Corona-Pandemie

Novavax-Impfstoff: Wirksamkeit, Nebenwirkungen – Alle Infos

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Biontech, Moderna, Astra Zeneca, Novavax: So unterscheiden sich die Impfstoffe

Biontech, Moderna, Astra Zeneca, Novavax- So unterscheiden sich die Impfstoffe

Aktuell sind die Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna, Astra Zeneca und Novavax im Gespräch. Sehen Sie hier, worin sich die vier Impfstoffe unterscheiden.

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Berlin.  Das Corona-Vakzin Novavax ist weder ein mRNA- noch ein Vektor-Impfstoff. Es soll hochwirksam sein. Was die Impfung so besonders macht.

Vier Corona-Impfstoffe sind bisher in Deutschland zugelassen. Dabei soll es aber nicht bleiben. Ein weiterer Impfstoff-Kandidat aus den USA verspricht einen effektiven Schutz: Das Vakzin des Pharmaunternehmens Novavax funktioniert aber anders als die bisherigen Impfstoffe.

Wie wirksam ist der Impfstoff von Novavax?

Nach den Ergebnissen einer Phase-3-Studie liegt die Wirksamkeit des Impfstoffs, der aktuell den Namen NVX-CoV2373 trägt, bei 90,4 Prozent. Das bedeutet, dass bei den Probanden der geimpften Gruppe rund 90 Prozent weniger Erkrankungen auftraten als bei den Teilnehmenden der Kontrollgruppe.

Der Schutz vor mittelschweren und schweren Erkrankungsverläufen lag demnach sogar bei 100 Prozent, teilte Novavax mit. An der Studie nahmen fast 30.000 volljährige Menschen in den USA und Mexiko teil.

Nun bestätigte eine wissenschaftliche Studie die hohe Wirksamkeit des Novovax-Vakzins. 16.645 Menschen aus Großbritannien, darunter Männer und Frauen zwischen 18 and 84 Jahren, nahmen daran daran teil. Ergebnis: eine Wirksamkeit von 89,7 Prozent bei zwei im Abstand von 21 Tagen verabreichten Dosen.

Schwere Verläufe traten nur bei fünf Probanden auf, die alle nicht die Impfung, sondern ein Placebo bekommen hatten.

Um was für einen Impfstoff handelt es sich bei Novavax?

Das Vakzin von Novavax ist im Gegensatz zu den bisher zugelassenen Impfstoffen weder ein mRNA-Impfstoff – wie die Präparate von Biontech und Moderna – noch ein Vektor-Impfstoff wie der von Astrazeneca. Beim Vakzin von Novavax handelt es sich um einen proteinbasierten Impfstoff.

Bisher wurde angenommen, dass es sich damit auch um einen sogenannten Totimpfstoff handelt. Florian Krammer, Professor für Impfstoffkunde, schrieb in einem Beitrag auf Twitter allerdings: "Kann man bitte aufhören, den Impfstoff von Novavax als Totimpfstoff zu bezeichnen? Es ist ein rekombinanter Proteinimpfstoff. Dafür wird das Spike Protein mithilfe von Baculoviren in Mottenzellen hergestellt und dann mit Matrix-M Adjuvant (ein Saponin) formuliert."

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach ergänzte: "Stimmt zwar. Aber weil so viele Ungeimpfte nur Totimpfstoff wollen, warum auch immer, wird bald erhältliches Novavax als solcher bezeichnet. Mir ein Rätsel, wo die Sicherheit eines 40k Erfahrung Impfstoff liegen soll, wenn mRNA sofort abgebaut wird und milliardenfach bewährt ist."

Wie funktioniert das Corona-Vakzin?

Während andere Corona-Impfstoffe lediglich den Bauplan für das Spike-Protein in Form von DNA oder mRNA enthalten, wird mit dem Impfstoff von Novavax das Spike-Protein direkt injiziert. Das stachelige Spike-Protein, welches das Coronavirus umhüllt, ist für das Andocken von SARS-CoV-2 an die Zellen des menschlichen Körpers verantwortlich.

Zuvor wird es künstlich im Labor erstellt und massenhaft in Insektenzellen reproduziert. Im Labor wird dabei sichergestellt, dass kein genetisches Material des Virus in den Impfstoff gelangt und das Präparat somit ungefährlich bleibt.

Zusätzlich wird dem Impfstoff eine Substanz beigemischt, auch Adjuvans genannt, welche die Reaktion des Immunsystems auf den Impfstoff verstärkt. Nach der Injektion bildet das menschliche Immunsystem Antikörper gegen das Spike-Protein und kann dadurch eine Covid-19-Erkrankung abwehren.

Das Verfahren mit den proteinbasierten Impfstoffen ist altbewährt. Ein bekanntes proteinbasiertes Vakzin ist zum Beispiel das gegen Influenza.

Braucht man eine oder zwei Dosen von Novavax?

Wie das Unternehmen mitteilt, müssen zwei Impfungen im Abstand von mindestens drei Wochen injiziert werden, um vollständigen Impfschutz zu erreichen.

Novavax: Was ist mit dem Impfschutz bei Mutationen?

Das Vakzin soll sehr gut vor der Alpha-Variante (B.1.1.7) schützen, die derzeit am häufigsten in Deutschland auftritt. Studienteilnehmer hätten sich aber auch mit anderen verbreiteten Varianten infiziert, etwa mit der Gamma- oder der Delta-Mutante, sagte Novavax-Forschungschef Gregory Glenn.

Der Impfstoff schützte Studienteilnehmer, die ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf hatten, demnach zu 91 Prozent und zeigte eine Wirksamkeit von 100 Prozent bei der Vorbeugung mittelschwerer und schwerer Covid-19-Fälle.

Auch die neue Studie bezog sich hauptsächlich auf die Alpha-Variante, bescheinigte dem Novavax-Impfstoff aber ebenfalls eine erhebliche Wirksamkeit gegen andere Virusstämme.

Welche Nebenwirkungen sind nach einer Impfung mit Novavax möglich?

Generell sei die Impfung gut vertragen worden, hieß es vom Pharma-Unternehmen. Teilnehmer berichteten demnach über zeitweilige Schmerzen an der Einstichstelle sowie Müdigkeit, Kopf- und Muskelschmerzen.

Bisher habe es keine Fälle von Blutgerinnseln oder Herzproblemen gegeben.

Diese Ergebnisse bestätigte die neue Studie. Bei älteren Teilnehmern traten seltener und mildere Impfreaktionen auf. Nach der zweiten Dosis berichteten die Probanden häufiger über Reaktionen als nach der ersten. Schwere Nebenwirkungen gab es nur in 0,5 Prozent der Fälle.

Wann wird der Impfstoff von Novavax zugelassen?

Nach eigenen Angaben will das Unternehmen bis Ende September eine Zulassung in den USA und Europa stellen. Bis dahin sei eine Produktion von 100 Millionen Dosen pro Monat möglich. Bis Ende des Jahres sollen dann 150 Millionen Dosen monatlich hergestellt werden.

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In der EU läuft bereits seit Februar ein beschleunigtes Prüfverfahren. Dieser sogenannte Rolling-Review-Prozess wird so lange fortgesetzt, bis ausreichend Daten für einen formellen Zulassungsantrag vorhanden sind.

Warum spielt Novavax vor allem für arme Länder eine so wichtige Rolle?

Der Impfstoff von Novavax kann bei normalen Kühlschranktemperaturen gelagert werden und ist somit leicht zu transportieren. „Viele unserer ersten Dosen werden in Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen gehen, und das war von Anfang an das Ziel“, erklärte Novavax-Chef Stanley Erck.

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