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Corona-News vom 11. August – RKI: Sommerwelle überschritten

| Lesedauer: 26 Minuten

Foto: Bernd Weißbrod / dpa

Das RKI sieht den Gipfel der Sommerwelle überschritten. Die Infektionen gingen deutlich zurück. Entwarnung gibt es nicht. Der Blog.

  • Gesundheitsminister Lauterbach stellt sich am Vormittag Fragen von Journalistinnen und Journalisten zur Corona-Lage
  • Das RKI meldet am Freitag 49.839 Corona-Neuinfektionen – die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt
  • Ministerpräsident Daniel Günther hat eine deutliche Lockerung der Quarantäneregeln für Corona-Infizierte geforder
  • Nordkorea behauptet, das Coronavirus ausgerottet zu haben
  • Für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten ist ein Grundsatzurteil gefallen
  • Unser Corona-Blog schließt an dieser Stelle. Aktuelle News zur Pandemie lesen hier.

Berlin. In der Corona-Sommerwelle sieht das Robert Koch-Institut (RKI) den Zenit überschritten. Das RKI schreibt im aktuellen Wochenbericht, das Infektionsgeschehen flache weiter ab.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will heute in Berlin Fragen zur Corona-Lage beantworten. Seit Lauterbach und Justizminister Marco Buschmann (FDP) einen Katalog mit Schutzmaßnahmen für Herbst und Winter vorgelegt haben, gibt es an den Plänen Kritik aus den Bundesländern.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI bis Freitagmorgen 49.839 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 59.506) und 167 Todesfälle (Vorwoche: 165) innerhalb eines Tages.

Das RKI gab die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz von Infektionen mit dem Coronavirus am Donnerstagmorgen mit 345,9 an. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 354,5 gelegen (Vorwoche: 432,2; Vormonat: 702,4). Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen.

Corona-News von Freitag, 12. August: Unser Corona-Blog schließt hier

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Günther will Quarantäne nur noch für Corona-Infizierte mit Symptomen

1.10 Uhr: Ministerpräsident Daniel Günther hat eine deutliche Lockerung der Quarantäneregeln für Corona-Infizierte gefordert. "Aktuell müssen Infizierte fünf Tage in Isolation, auch ohne Symptome. Mein Vorschlag: Nur noch wer Symptome hat, bleibt zu Hause", sagte der CDU-Politiker der "Bild"-Zeitung. Es brauche derzeit "keine Regeln, die die Menschen verunsichern, sondern solche, die vulnerable Gruppen schützen." Bei einer Verschlechterung der Lage müsse die Möglichkeit zum schnellen Eingreifen bestehen. "Dazu reichen die aktuellen Gesetze", meinte Günther.

Corona-News von Donnerstag, 11. August – RKI zu Corona-Situation: Gipfel aktueller Welle scheint überschritten

22.07 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) beobachtet zuletzt ein Abflachen des Corona-Infektionsgeschehens und sieht deshalb den Zenit der Sommerwelle überschritten. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sei in der vergangenen Woche nach dem bereits deutlichen Rückgang in der Vorwoche erneut um insgesamt 27 Prozent gesunken und in allen Bundesländern und Altersgruppen rückläufig, geht aus dem RKI-Wochenbericht von Donnerstagabend hervor.

Zudem seien die Anzahl Sars-CoV-2-Infizierter mit Symptomen einer akuten Atemwegsinfektion in Deutschland und die Zahl der Arztbesuche Infizierter gesunken, "so dass der aktuelle Wellengipfel überschritten zu sein scheint".

Neu Delhi führt Corona-Maskenpflicht wieder ein

18.20 Uhr: Angesichts steigender Corona-Zahlen gilt in Indiens Hauptstadt Neu Delhi wieder eine Maskenpflicht. Wer an öffentlichen Orten ohne Maske erwischt wird, muss 500 Rupien (6 Euro) Bußgeld zahlen. Dies teilte die Regierung am Donnerstag mit. In der Millionenmetropole wurden in den vergangenen Tagen oft rund 2000 Fälle pro Tag registriert. Der Anteil der positiv ausgefallenen Corona-Tests sei auf knapp 18 Prozent gestiegen, berichtete "India Today".

In ganz Indien mit seinen mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern wurden zuletzt mehr als 16 000 Neuinfektionen an einem Tag gemeldet, wie offizielle Zahlen am Donnerstag zeigten. Das sind weniger als derzeit in ganz Deutschland. Experten haben bislang aber mehrfach Zweifel an der Aussagefähigkeit der indischen Corona-Zahlen geäußert und gesagt, dass sie zu niedrig seien.

Arbeiten im Heim ohne Impfung? - Gericht weist Klagen ab

16.20 Uhr: Zwei Mitarbeiter eines mittelhessischen Seniorenheims ohne Corona-Impfnachweis sind vor dem Hessischen Landesarbeitsgericht mit ihren Eilanträgen auf Weiterbeschäftigung gescheitert. Diese hätten darauf keinen Anspruch, teilte das Gericht am Donnerstag in Frankfurt mit. Der erforderliche Impfnachweis wirke wie eine berufliche Tätigkeitsvoraussetzung. In erster Instanz hatte bereits das Arbeitsgericht Gießen im April die Eilanträge abgewiesen. Daraufhin legten die Männer Berufung beim Landesarbeitsgericht ein.

Die Entscheidung der Frankfurter Richter, die Anträge ebenfalls abzuweisen und die Gießener Urteile zu bestätigen, ist rechtskräftig. Die Entscheidungen betrafen aber nur das Eilverfahren. Das Hauptverfahren läuft noch am Arbeitsgericht Gießen, ein Urteil steht noch aus.

Seit Mitte März greift die sogenannte einrichtungsbezogene Impfpflicht für Beschäftigte in Kliniken, Praxen oder Pflegeheimen. Diese mussten bis zum 15. März ihren Impfschutz oder den Genesenenstatus nachweisen - oder ein Attest vorlegen, dass sie die Spritze aus medizinischen Gründen nicht bekommen können.

Geldstrafe für renitente Masken-Verweigerin im Flugzeug

15.29 Uhr: Nachdem sie das Tragen einer Maske in einem Flugzeug verweigert hat, muss eine Frau eine Geldstrafe von 2350 Euro (90 Tagessätze) zahlen. Ein entsprechender Strafbefehl des Amtsgerichts Frankfurt gegen die 41-Jährige wurde am Donnerstag wirksam, nachdem die Beschuldigte nicht zum Prozess gekommen war. Verurteilt wurde sie wegen Körperverletzung und Angriffs auf Vollstreckungsbeamte.

Die Passagierin hatte bereits während des Fluges von Mexiko nach Deutschland im April vergangenen Jahres keinen Mund-Nasen-Schutz angelegt. Dies nahm der Kapitän zum Anlass, sie während einer Zwischenlandung in Frankfurt aus der Maschine zu weisen. Als sie sich weigerte, den Flieger zu verlassen, wurden Polizeibeamte verständigt, denen sich die Frau mit Gewalt widersetzte. Die Polizisten trugen leichtere Verletzungen davon. Erst mit Verspätung konnte der Flug Richtung München fortgesetzt werden.

Scholz sichert Ländern weiter Handlungsmöglichkeiten gegen Corona zu

14.11 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat den Bundesländern zugesichert, dass sie auch im Herbst und Winter Schutzmaßnahmen im Fall einer verschlechterten Corona-Lage ergreifen können. Scholz verwies am Donnerstag in Berlin darauf, dass die Bundesregierung einen Vorschlag für "gesetzliche Rahmenbedingungen für Handlungsmöglichkeiten der Länder" vorgestellt habe. Er verwies damit auf ein Anfang August vorgelegtes Schutzkonzept von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Justizminister Marco Buschmann (FDP).

Scholz sagte weiter: "Unser Programm ist, dass wir, wenn der Bundestag im September zusammenkommt, diese Gesetze gleich beschließen, so dass es einen unmittelbaren Anschluss für Handlungsmöglichkeiten für den ganzen Winter gibt, wenn die Gesetze, die heute gelten, am 23. September auslaufen." Er versicherte: "Das wird klappen."

Brandenburg verlängert Corona-Auflagen: Testpflicht nach Schulstart

13.03 Uhr: Brandenburg hat die Corona-Auflagen um weitere vier Wochen bis zum 12. September verlängert. Neu in die Corona-Schutzverordnung aufgenommen ist eine dreimalige Testpflicht an Schulen in der ersten Woche nach den Sommerferien.

Wie die Staatskanzlei am Donnerstag nach einem Kabinettsbeschluss mitteilte, gilt in Brandenburg bis 12. September weiterhin die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens. Auch eine Testpflicht für Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen bleibt bestehen.

In einer sogenannten Schutzwoche in Schulen müssen in allen Schulen Schüler und Lehrkräfte, die nicht immunisiert sind, einen Corona-Selbsttest machen. Dies ist in der ersten Woche nach den Sommerferien an drei Tagen vorgeschrieben (22., 24. und 26. August). Die Testpflicht gilt auch für anderes Schulpersonal, das direkten Kontakt zu Lehrern und Schülern haben kann. Geimpfte und genesene Schüler sowie in der Schule Tätige können sich freiwillig selbst testen, hieß es in der Mitteilung der Staatskanzlei.

Experte: Günstiger Corona-Trend in Österreich vor Ende

6.00 Uhr: Die aktuell günstige Corona-Prognose in Österreich wird sich nach Ansicht von Experten langfristig nicht fortsetzen. Ende August oder Anfang September sei wieder mit einer schrittweisen Verschärfung zu rechnen, sagte der Simulationsforscher Niki Popper der Deutschen Presse-Agentur. Dies werde sich bei der Belegung der Krankenhäuser mit Covid-Patienten zeigen. Die Fallzahlen selbst sagten auch in Österreich immer weniger aus, speziell seit der Abschaffung der Quarantäne-Pflicht für Infizierte am 1. August.

Der Schritt habe den Anreiz, sich testen zu lassen, weiter verringert, sagte Popper. "Dadurch ist den Fallzahlen derzeit nicht zu vertrauen." Einen Überblick könne man sich mit dem Monitoring des Abwassers verschaffen. Das Ende der Quarantänepflicht erhöhe im Modell die Ausbreitungsdynamik. "Es rennen mehr Leute herum, die s