Skepsis reagierte er auf das Auseinanderdriften der Länder.

Bundeskabinett berät über Pauschalreisen

19.12 Uhr: Das Bundeskabinett berät in seiner Sitzung am Mittwoch über den Umgang mit Pauschalreisen in der Corona-Krise. Auf der Tagesordnung steht ein Gesetzenwurf zur Abmilderung der Pandemie-Folgen im Pauschaulreise-Vertragsrecht. Vor einer Woche hatte die Bundesregierung eine freiwillige Gutscheinlösung für als Entschädigung für coronabedingt abgesagte Pauschalreisen beschlossen. Gutscheine für Reisen, die vor dem 8. März gebucht wurden, sollen künftig bis zu hundert Prozent vom Staat abgesichert sein.

Um die Gutscheinlösung hatte es heftige Diskussionen gegeben, Verbraucherschützer lehnten eine verpflichtende Gutscheinlösung ebenso ab wie die EU-Kommission. Wegen der weltweiten Reisebeschränkungen und Reisewarnungen war die Reisebranche in eine schwere Krise geraten. Hintergrund: Stornierte Reise wegen Corona – EU stoppt Zwangsgutscheine.

15.05 Uhr: In Europa ist Großbritannien einer der Hotspots der Corona-Pandemie. Mehr als 260.000 Menschen haben sich laut Behörden bislang mit Sars-CoV-2 infiziert, mehr als 36.000 Menschen sind in Folge einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Umso unverständlicher war es für viele Briten, dass es an Englands Südküste nach ersten Lockerungen der Beschränkungen nun zu einem Ansturm auf Badestrände kam.

Unter anderem Bilder aus Bournemouth zeigen: Das Einhalten von Abstandsregeln gerät beim Strandbesuch schon mal in Vergessenheit. Lesen Sie hier mehr zum Badespaß in Bournemouth: Trotz Corona-Regeln: Engländer stürmen ihre Badestrände

Trotz Coronavirus: Überfüllte Strände in England
Trotz Coronavirus- Überfüllte Strände in England

14.54 Uhr: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat bekanntgegeben, dass Schulen und Kitas in seinem Bundesland nach den Sommerferien wieder in den ganz normalen Regelbetrieb zurückkehren sollen. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass es in Kindergärten und Schulen vorsorgliche Corona-Tests für die Angestellten gebe. Diese Menschen hätten seiner Meinung nach ein Anrecht auf die Corona-Tests, sagte Ramelow am Dienstag nach einer Kabinettssitzung. Grundsätzlich, so Ramelow, verfolge er weiterhin das Ziel, dass Thüringen aus den umfassenden Corona-Verboten aussteigt.

In Sachsen-Anhalt soll zumindest in den Grundschulen bald wieder mehr Normalität einkehren. Spätestens ab 15. Juni sollen alle Grundschüler wieder täglich in den Schulen unterrichtet werden. Geplant sei ein eingeschränkter Regelbetrieb, sagte Bildungsminister Marco Tullner (CDU). Ältere Jahrgänge sollen wie geplant in kleinen Gruppen abwechselnd zuhause und in der Schule lernen.

Am Vormittag hatte Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) bei den Kita-Öffnungen vorgelegt. In ihrem Bundesland sollen die Kitas bis spätestens Ende Juni wieder vollständig öffnen. Der Plan von Eisenmann stützt sich laut eigener Aussage auf die Ergebnisse einer Studie der Uniklinik Heidelberg. Nach dieser sollen Kinder bis zum Alter von zehn Jahren nur ein nebensächlicher Faktor bei der Übertragung des Virus sein. Lesen Sie hier: Warum Patchwork-Familien besonders in der Corona-Krise leiden

11.35 Uhr: Der Vorsitzende der Christdemokraten im Europaparlament, Manfred Weber, hat die EU-Kommission davor gewarnt, die Lufthansa zu schwächen. „Die Kommission darf bei der Lufthansa nicht den Fehler wiederholen, nur europaweit zu denken“, sagte der stellvertretende CSU-Vorsitzende unserer Redaktion.

Das habe sich schon bei der gescheiterten Fusion von Siemens und Alstom als falsch erwiesen. „Gerade im Luftverkehr ist die globale Dimension entscheidend.“Weber forderte eine Revision des Wettbewerbsrechts. „Derzeit werden die globalen Märkte neu verteilt und da muss die Kommission europäische Wettbewerber stärken und nicht schwächen“, sagte er. „Wettbewerb ja, aber wir müssen ihn global denken.“

Leer in Niedersachsen: Geschäftsführung von Deutschlands größtem Schiffsbauer dank Restaurantbesuch in in Quarantäne

10.00 Uhr: Der verhängnisvolle Besuch eines Restaurants von mehreren Menschen im niedersächsischen Landkreis Leer zieht immer weitere Kreise. Zunächst wurde bekannt, dass der Teilnehmerkreis der geschlossenen Veranstaltung größer war als gedacht. Jetzt berichtet der NDR, dass in Zusammenhang mit dem Restaurantbesuch fast der gesamte Betriebsrat und ein Teil der Geschäftsführung der Papenburger Meyer Werft in Quarantäne sind.

Laut dem Bericht, der von einem Unternehmenssprecher bestätigt wurde, war die Personalchefin des nach Angestelltenzahlen größten Schiffbaubetriebs Deutschlands bei der Feier im Restaurant anwesend.

7.37 Uhr: Nachdem es bei einem Treffen Merkel will die Kontaktbeschränkungen – mit Lockerungen – bis Ende Juni verlängern, Thüringen prescht indes mit Plänen vor, die Corona-Beschränkungen aufzuheben. Das missfällt Bayerns Innenminister. Lesen Sie hier, wie Joachim Herrmann auf Bodo Ramelows Vorstoß reagiert: Merkel will Kontaktsperren bis Ende Juni verlängern

7.09 Uhr: Eltern, die getrennt voneinander leben, haben ohnehin oft Mühe, sich in Sachen Umgangsrecht zu einigen. Die Kontaktsperren in der Corona-Krise verschärfen häufig diese Konflikte. Lesen Sie hier: Corona-Krise: Warum Patchwork-Familien besonders leiden.

6.42 Uhr: Mehrere Infektionen in einem Restaurant in Ostfriesland, Corona-Ausbruch nach einem Gottesdienst, Ansteckungen in Schlachthöfen und Pflegeheimen – die Ansteckungsorte haben eines gemeinsam: viele Menschen auf engem Raum bei geschlossenen Türen. Der Virologe Christian Drosten warnt vor diesem Hintergrund vor Aerosolen in der Luft. Lesen Sie hier: Corona: Eng, voll und ungelüftet – Gefahrenorte der Pandemie.

Montag, 25. Mai: Bundesregierung schlägt Verlängerung der Kontaktbeschränkungen bis 29. Juni vor

20.35 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hält die Verlängerung der Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie bis Juli für richtig. Auch wenn es unterschiedliche Differenzierungen bei der Ausführung gebe, seien die „Mütter aller Fragen, Distanzgebot und Maskenpflicht, unverzichtbar“, sagte der CSU-Chef am Montagabend im ZDF. Er unterstützte damit auf Nachfrage unmittelbar den vom Bundeskanzleramt vorgelegten Plan, die Kontaktbeschränkungen bis zum 5. Juli verbindlich in Kraft zu lassen.

In einer neueren Version der Vorlage ist allerdings nur noch vom 29. Juni die Rede.

Mit Blick auf die Debatte über Lockerungen in Thüringen betonte Söder, es sei ein „fatales Signal“, wenn die Politik den Menschen eine „falsche Normalität“ einrede und „das ganze Regelwerk“ außer Kraft setze. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und Sachsens CDU-geführte Regierung wollen wegen landesweit niedriger Infektionszahlen vom 6. Juni an statt landesweiter Regeln nur noch lokale Einschränkungen haben.

Bundesregierung und Lufthansa verständigen sich auf Rettungspaket

17.18 Uhr: Die schwer angeschlagene Lufthansa soll zur Rettung milliardenschwere Staatshilfen bekommen. Darauf verständigten sich die Bundesregierung sowie der Lufthansa-Vorstand, wie beide Seiten am Montag mitteilen. Allerdings muss die EU-Kommission noch zustimmen, ebenso der Aufsichtsrat der Lufthansa und die Hauptversammlung. Das Paket sieht verschiedene Hilfen und Eigenkapitalmaßnahmen in Höhe von neun Milliarden Euro vor. Lesen Sie mehr: Hier erfahren Sie die wichtigsten Informationen zur Lufthansa-Einigung.

16.27 Uhr: Nach dem Willen des Bundes sollten sich wieder zehn Personen treffen dürfen und die Kontaktbeschränkungen bis zum 5. Juli verbindlich in Kraft bleiben. Das steht in einer Vorlage des Kanzleramts für eine Schalte mit den Ländern, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Das schlägt der Bund vor:

  • Private Treffen: Maximal zehn Menschen oder Angehörige zweier Haushalte sollen sich in der Öffentlichkeit oder zu Hause treffen dürfen. Hygiene- und Abstandsregeln seien weiter zu beachten. Sind die Räume zu Hause zu klein, sollten sich nur so viele Personen versammeln, dass die Schutzregeln eingehalten werden können. Der Raum sollte ausreichend gelüftet werden. Wegen des deutlich geringeren Infektionsrisikos sollte man sich aber nach Möglichkeit im Freien verabreden.

Der Personenkreis, mit dem man Kontakt hat, sollte möglichst klein und konstant gehalten werden. Das gelte vor allem für Kinder, bei denen die Schutzmaßnahmen oft nicht konsequent umgesetzt werden könnten. Veranstaltungen und Versammlungen mit eigenem Hygienekonzept seien separat zu betrachten.

  • Verschärfungen möglich: Wo es die Infektionszahlen erfordern, sollten weitergehende Kontaktbeschränkungen erlassen werden.
  • Mindestabstand: In der Öffentlichkeit sollte weiterhin der Mindestabstand von eineinhalb Metern eingehalten werden. Auch die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sollte in bestimmten öffentlichen Bereichen weiter gelten. Abstands- und Hygieneregeln müssten „so lange in das Alltagsleben integriert bleiben, wie die Pandemie nicht durch einen Impfstoff oder ein Heilmittel überwunden ist“, heißt es in dem Papier.
Kanzleramt will Kontaktbeschränkungen bis zum 5. Juli verlängern
Kanzleramt will Kontaktbeschränkungen bis zum 5. Juli verlängern

Sitzung des Corona-Kabinetts kurzfristig abgesagt worden

13.52 Uhr: Ärzten der medizinischen Universität in Wien ist eine Lungentransplantation in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gelungen. Es handele sich dabei um die erste ihrer Art in Europa, gab die Universität bekannt. Die 45-jährige Patientin habe sich vor acht Wochen mit dem Coronavirus infiziert, woraufhin sich ein Totalversagen der Lunge entwickelt habe.

„Die Lage war aussichtslos. Die Lunge war wie ein Klotz, da war nichts mehr über“, sagte Walter Klepetko, der Leiter der Universitätsklinik für Chirurgie. Nun befinde sich die Patientin auf dem Weg der Besserung und ihre Organe würden alle funktionieren. „Aber der Weg wird schon noch länger sein, bis wir sie hoffentlich endlich aus dem Krankenhaus herausbringen werden“, ergänzte Klepetko.

Abseits von der Lungentransplantation in Wien, die bereits am 18. Mai stattfand, sind nur zwei weitere Transplantationen an Covid-19-Patienten in China bekannt, wie auf der Homepage der medizinischen Universität nachzulesen ist.

6.01 Uhr: Die Deutsche Bahn will in der Corona-Krise mit ihrer App vor zu vollen Zügen warnen. Der „Spiegel“ berichtete am Montag unter Berufung auf Konzernkreise, der Bahn-Navigator und der Internetauftritt der Bahn seien so umprogrammiert worden, dass Nutzer Züge mit einer Auslastung von 50 Prozent und mehr angezeigt bekämen. Reservierungen für volle Züge könnten künftig blockiert werden.

Hier erfahren Sie alle Informationen zu den Bahn-Plänen.

Altmaier fordert „klare Hygienekonzepte“ für Urlaub in Corona-Krise

1.01 Uhr: Wirtschaftsminister Peter Altmaier fordert Standards zum Corona-Schutz an allen Urlaubsorten. Er sei „optimistisch, dass wir unsere Sommerferien nicht ausschließlich im Inland verbringen können“, sagte der CDU-Politiker unserer Redaktion. „Dazu muss es überall klare Hygienekonzepte und Abstandsregelungen geben.“

Altmaier fügte hinzu: „Handtuch an Handtuch am Strand oder große Feiern auf engstem Raum wird es in diesem Jahr wohl nicht geben können.“ Der Urlaub in diesem Jahr werde „anders aussehen, als wir das gewohnt sind.“ Das ganze Interview können Sie hier lesen.

Schäuble kritisiert verspätete Einführung der Corona-App

13.04 Uhr: Die Kritik an der geplanten Corona-Warn-App reißt nicht ab. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) kritisiert in der „Welt am Sonntag“ die nach seiner Einschätzung verspätete Einführung der Technologie. „Gucken Sie sich das Elend um die Entwicklung einer Corona-App an. Ich bin kein Experte, aber es dauert mir ein bisschen lange“, sagte Schäuble. „Wir hätten die Corona-Tracing-App schon am Anfang der Pandemie gebraucht – und am besten natürlich eine europäische.“

Freiwillige Corona-App: So funktioniert das anonyme Tracken
Freiwillige Corona-App- So funktioniert das anonyme Tracken

12.08 Uhr: In der Debatte um ein Ende der allgemeinen Corona-Beschränkungen in Thüringen dringt der dortige Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) auf Vorgaben des Landes zu Hygiene- und Schutzstandards. Diese dürften nicht an Kommunen und Unternehmen delegiert werden, warnte Tiefensee. „Das verbietet sich schon deshalb, weil es sonst einen Überbietungswettbewerb um die lockerste und großzügigste Regelung geben würde, wie das ja auch schon zwischen den Ländern auf Bundesebene zu beobachten war.“ Ansonsten befürworte er den Vorschlag von Ministerpräsident Bodo Ramelow, der vom 6. Juni an die landesweiten Corona-Beschränkungen beenden will und stattdessen auf regionale Maßnahmen abhängig vom Infektionsgeschehen vor Ort setzt.

Türkei will deutsche Urlauber ab Mitte Juni empfangen

9.45 Uhr: Die türkische Regierung erwa rtet, dass die Bundesregierung ihre weltweite Reisewarnung noch vor den Sommerferien auch für die Türkei aufhebt. Die Türkei sei ab Mitte Juni bereit, Touristen aus dem Ausland zu empfangen, sagte der türkische Botschafter in Berlin, Ali Kemal Aydin. „Alle notwendigen Vorkehrungen werden seitens der zuständigen Behörden getroffen. Wir sind davon überzeugt, dass die Bundesregierung all dies in Betracht zieht und sich dementsprechend entscheidet.“

Das sind die schönsten Reiseziele in der Türkei
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7.29 Uhr: Solo-Selbstständigen und Kleinst-Unternehmern hat die Regierung in der Corona-Krise finanziell unter die Arme gegriffen. Doch diese Hilfen reichten nicht aus, kritisieren nun Freiberufler – und fordern eine Ausweitung und Verlängerung der Soforthilfe.

0.58 Uhr: Die wegen der Corona-Krise schwer angeschlagene Lufthansa will einem Zeitungsbericht zufolge ab Juni ihr Streckennetz wieder ausbauen. In der zweiten Junihälfte sollten allein aus Frankfurt rund 20 Ziele wieder angeflogen werden – darunter Heraklion (Kreta), Rhodos, Dubrovnik, Faro, Venedig, Ibiza und Malaga, berichtet die „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf Konzernkreise. Mallorca werde ab Mitte Juni deutlich häufiger angeflogen.

19.33 Uhr: Der Fernsehkoch Attila Hildmann ist am Samstag in Berlin vorübergehend festgenommen worden. Ihm würden Verstöße gegen das Versammlungs- und das Infektionsschutzgesetz vorgeworfen, sagte eine Polizeisprecherin. Eine Strafanzeige werde gefertigt. Der für seine veganen Rezepte bekannte Koch, der auf dem Weg zu einer Kundgebung am Kanzleramt war, war zuletzt mit der Verbreitung von Verschwörungstheorien in der Corona-Krise aufgefallen. Lesen Sie dazu: Demos gegen Corona-Regeln – Diese Gruppen stehen dahinter.

Spanien will erst im Juli seine Grenzen für ausländische Touristen öffnen

15.17 Uhr: Der Corona-Hotspot Spanien will erst im Juli seine Grenzen für ausländische Touristen öffnen. „Ab Juli wird der Empfang ausländischer Touristen unter sicheren Bedingungen wiederaufgenommen werden“, sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez in einer Rede an die Nation.

Sommerurlaub 2020: Maas will noch keine Reiseziele benennen
Sommerurlaub 2020- Maas will noch keine Reiseziele benennen

14.50 Uhr: Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann sieht wegen der Corona-Fälle nach einer Restaurant-Wiedereröffnung im Kreis Leer keine Notwendigkeit, vom Lockerungskurs abzurücken. „Nach ersten Erkenntnissen ist das Infektionsgeschehen nicht auf einen normalen Restaurantbesuch zurückzuführen, stattdessen wurde dort offenbar eine private Party gefeiert“, sagte Reimann.

Der betroffene Gaststätten-Besitzer, der auch infiziert ist, betont, Abstands- und Hygieneregeln seien an dem Abend eingehalten worden. „Es waren Gäste, die infiziert waren, bei mir im Restaurant“, sagte der Inhaber, der nicht namentlich genannt werden wollte. Inzwischen seien vier Gäste und er selbst positiv getestet worden. Bei drei Freunden von ihm sei das Virus ebenfalls nachgewiesen worden. Auch interessant: Coronavirus – Was Gäste und Wirte jetzt beachten müssen.

Thüringen will Corona-Beschränkungen beenden

12.32 Uhr: Der wichtigste Berater des britischen Premierministers Boris Johnson, Dominic Cummings, soll Medienberichten zufolge gegen die Ausgangsbeschränkungen in dem Land verstoßen haben. Das berichteten der „Guardian“ und der „Daily Mirror“. Cummings soll demnach Ende März von London in die rund 430 Kilometer entfernte nordostenglische Grafschaft Durham zu seinen Eltern gefahren sein – zu einem Zeitpunkt, als er selbst Symptome von Covid-19 hatte. Nur rund eine Woche vorher hatte die Regierung zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie strenge Auflagen für die Bewegungsfreiheit erlassen. Lesen Sie dazu:

Harsche Kritik kam von der Opposition. „Die Position Dominic Cummings’ ist vollkommen unhaltbar – er muss zurücktreten oder rausfliegen“, sagte der Fraktionschef der Schottischen Nationalpartei SNP im britischen Parlament, Ian Blackford. Der konservative Regierungschef habe nun ernste Fragen zu beantworten, so Blackford am Samstag auf Twitter.

12.06 Uhr: Das Land Thüringen will Anfang Juni die allgemeinen Corona-Beschränkungen beenden. Damit würden landesweite Vorschriften zu Mindestabständen, dem Tragen von Mund-Nasen-Schutz sowie Kontaktbeschränkungen der Vergangenheit angehören. „Ab 6. Juni möchte ich den allgemeinen Lockdown aufheben und durch ein Maßnahmenpaket ersetzen, bei dem die lokalen Ermächtigungen im Vordergrund stehen“, sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) unserer Redaktion.

Corona-App: Die Zweifel wachsen

11.30 Uhr: Parteiübergreifend wachsen Zweifel am Nutzen der Corona-Warn-App, die Mitte Juni in Deutschland verfügbar sein soll. „So wie die Corona-App jetzt auf den Weg gebracht worden ist, bringt sie keine ausreichende Sicherheit“, sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) unserer Redaktion. „Wichtig sind für die Leute heute 1,50 Meter Abstand und Tragen von Mund-Nasenschutz.“ Den kompletten Text lesen Sie hier.

Freiwillige Corona-App: So funktioniert das anonyme Tracken
Freiwillige Corona-App- So funktioniert das anonyme Tracken

10.08 Uhr: Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat versichert, dass die angepeilte Staatsbeteiligung an der Lufthansa nur vorübergehend sein soll. „Der Staat wird sich so schnell wie möglich wieder zurückziehen, damit die Lufthansa dann alleine zurechtkommt. Das gilt auch für ähnliche Fälle, über die wir möglicherweise in der Zukunft noch Entscheidungen treffen müssen“, sagte Altmaier der „Saarbrücker Zeitung“. Lesen Sie auch: Lufthansa-Rettung: Politik darf nicht Unternehmer spielen

7.46 Uhr: Die Nachfrage nach Liquiditätshilfen in der Corona-Krise steigt rasant. Bei der staatlichen Förderbank KfW sind bislang 44.089 Anträge eingegangen. Das geht aus Unterlagen des Bundesfinanzministeriums mit Stand 19. Mai hervor, die unserer Redaktion vorliegen. Das Antragsvolumen summiert sich auf 42,3 Milliarden Euro.

0.02 Uhr: Der Reisekonzern Tui will bereits in wenigen Wochen wieder Reisen zu verschiedenen Zielen durchführen – unter anderem nach Mallorca. „Ab Ende Juni wollen wir pünktlich zu den Sommerferien wieder fliegen“, sagte Vorstandschef Fritz Joussen der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Mallorca soll demnach schon bald angesteuert werden. „Wir wollen Mitte/Ende Juni den Flugverkehr nach Mallorca wieder aufnehmen.“ Lesen Sie hier: Corona: So könnte der Sommerurlaub auf Mallorca möglich sein

Freitag, 22. Mai: Jeder fünfte Mensch in Stockholm könnte Coronavirus-Antikörper in sich tragen

20.21 Uhr: Chinesische Forscher haben weltweit erstmals mit einem möglichen Corona-Impfstoff eine Reaktion des Immunsystems bei Menschen hervorgerufen. Der in China getestete Impfstoff Ad5-nCoV habe sich in einer ersten Versuchsphase als sicher und gut verträglich herausgestellt, schreiben die Forscher im Journal „The Lancet“ vom Freitag. Vor allem aber habe er eine Immunabwehr-Reaktion auf das Virus Sars-CoV-2 im menschlichen Körper erzeugt. Weitere Versuche seien notwendig, um herauszufinden, ob diese Reaktion auch eine Infektion mit dem Virus verhindere.

„Diese Ergebnisse stellen einen wichtigen Meilenstein dar“, erklärte Hauptautor Wei Chen vom Beijing Institute of Biotechnology. Eine einzelne Dosis von Ad5-nCoV reiche demnach aus, um in 14 Tagen bei den Probanden virusspezifische, neutralisierende Antikörper und eine entsprechende Reaktion spezieller Abwehrzellen (T-Zellen) zu erzeugen. Er riet dazu, die Ergebnisse dennoch „vorsichtig“ zu interpretieren. Ein Impfstoff, der allen zugänglich sei, sei noch weit entfernt.

14.34 Uhr: In einer Umfrage für die Sendung „ARD extra“ gab die Hälfte der Befragten an, den Sommerurlaub in der Corona-Krise daheim verbringen zu wollen. Auch der Urlaub daheim kann entspannend sein: So gelingen Sommerferien zu Hause.

Donnerstag, 21. Mai: Maas fordert Abstand von Extremisten auf Anti-Corona-Demos

18.40 Uhr: Angesichts weit verbreiteter Falschnachrichten in der Corona-Pandemie haben die Vereinten Nationen eine neue Initiative für vertrauenswürdige Inhalte im Internet gestartet.

Bei dem Programm mit dem Namen „Verified“ („Verifiziert“) sollen Freiwillige auf der ganzen Welt Inhalte auf sozialen Plattformen teilen, die falsche Informationen widerlegen oder über das Virus aufklären. „Wir können unsere virtuellen Räume nicht an diejenigen abtreten, die mit Lügen, Angst und Hass handeln“, sagte UN-Generalsekretär António Guterres. Lesen Sie auch: Wie man Fake News und Desinformation erkennen kann.

13.40 Uhr: In Mainz soll ausgerechnet eine Gruppe Polizisten massiv die geltenden Corona-Regeln missachtet haben: Wie die Mainzer Polizei am Mittwoch in einer Pressemitteilung erklärt, sollen sich in einer Gaststätte rund 40 Personen ohne Mundschutz und ausreichend Abstand aufgehalten haben. Der Großteil der Gäste: Polizisten. Mehr dazu hier: Polizisten feiern ohne Masken in Gaststätte – Ermittlungen

13.00 Uhr: Die EU-Mitgliedstaaten ringen um Wege, den Sommerurlaub für EU-Bürger auch im europäischen Ausland möglich zu machen. Bei einer Videokonferenz der EU- Tourismusminister gab es Fortschritte – aber immer deutlicher wird, dass bei den Urlaubsregelungen ein Flickenteppich entstehen könnte. Ausland trotz Corona: Wo Urlaub 2020 möglich sein könnte

Unterdessen empfiehlt die EU jetzt das Tragen von Schutzmasken bei Flugreisen. Sowohl Passagiere als auch die Crew sollten beim Betreten des Flughafens medizinische Schutzmasken anlegen und diese erst am Reiseziel wieder ablegen, erklärten die EU-Behörden für Luftfahrtsicherheit (EASA) und für Krankheitsbekämpfung (ECDC). Ausnahmen könnte es für Kinder unter 6 Jahren geben. Sichere Hygieneregeln seien ein „entscheidender Faktor“ für die Wiederaufnahme kommerzieller Flüge. Lesen Sie dazu: So sicher ist die Urlaubsreise per Flugzeug

Mittwoch, 20. Mai: Neuer Rekord an weltweiten Corona-Infektionen – Lufthansa-Rettung steht bevor

22.02 Uhr: Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hat dem deutschen Staat massive Verfehlungen beim Schutz älterer Menschen in der Corona-Krise vorgeworfen. In der Altenpflege hätten die Schutzkonzepte „komplett versagt“, sagte Montgomery im Interview mit unserer Redaktion. Außerdem sagte er: „Ich würde der Regierung raten, die Grenzen geschlossen zu halten.“ Und er forderte eine allgemeine Impfpflicht zum Schutz gegen das Coronavirus.

21.27 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine neue weltweite Rekordzahl täglicher Neuinfektionen gemeldet. „In den vergangenen 24 Stunden wurden der WHO 106.000 Fälle gemeldet - die höchste Zahl an einem einzigen Tag seit Beginn der Epidemie“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Die Gesundheitsbehörde befürchte insbesondere schwerwiegende Folgen für ärmere Länder, hieß es weiter. „Wir haben bei der Covid-19-Pandemie noch einen langen Weg vor uns“, sagte Tedros.

Mehr lesen: Trump und Co. – die tödliche Bilanz der Corona-Ignoranten

Trotz-Corona-Krise: Griechenland startet Touristen-Saison am 15. Juni

18.24 Uhr: Griechenland will am 15. Juni die Touristen-Saison starten. Internationale Flüge zu den griechischen Touristenzielen würden ab dem 1. Juli schrittweise wieder aufgenommen, sagte Regierungschef Kyriakos Mitsotakis am Mittwoch in einer Fernsehansprache. Damit will die griechische Regierung die durch die Coronavirus-Pandemie geschwächte Wirtschaft wieder ankurbeln.

Wie Deutschland und die anderen EU-Staaten den Urlaub im Ausland in diesem Jahr möglich machen wollen, erfahren Sie hier.

18.03 Uhr: Die Spitzen der Bundesregierung haben sich anscheinend geeinigt, wie der Staat bei der wegen der Corona-Krise in die Schieflage geratenen Lufthansa einsteigen soll. Die Einigung soll einem bericht des Spiegel zufolge vorsehen, dass sich der Bund mit 25 Prozent plus einer Aktie an der Lufthansa beteiligt und ihr darüber hinaus weiteres Kapital bereitstellt. Zwei Aufsichtsräte sollen demnach von der Bundesregierung besetzt werden. Insgesamt dürfte sich die Beteiligung auf neun Milliarden Euro addieren.

Mehr dazu erfahren Sie hier: Regierung einigt sich offenbar auf Lufthansa-Rettung

Nach Corona-Krise: Italien öffnet Flughäfen ab 3. Juni

17.30 Uhr: Italien will im Zuge der Corona-Pandemie seine Grenzen und Flughäfen ab dem 3. Juni wieder öffnen. Dann sollten inländische und internationale Reisen wieder erlaubt sein, weshalb Transportbeschränkungen aufgehoben werden könnten, sagte Verkehrsministerin Paola De Micheli am Mittwoch in Rom laut italienischen Nachrichtenagenturen.

Mehr lesen: Urlaub in Italien: Wann und wie darf ich einreisen?

17.21 Uhr: Außenminister Heiko Maas hat sich nach ersten Beratungen mit den Nachbar- und Urlaubsländern der Deutschen zuversichtlich zum Abbau der Reisebeschränkungen noch vor den Sommerferien geäußert. „Wir hoffen, dass wir die weltweite Reisewarnung zumindest für die Europäische Union nach dem 14. Juni wieder aufheben und durch abgestufte Reisehinweise ersetzen können“, sagte er am Mittwoch.

Mehr lesen: Ausland trotz Corona: Wo Urlaub 2020 möglich sein könnte

Bundesregierung macht Hoffnung auf Sommerurlaub

16.18 Uhr: Sommerurlaub trotz Corona-Krise – die Bundesregierung macht Hoffnung, dass das klappen könnte. Er sehe „gute Chancen, dass die Menschen im Sommer in ihre liebsten europäischen Urlaubsregionen reisen können“, sagte der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, am Mittwoch am Rande einer Videokonferenz der zuständigen EU-Minister.

Zugleich stellte der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium klar, dass der Urlaub in diesem Jahr nur unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln sicher sei.

Virologe Christian Drosten hatte davor gewarnt, die Coronavirus-Epidemie zu verharmlosen. Hintergrund ist eine Studie, an der auch die Berliner Charité beteiligt ist. Lesen Sie mehr: Warum Corona-Pandemie nicht verharmlost werden darf

Lohnfortzahlungen werden verlängert

14.25 Uhr: Der Staat hat die Lohnfortzahlungen verlängert für Eltern, die wegen geschlossener Schulen und Kitas nicht zur Arbeit können. Das Bundeskabinett hat am Mittwoch eine entsprechende Ausweitung der geltenden Regelung auf den Weg gebracht, die Ende März wegen der Corona-Pandemie beschlossen worden war.

14.05 Uhr: Die „Alles ohne Strom“-Tournee der Toten Hosen muss wegen der Corona-Pandemie ausfallen. Das kündigte die Band am Mittwoch bei Facebook an. Mehr dazu hier:

Regierungskabinett beschließt freiwillige Lösung für Reisegutscheine

12.32 Uhr: Wer wegen der Corona-Krise eine Pauschalreise nicht antreten kann, kann sein Geld zurückverlangen. Eine zuerst von der Bundesregierung geplante Gutschein-Lösung soll es nur noch als freiwillige Möglichkeit für Verbraucher geben. Das hat das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin beschlossen.

Lesen Sie hier: Hunderte Camper aus Deutschland sitzen in Marokko fest

9.26 Uhr: Der britische Triebwerksbauer Rolls-Royce plant die Streichung von mindestens 9000 Stellen wegen des Einbruchs des Luftverkehrs während der Corona-Pandemie. „Diese Krise haben nicht wir verursacht. Aber wir müssen uns der Krise stellen“, sagte Konzernchef Warren East am Mittwoch in London.

Lohnersatz für Eltern wird wohl verlängert

7.48 Uhr: Dass der Lohnersatz für Eltern bei geschlossener Kita in der Corona-Krise verlängert wird, bestätigte auch Familienministerin Franziska Giffey (SPD). Am Mittwochmorgen sagte sie im ZDF-„Morgenmagazin“, dass das Kabinett die Verlängerung der Zahlung heute beschließen werde. „Die Lohnfortzahlungen werden weitergehen bis zu 20 Wochen.“

Mehr zum Thema: Wann öffnen Kitas wieder? Erweiterte Notbetreuung ab 11. Mai

1.00 Uhr: Die Corona-Pandemie zwingt Millionen Arbeitnehmer zur Arbeit in den eigenen vier Wänden. Aber wie geht es nach der Krise weiter? Wird das Coronavirus die Arbeitswelt auf Dauer verändern? Bleibt das Arbeiten tatsächlich mobiler? Lesen Sie hier: Was vom Homeoffice nach der Corona-Krise bleiben wird

Lesen Sie auch: Diese Medikamente werden gegen Covid-19 getestet

0.01 Uhr: Wir starten unser neues Blog zur Coronavirus-Krise. Mehr zu den Entwicklungen der vergangenen Tage erfahren Sie hier in unserem letzten Newsticker zur Corona-Lage.

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