Großrazzia

Illegale Streaming-Angebote: Polizei hebt Pay-TV-Bande aus

Pay-TV und Streaming sind modern, aber kosten Geld. Nicht jeder will den vollen Preis bezahlen. Mancher, der trotzdem mehr als TV und Video will, findet illegale Wege. (Symbolbild)

Pay-TV und Streaming sind modern, aber kosten Geld. Nicht jeder will den vollen Preis bezahlen. Mancher, der trotzdem mehr als TV und Video will, findet illegale Wege. (Symbolbild)

Foto: via www.imago-images.dehardt / imago/Future Image

Rom.  Pay-TV gucken, aber nicht viel zahlen. Das geht. Ist aber meist illegal. Der Polizei gelang ein Schlag gegen eine internationale Bande.

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Die schöne Welt des Pay-TV – verlockend für viele, aber nicht für alle ihr Geld wert. Wer sucht, findet auch Wege, das Bezahlfernsehen kostenlos zu nutzen. Bisher auch über einen Anbieter in Italien. Der allerdings nun stillgelegt wurde – Großeinsatz gegen eine internationale Bande.

Aus Deutschland waren die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität in Frankfurt, die Landespolizei Hessen sowie Ermittler in Wuppertal an dem Schlag gegen die TV-Piraterie beteiligt. Offenbar sind auch Leistungen von Sky Deutschland angeboten worden. Zu einem deutlich niedrigeren Preis.

Bande bietet illegal Pay-TV an – mehr als 200 Server sichergestellt

Die Band sei ausgehoben und mehr als 200 illegale Server seien in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden vom Netz genommen worden, teilte die europäische Justizbehörde Eurojust am Mittwoch in Den Haag mit.

Über die Server konnten Inhalte aus dem Bezahlfernsehen unerlaubterweise und für einen sehr niedrigen Preis über das Internet angeschaut werden. Von dem Geld kam bei den Inhabern der Senderechte nichts an.

Es geht um audiovisuelles Copyright – um Millionen Euro

Eurojust erklärte, der Vorfall zeige, „dass das organisierte Verbrechen seine illegalen Aktivitäten auf groß-angelegte Verletzungen des audiovisuellen Copyright ausdehnt“. Nach Schätzungen der Ermittler beläuft sich der Schaden für die legalen Provider auf etwa 6,5 Millionen Euro. Federführend bei der Aktion waren Ermittler in Italien. Aber auch Deutschland, Bulgarien, Griechenland, Frankreich, die Niederlande und Eurojust waren involviert.

Bei Durchsuchungen seien Computer, digitale Ausrüstungen und Dokumente sichergestellt worden. Auch mehr als 150 PayPal-Konten der Gruppe wurden den Angaben zufolge blockiert. 22 Verdächtige seien identifiziert worden.

Gegen sie werde wegen Betrugs, Cybercrime und Geldwäsche ermittelt. Unklar blieb, ob es auch Festnahmen gab. Die Bande war den Angaben zufolge seit 2015 aktiv.

Viele schauten zu – und zahlten deutlich unter Marktpreis

Bei der Operation waren am Mittwoch gleichzeitig in den beteiligten europäischen Ländern die Empfangssignale der illegalen Dienste unterbrochen worden. Millionen Nutzer hatten sich darüber Sendungen angeschaut und dafür weit weniger als den Marktpreis bezahlt.

In Italien waren nach Angaben der italienischen Polizei fünf Millionen Nutzer betroffen - Details zu Deutschland waren nicht mitgeteilt worden.

Dem Vernehmen nach wurden von den TV-Piraten auch Sendungen des deutschsprachigen Programms des Bezahlsenders Sky illegal gestreamt. Bis zum Mittwochnachmittag lag keine Stellungnahme von Sky Deutschland vor. Den Anbieter hatten in den vergangenen Monaten zahlreiche Manager verlassen.

Wer weniger fürs Streaming zahlen möchte, sollte wissen, wie man sich die Abokosten für viele Services teilen kann. Der Streaming-Markt ist im Umbruch – Disney greift Netflix an. (dpa)

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