Gericht

26-Jähriger soll betrunkene Frau vergewaltigt haben

Ein Mann soll eine stark betrunkene Frau vergewaltigt haben. Dafür muss er sich nun vor Gericht verantworten.

Foto: Volker Herold

Ein Mann soll eine stark betrunkene Frau vergewaltigt haben. Dafür muss er sich nun vor Gericht verantworten.

Duisburg.   Ein Mann aus dem Duisburger Süden steht vor dem Amtsgericht. Er soll eine stark betrunkene Frau vergewaltigt haben, die sich nicht wehren konnte.

Wegen einer besonders abscheulichen Variante des sexuellen Übergriffs muss sich ein 26-Jähriger vor dem Amtsgericht Duisburg verantworten. In der Nacht zum 7. Oktober 2016 soll er in seiner damaligen Wohnung in Huckingen eine 21-jährige Studentin, die sich nach dem Genuss von Alkohol nicht mehr wehren konnte, vergewaltigt haben.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm schwere sexuelle Nötigung einer Widerstandsunfähigen vor. Die junge Frau soll zwei Flaschen eines Prosecco-Holundersirup-Gemischs getrunken haben. Danach soll sie eingeschlafen sein. Als sie am nächsten Morgen aufwachte, war die Zeugin nackt und will Spuren einer Vergewaltigung bemerkt haben. Ihre Mutter brachte die 21-Jährige kurz danach ins Krankenhaus.

Angeklagter spricht von einvernehmlichem Sex

Der Angeklagte bestreitet den Vorwurf. Die ihm aus Jugendzeiten bekannte Zeugin habe ihn besucht, um sich seine schicke Wohnung anzusehen. Er habe sich gewundert, dass sie zwei Flaschen Sektgemisch mitbrachte. „Wir haben ein Trinkspiel gemacht.“ Danach habe die junge Frau nicht mehr nach Hause fahren können. „Ich habe ihr angeboten, in meinem Bett zu schlafen.“ Es sei einvernehmlich zum Sex gekommen.

„Eigentlich war es ein netter Abend“, so die Zeugin, die nach den Worten ihrer Verteidigerin nach der Tat zeitweilig stationär in der Psychiatrie aufgenommen wurde, die Ärzte aber nicht von der Schweigepflicht entbinden will. Der Angeklagte habe sich, so weit sie sich erinnern könne, völlig korrekt verhalten, so die 21-Jährige. „Doch irgendwann gingen bei mir die Lampen aus. Und am nächsten Morgen wachte ich nackt auf. Seitdem frage ich mich, was passiert ist.“ Nie zuvor habe sie solche Ausfallerscheinungen gehabt.

Unter Tränen berichtete die junge Frau von Gewissenskonflikten gegenüber den Eltern des Angeklagten. Ihre teils wirren Angaben sorgten für eine Prozess-Unterbrechung. Das Schöffengericht verkündete, die Zeugin bis zu einer Neuverhandlung psychiatrisch auf ihre Glaubwürdigkeit untersuchen zu lassen.

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