Corona

Große Impflücken bei Kindern und Jugendlichen in NRW

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Besonders große Rückgänge gibt es bei Erstimpfungen zur Krebsvorsorge bei bei Kindern und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen.

Besonders große Rückgänge gibt es bei Erstimpfungen zur Krebsvorsorge bei bei Kindern und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen.

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Düsseldorf.  Während Corona gab es laut DAK-Krankenkasse weniger Impfungen bei Kindern und Jugendlichen in NRW – unter anderem im Bereich der Krebsvorsorge.

In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Impfungen von Kindern und Jugendlichen während der Corona-Pandemie offenbar zurückgegangen. Laut einer am Donnerstag in Düsseldorf vorgelegten Sonderanalyse der Krankenkasse DAK-Gesundheit gibt es bei der Zahl der geimpften Jungen und Mädchen zwischen 2019 und 2021 eine Abnahme von 13 Prozent. Hochgerechnet auf die Bevölkerung erhielten somit rund 187.000 weniger Kinder und Jugendliche in NRW eine Immunisierung.

Besonders ausgeprägt ist den Angaben zufolge der Rückgang bei HPV-Erstimpfungen zur Krebsvorsorge. Hier ist ein Minus von 31 Prozent zu verzeichnen. Deutlich sei auch die Abnahme bei den Gesamtimpfungen gegen Diphtherie, Keuchhusten, Tetanus, Kinderlähmung, Haemophilus influenzae Typ b und Hepatitis B. In diesem Bereich gab es mit etwa 80.000 geimpften Jungen und Mädchen im Jahr 2021 einen Rückgang von 17 Prozent.

Corona-Pandemie hat negativen Trend verstärkt

Große Rückgänge gab es auch bei Gesamtimpfungen gegen Meningokokken C (minus 21 Prozent). „Mit Sorge beobachten wir schon länger die erheblichen Rückgänge im Impfverhalten bei Kindern und Jugendlichen bei uns in Nordrhein-Westfalen. Die Corona-Pandemie hat diesen negativen Trend verstärkt“, sagte der Leiter der Landesvertretung der DAK-Gesundheit in NRW, Klaus Overdiek.

Zum Schutz der Kinder und Jugendlichen seien die ausgefallenen oder verschobenen Impfungen dringend nachzuholen, so Overdiek weiter. „Sonst wird die Gesundheit vieler junger Menschen wieder durch Krankheiten bedroht, die als nahezu ausgerottet galten.“

Impflücken dringend schließen

Auch der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, ruft zu verstärkten Anstrengungen auf. Die anhaltend hohen Infektionszahlen durch Corona hätten „sicherlich auch negative Auswirkungen auf die Impfraten, die teilweise zweistellig gesunken sind“. „Wir müssen die Impflücken jetzt schließen“, erklärte er.

Für die repräsentative Analyse wurden ambulante Behandlungsdaten von allen DAK-versicherten Kindern und Jugendlichen aus NRW wissenschaftlich untersucht und mit der Situation vor der Pandemie verglichen. Die DAK-Gesundheit ist mit rund 5,5 Millionen Versicherten nach eigenen Angaben die drittgrößte Krankenkasse Deutschlands, in NRW hat sie etwa eine Million Mitglieder. (dpa)

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