Kommentar

Greta Thunberg – Wie lange hält sie dem Druck noch stand?

Das Cover des britischen Magazins „GQ“, Greta Thunberg ziert provokant die Oktoberausgabe.

Das Cover des britischen Magazins „GQ“, Greta Thunberg ziert provokant die Oktoberausgabe.

Foto: Christopher HuntGQ Magazine / dpa

Berlin.  Klima-Aktivistin Greta Thunberg ziert kurz vor ihrer Atlantiküberquerung so manches Cover. Firmen versuchen, ihre Prominenz zu nutzen.

Wäre Greta Thunberg eine Maschine, würde sie jetzt gerade auf Hochtouren laufen. Pünktlich zu ihrer Atlantiküberquerung mit einem Sport-Segler ziert sie verschiedene Cover von Hochglanzmagazinen. Eines darunter, ein Männermagazin – in diesem zieht sich in der Regel zwar keine Frau aus – es ist aber ein Magazin, das für einen entsprechenden Lifestyle steht. Schicke Uhren, teure Autos, gute Anzüge. Nicht gerade Greta Thunbergs Accessoires. Aus Äußerlichkeiten machte sich die Klimaaktivistin bisher eigentlich nichts.

Auf dem Cover der britischen „GQ“ trägt sie einen Anzug und zeigt provokativ mit dem Finger auf ihr fiktives Gegenüber. Das Cover, die Geste, sieht aus, wie einst das Rekrutierungsplakat der Amerikaner im Ersten Weltkrieg, nur dass wir nicht Uncle Sam sehen, sondern die 16-jährige Thunberg. Die wortlos propagiert: I want you. Nebenbei verleiht ihr das Magazin auch den extra für sie ausgelobten „Game Changer Award“.

Ein bisschen viel Rummel ist das alles. Denkt man zurück an die harmlosen Bilder vom Sommer 2018, als Thunberg noch im gelben Regenmantel vor dem schwedischen Regierungssitz in Stockholm ihren „Schulstreik für das Klima“ abhielt. Diese Bilder lösten eine Welle der Sympathie aus. Das Mädchen sah so unschuldig aus. Sie beeindruckte durch ihren Mut.

Doch was inzwischen bekannt ist, der Erfolg ihrer Aktion wurde missbraucht. Der schwedische Unternehmer und Medienprofi Ingmar Rentzhog postete das Bild auf Facebook, unterstützte sie später selbst. Warb mit ihr für sein Netzwerk „We don’t have time“, halb Unternehmen, halb Stiftung, das Druck auf Unternehmen und Regierungen ausüben will, sich an das Pariser Klimaabkommen zu halten.

Im Februar diesen Jahres distanzierte sich Greta Thunberg von Rentzhog und erklärte nie Geld von ihm bekommen zu haben. Doch umgekehrt wird ein Schuh draus. Rentzhog soll laut schwedischen Medien bereits Millionen Euro für seine Arbeit eingesammelt haben, mit Greta Thunberg als Werbeikone. Die allerdings wusste angeblich nichts davon, dass Rentzhog sie für seine „PR-Kampagne für das Klima“ instrumentalisiert habe.

Tausende Jugendliche folgen ihrer „Fridays for Future“-Bewegung weltweit. Es ist ein Hype um das Mädchen entstanden, den sie selbst nicht mehr kontrollieren kann. Auch wenn alles dazu dient, Gretas Botschaft weiterzuverbreiten, ist die Aufmerksamkeit, die ihr zukommt, nur noch schwer zu ertragen.

Greta Thunberg leidet an Asperger und segelt trotzdem über den Atlantik

Die Jugendliche segelt jetzt auch noch zwei Wochen über den Atlantik. Für die ersten Tage ihrer Reise ist Sturm angesagt. Zudem leidet sie an Asperger, einer Form des Autismus, und kann sich auf dem kleinen Sportsegelschiff kaum zurückziehen. Alles für die Sache, ihrer Teilnahme an der UN-Klimakonferenz in New York.

Um zum Vergleich mit der Maschine zurückzukehren. Bei Maschinen gibt es einen Kippmoment. Das ist der Moment der höchsten Drehzahl. Das Gerät braucht um in diesem Zustand weiterzulaufen einen guten Motor, eine gute Aufhängung, Dämpfung und vor allen Dingen ein robustes Lager.

Hat die Maschine all das nicht, geht sie kaputt, blockiert. Droht ein Schleudertrauma. Greta Thunberg ist keine Maschine. Wie lange sie noch so hochtourig für das Klima kämpfen kann? Keiner weiß das. Doch ihre Eltern sollten auf sie acht geben. Im Moment sieht es leider so aus, als ob sie die Drehzahl für ihr Kind nur noch erhöhen.

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