Guildo Horn

Guildo Horn interessiert sich nicht für den Grandprix

Wenn Schlagerstar Guildo Horn an seinem Leben etwas ändern könnte? Er würde früher anfangen, Brillen beim Discounter zu kaufen, verrät er im Interview.

Wenn Schlagerstar Guildo Horn an seinem Leben etwas ändern könnte? Er würde früher anfangen, Brillen beim Discounter zu kaufen, verrät er im Interview.

Foto: Mark Sonneborn

Xanten.   Guildo Horn ist der Stargast beim „Tag der Begegnung“ am 2. Juni in Xanten. Vor dem größten integrativen Fest für Menschen mit und ohne Behinderung spricht der Schlagersänger über seinen 50. Geburtstag, neue Studioaufnahmen und den Grund, warum er sich nicht mehr für den Grandprix interessiert.

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Momente wie diesen gibt es derzeit eher wenig. Mal entspannt auf der Terrasse sitzen, die ersten Sonnenstrahlen genießen, die bergische Landluft in der Nase. Im August wurde Guildo Horn zum zweiten Mal Vater, das Töchterchen verlangt die ganze Aufmerksamkeit. Nebenbei ist der Entertainer und Schlagersänger derzeit mit seinen „Orthopädischen Strümpfen“ im Studio, Ende des Jahres soll das neue Album erscheinen. Und am 2. Juni geht’s an den Niederrhein zum „Tag der Begegnung“ im Archäologischen Park in Xanten. Vor dem größten integrativen Fest für Menschen mit und ohne Behinderung, das von der NRZ präsentiert wird, sprach Christian Schyma mit Stargast Guildo Horn.

Im kommenden Jahr wird Guildo Horn 50. Wie wird gefeiert?

Guildo Horn: Hmm, ich weiß noch gar nicht, ob es eine private oder eher öffentliche Feier gibt. Ich mag es ruhig, aber wenn ich losgelassen werde, bin ich ein orthopädisches Feierbiest. Vielleicht nutze ich dieses Datum aber auch zur inneren Einkehr und weise mich in ein gestrenges Kloster ein.

Wie sieht denn die Zwischenbilanz Ihres Lebens aus? Was würden Sie anders machen?

Horn: Ehrlich, ich würde meine Hornbrille viel früher bei Fielmann kaufen. Zurück zu blicken finde ich zum einen müßig und langweilig, vor allem hab ich da auch gar keine Zeit zu. Ich bin rundherum glücklich, lebenssüchtig und tue eigentlich stets das was ich will. Ich habe eine tolle Familie und tolle Freunde. Das heißt, ich möchte mit niemandem auf der Welt tauschen und bereue nichts, von dem Sie wissen sollten.

Theater, Fernsehen, Konzerte – hat nicht auch Guildo Horn den Wunsch, mal Pause zu machen?

Horn: Ja natürlich. Ich halte mich persönlich auch für faul, aber es gibt so viele spannende Dinge zu tun! Und die tue ich dann auch. Es fasziniert mich immer, wie viel parallel geht. Aber letztes Jahr an Weihnachten war ich dann mal wieder am Punkt. Völlig am Ende. Nach fest kommt eben kaputt. Trotz aller Arbeit versuche ich die meiste Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Das ist das schönste. Ich bin ja noch mal Papa geworden. Also arbeite ich um zu leben und nicht umgekehrt.

Sie haben früher als Musiktherapeut gearbeitet, machten eine Fernsehtalkshow mit Behinderten und suchten die Super-Band mit Musikern mit Behinderung. Gibt es weitere Projekte in dieser Richtung?

Horn: Das ist leider immer auch ein Frage des Sendeplatzes. Für Integration und Inklusion sind alle. Wenn´s aber drum geht, was Unterhaltsames mit Behinderten im Fernsehen zu bringen, da stockt dann das Engagement. In diesem Jahr ist aber etwas mit der Aktion Mensch geplant. Und zwei Bands, die wir über den „Guildo sucht die SuperBand“ Wettbewerb entdeckt haben, treten in Xanten auf. „Spirit Steps“ und unsere Gewinnerband „Seeside“.

Apropos Xanten. Wie wichtig ist es, dass sich Menschen mit und ohne Behinderung einen ganzen Tag lang begegnen?

Horn: Beim Feiern gibt es kein Behindertsein oder nicht. Ich freue mich wie ein kleines Kind: Die ganze Stadt wird brodeln. Und unsere Veranstaltung wird bestimmt auch viele Menschen in den Bann ziehen, die sonst mit diesem Thema gar keine Berührung haben.

Was bekommen die Besucher in Xanten denn von Guildo Horn und den Orthopädischen Strümpfen zu sehen und zu hören?

Horn: Ein gepatchworktes Programm mit allem, was man aus der Geschichte des Schlagers kennt und liebt. Dazu legen wir unser leichtes Sommerparfüm auf.

Am Samstag geht’s in Baku um die Krone beim Eurovision Song Contest. Guildo Horn war ja 1998 auch schon beim Grand Prix dabei. Verfolgen Sie die Entscheidung?

Horn: Nö. Im Moment interessiert der ESC leider niemanden. Der Vorentscheid ist zu einer aalglatten Castingshow mutiert, wo dem Gewinner später ein formatgerechter Song auf den Leib gedrückt wird. Wer mich kennt weiß, dass ich´s gerne bunt und wild mag. Deshalb komme ich ja auch nach Xanten.

Wie sehen Guildo Horns genaue Zukunftspläne aus?

Horn: Ich liebe es eigentlich eher, in einen dunklen Tunnel reinzulaufen. Einen Vier-oder Fünf-Jahres-Plan gibt es bei mir nicht. Die „Rocky Horror Show“ am Theater Hagen geht wegen großer Nachfrage in die zweite Runde. Unser neues Album „In Würde Altern“, oder so wird Ende diesen Jahres fertig. Wir spielen eine Menge Konzerte und ich freue mich auf hoffentlich viel Zeit zu Hause.

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