Gericht

Geiselnahme in Forensik - Gericht verhängt Haftstrafe

Archivbild. Die beiden Angeklagten wurden zu mehreren Jahren Haft verurteilt.

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Archivbild. Die beiden Angeklagten wurden zu mehreren Jahren Haft verurteilt.

Kleve/Bedburg-Hau.   Zwei Forensik-Insassen aus Bedburg-Hau sind in Kleve zu mehreren Jahren Haft verurteilt worden. Sie hatten Pfleger ein Stück Ohr abgeschnitten.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Zwei Psychiatrie-Insassen hatten im Mai 2017 in der Forensik Bedburg-Hau bei ihrem Fluchtversuch einen Pfleger in ihre Gewalt gebracht und schnitten ihm ein Stück der Ohrmuschel ab. Dafür müssen sie jetzt lange hinter Gitter: Das Landgericht Kleve verurteilte die 29 und 36 Jahre alten Geiselnehmer am Montag zu über sieben und acht Jahren Haft, wie ein Gerichtssprecher am Montag mitteilte.

Die Richter sprachen die beiden Täter der Geiselnahme in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung schuldig. Das Opfer habe bei der Attacke Todesängste aushalten müssen. Der Mann leide noch heute unter den Ereignissen.

Geiselnehmer wollten Öffnen der Pforte erpressen

Die beiden Täter hatten laut Gericht für ihre Flucht aus der Psychiatrie den Pfleger in ihre Gewalt gebracht. An der Pforte drohten sie damit, den Mann umzubringen, wenn der Pförtner nicht öffne. Als der Pförtner sich weigerte, schnitt der 36-Jährige dem Opfer auf Drängen seines Komplizen mit einem selbstgebastelten Schneidewerkzeug ein Stück Ohr ab.

Als das Tor noch immer nicht geöffnet wurde, kletterte der Ältere über die vier Meter hohe Sicherungsmauer. Sein Komplize schaffte das nicht. Der 36-jährige wurde zwei Tage später in seiner Heimatstadt Bonn gefasst. Jetzt wurde er zu sieben Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt. Der jüngere Komplize erhielt die höhere Strafe von acht Jahren und sechs Monaten Haft, unter anderem wegen seiner Vorstrafen auch nach Gewalttaten. (dpa)

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik