Verhandlung

Loveparade-Prozess: Richter drängt auf Eröffnungsvorträge

Vor leeren Stuhlreihen wurde in Düsseldorf verhandelt.

Foto: Federico Gambarini/dpa

Vor leeren Stuhlreihen wurde in Düsseldorf verhandelt. Foto: Federico Gambarini/dpa

Düsseldorf.  Besetzungsrügen und Anträge verzögern den Prozess in Düsseldorf weiterhin. Richter Plein drängt seit Tagen: „Wir müssen hier mal weiterkommen.”

Im Prozess um die Duisburger Loveparade beginnt das neue Jahr so schleppend, wie das alte aufgehört hat. Auch am vierten Prozesstag wurden Beschlüsse der 6. Großen Strafkammer mit sofortigen Vetos aus den Reihen der Verteidiger beantwortet; nach der zweiten Besetzungsrüge wird nun bereits eine dritte formuliert. „Wir kommen in diesem Verfahren an die Grenzen der Strafprozessordnung”, sagte Prof. Thomas Feltes. Der Bochumer Kriminologe vertritt den Vater der bei der Technoparty gestorbenen Svenja (22) aus Castrop-Rauxel als Nebenkläger.

Anträge verzögern den Prozess

Wirklich überraschend ist diese Entwicklung nicht: Dass 32 Juristen - „– und nicht die schlechtesten”, wie Kenner wissen – im Sinne der zehn Angeklagten alle juristischen Möglichkeiten ausschöpfen würden, war erwartet worden. Antrag folgte schon vor den Feiertagen auf Antrag, drei Verhandlungstage wurden gleich ganz aufgehoben, Stunden vergingen an den übrigen mit dem Verlesen zig Seiten langer Eingaben.

Verfahren wird nicht ausgesetzt

Am Mittwoch brauchte der Vorsitzende selbst mehr als eine Stunde, um alles vorzutragen, was die Kammer über den Jahreswechsel entschieden hatte: Das Verfahren wird nicht ausgesetzt oder eingestellt, eingeforderte Akten aus dem Innenministerium werden als „verfahrensfremd” zurückgewiesen…

Weitere Besetzungsrüge angekündigt

Weil Richter Mario Plein das Ansinnen, vor einer anderen Kammer des Duisburger Landgerichts zu verhandeln, erneut ablehnte, kommt von den Verteidigern des Loveparade-Gesamtleiters nun eine weitere „Besetzungsrüge”. Alleine über deren Vorbereitung und die richtige Reihenfolge berieten die Beteiligten fast hitzig: erst belehren, dann rügen, dann „richtig” anfangen oder umgekehrt oder doch ganz anders? Heute, gleich oder morgen?

Wann werden erste Zeugen gehört?

Nun soll es am Donnerstag weitergehen, vielleicht auch endlich mit den Eröffnungsvorträgen von der Anklagebank. Darauf drängt Richter Plein seit Tagen: „Wir müssen hier ja mal weiterkommen.” Dass die ersten Zeugen noch in diesem Monat zu Wort kommen werden, damit rechnet derzeit niemand.

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