Strafprozess

Erwachsener Gladbecker nach Sex mit Mädchen (12) verurteilt

Foto: David Ebener

Gladbeck.  Der nicht vorbestrafte Mann (27) lernte die Gymnasiastin im Chat kennen. Erdrückende Beweise vor Gericht: Er hatte jede der Taten gefilmt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Ein Gladbecker ist jetzt von der Jugendkammer des Landgerichtes Augsburg zu einer Haftstrafe von vier Jahren und acht Monaten wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines zwölfjährigen Mädchens in drei Fällen und dem Herstellen von kinderpornografischen Aufnahmen verurteilt worden.

Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, hatte der 27-Jährige die Schülerin aus Augsburg über eine Spieleplattform via Internet kennengelernt, die zunächst angab, 19 Jahre alt zu sein. Der Chat des ungleichen Paares wurde schnell intimer, der Gladbecker schickte Nacktvideos von sich. Das Mädchen, das die sechste Klasse eines Gymnasiums besucht, von Mitschülern als Streberin verspottet wird, machte es ihm nach. Während der Pfingstferien trafen sich beide schließlich in Augsburg in einem Hotel und hatten zum ersten Mal Sex.

Schwerer Vorwurf dazu vor Gericht, dass der Mann spätestens dort nicht die Reißleine zog, als er erfuhr wie alt seine Chatpartnerin wirklich war. Der 27-Jährige filmte zudem auch bei zwei weiteren Treffen den Sex. Vor Gericht ist er dann beschämt als Aufnahmen davon im Saal gezeigt werden und hält sich weinend die Ohren zu. Bei diesen Beweisen räumt er alle Vorwürfe ein.

Nicht pädophil veranlagt

Der Servicemann hatte zum Zeitpunkt der Taten eine feste, erwachsene Freundin und ist nach Feststellung des Gerichts auch nicht pädophil veranlagt. Zeugen verdeutlichten, wie die verliebte Zwölfjährige unter der heimlichen Liebesbeziehung psychisch litt. Die einstige Spitzenschülerin wurde häufig krank, sie hatte Panikattacken, dachte an Suizid. Das Mädchen fing an, sich zu ritzen und schriebt auf sein Drängen: „Ich kann nicht den ganzen Tag Pornos für die drehen“.

Die Eltern entdeckten Chatverläufe auf dem Handy ihrer Tochter. Der Vater verbot dem Angeklagten telefonisch jeden Kontakt zu seinem Kind – ohne den bereits intimen Kontakt zu ahnen. Die heimliche Beziehung hielt an, bis sich die mittlerweile 13-Jährige, von Freundinnen bestärkt, im Gymnasium einer Schulpsychologin anvertraute.

Im Juni diese Jahres wurde der Gladbecker festgenommen, kam in U-Haft. Sein Urteil fiel jetzt relativ milde aus, da der Mann zusicherte, Schmerzensgeld zu zahlen. Seinem inzwischen 14 Jahre alten Opfer geht es heute besser, das Kind wird traumatherapeutisch behandelt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (3) Kommentar schreiben