Gewalt

Fußgänger stirbt nach Prügelattacke eines Radfahrers

Die Limmerstraße in Hannover: Hier ist die Tat geschehen. Das Bild zeigt eine ältere Aufnahme von Google Street View.

Die Limmerstraße in Hannover: Hier ist die Tat geschehen. Das Bild zeigt eine ältere Aufnahme von Google Street View.

Foto: Google / Street View

Hannover  Ein Fußgänger läuft vor ein Rad. Der Fahrer rastet aus und prügelt ihn krankenhausreif. Nun ist das Opfer in einer Klinik gestorben.

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Nach einer brutalen Attacke im Straßenverkehr in Hannover ist ein 40 Jahre alter Mann gestorben. Der Hotelwirt war von einem 28-Jährigen krankenhausreif geprügelt worden – und das nur, weil dieser ihm vors Fahrrad gelaufen war. Der 40-Jährige kämpfte deshalb von Montagnachmittag bis Donnerstag mit dem Tod.

Der Fall hatte für Aufsehen gesorgt, weil der Tatverdächtige nicht nur mit besonderer Brutalität auf sein Opfer eingeprügelt hatte – sondern auch, weil die Behörden ihn nach der Vernehmung zuerst hatten laufen lassen. Tatverdacht: Gefährliche Körperverletzung.

Diese Einschätzung ist zwischenzeitlich revidiert worden. Der 28-Jährige sitzt inzwischen in Untersuchungshaft und wird nun des versuchten Totschlages beschuldigt.

Tatverdächtiger hätte Folgen absehen können

„Bei Zeugenvernehmungen hat sich herauskristallisiert, dass dem Opfer mehrfach wuchtige Faustschläge ins Gesicht versetzt worden sind,“ sagte Oberstaatsanwältin Kathrin Söfker unserer Redaktion. Gleichzeitig sei davon auszugehen, dass der Täter sein Handeln hatte einschätzen können – und die Folgen in Kauf nahm.

Dass der mutmaßliche Täter sein Handeln einschätzen konnte, ist wohl auch damit zu begründen, dass er Erfahrung hat. Wie die „Bild“ berichtet, ist der Verdächtige Kickboxer und entsprechend geschult in den Wirkungen seiner Schläge.

Opfer soll aufs Handy geguckt haben

Am Montagnachmittag lief der 40-Jährige auf der Limmerstraße in Hannover. Eine verkehrsberuhigte Zone, in der hauptsächlich Fußgänger, Radfahrer und die Stadtbahn unterwegs sind. Der 28-Jährige radelte Richtung Küchengarten, einem großen Platz.

Eine Karte von Google Maps zeigt ungefähr den Tatort.


Offenbar war der 40-Jährige abgelenkt, Oberstaatsanwältin Söfker erklärte, er habe möglicherweise auf sein Handy geguckt. Er trat auf die Straße – der 28-Jährige auf seinem Fahrrad musste ausweichen. Die Szene führte zu einer kurzen Rangelei. Dann trennten sich die beiden – und trafen nur wenige Meter entfernt noch einmal aufeinander.

Staatsanwaltschaft wartet noch auf Testergebnisse

Der 28-jährige Fahrradfahrer begann laut Polizei auf den 40-Jährigen einzuprügeln. Laut der Zeugen war der Angreifer extrem brutal. Behördensprecher Mirco Nowak erklärte, der Ältere sei daraufhin gestürzt – und habe lebensgefährliche Verletzungen erlitten.

Das Opfer betrieb in Hannover im Bezirk Döhren-Wülfel ein Hotel. Der mutmaßliche Täter war laut Polizei nicht alkoholisiert, allerdings wartet die Staatsanwaltschaft laut Söfker noch auf Testergebnisse, möglicherweise waren Drogen im Spiel.

Angreifer nun doch in Haft

Am Mittwoch bewerteten Staatsanwaltschaft und Polizei den Fall dann nach Zeugenbefragungen noch einmal neu: „Versuchtes Tötungsdelikt“, teilten die Behörden mit. Der mutmaßliche Täter wurde in seiner Wohnung festgenommen – ein Richter erließ dann Haftbefehl. (ses)

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