Geburtstag

Korrekt und bescheiden: Schauspieler Elmar Wepper wird 75

Immer korrekt, immer ein bisschen still: Schauspieler Elmar Wepper, der jüngere Bruder von Fritz Wepper (77).

Immer korrekt, immer ein bisschen still: Schauspieler Elmar Wepper, der jüngere Bruder von Fritz Wepper (77).

Foto: Ursula Düren / dpa

Essen  Elmar Wepper legte mit Doris Dörries „Kirschblüten Hanami“ einen Imagewandel hin. An diesem Dienstag wird der Schauspieler 75.

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Wepper – wer denkt da nicht an Fritz. Das Kopfkino zeigt ihn als mit allen Wassern gewaschenen Bürgermeister Wöller in der ARD-Nonnenserie „Um Himmels Willen“, die inzwischen in der 18. Staffel zu sehen ist . Doch jetzt geht es um seinen jüngeren Bruder Elmar, der nicht nur im TV, sondern dank Filmemacherin Doris Dörrie auch im Kino zur Größe wurde.

Mit ihrem international beachteten Werk „Kirschblüten Hanami“ konnte Elmar Wepper 2008 sein Image wandeln: Aus dem Vorabend-Wepper wurde ein Charakterdarsteller. Plötzlich hatte das Kino etwas entdeckt, was es 40 Jahre übersehen hatte: Dieser Mann, der immer so korrekt und ein wenig alltäglich wirkt, war genau der Richtige, um Alltagsmenschen ein Gesicht zu geben.

Mit welcher stillen Poesie er in „Kirschblüten Hanami“ den Rudi Angermeier gespielt hat, diesen Mann, der den Trip seines Lebens startet, um angesichts des nahenden Todes seiner Frau ein neues Leben zu beginnen. Japan, die Kirschblüte, ist sein Ziel. Das Publikum nahm er mit auf diese Reise, die auch eine Hinwendung von der seichten Komödie zum anspruchsvollen Filmcharakter wurde.

Zuerst lieh Elmar Wepper anderen seine Stimme

Elmar, der jüngere Bruder von Fritz Wepper (77), wird am 16. April 75 Jahre alt. Er ist keiner, der gerne „ich“ sagt. Er ist einer, der Erfolge lieber „den anderen“ zuspricht. Er war immer der Bescheidene, gern auch der, der Berühmten seine Stimme gab: zuerst als Synchronstimme. Ryan O’Neal, Dudley Moore, später Mel Gibson.

„Als Synchronstimme sieht einen wenigstens keiner“, hat er einmal gesagt. Ehrgeiz klingt anders. Dass er Schauspieler wurde, sei auch mehr ein Zufall gewesen: Sein Bruder Fritz hatte Schauspielerpläne, also hat er, Elmar, es auch einfach mal probiert. In einem Interview sagte Elmar Wepper einmal: „Fritz war nie mein Rivale.“

Mit 14 Jahren spielte er in München erstmals Theater. Berufung war es aber für ihn nicht. Er studierte lieber: Theaterwissenschaften und Germanistik.

„Derrick“ war Türöffner

Doch 1974 wechselte Fritz zur späteren Kultserie „Derrick“ mit Horst Tappert, seine bisherige Rolle in der Krimi-Reihe „Der Kommissar“ mit Erik Ode wurde frei. Elmar Wepper ergriff die Chance und wurde Odes neuer Assistent.

Ein Türöffner: Wepper wurde zum Fernsehgesicht in Filmen ebenso wie in Serien. „Der Alte“ und, sehr beliebt beim Fernsehpublikum, „Zwei Münchner in Hamburg“ mit Uschi Glas. Hin und wieder drehten die Brüder auch gemeinsam – wie in der Komödie „Drei unter einer Decke“.

Vater nach dem Krieg vermisst

Dass er nie den Bekanntheitsgrad von Fritz hatte, war Elmar immer egal. Sein Bruder gehört einfach zu seinem Leben, abseits von Karriere und Erfolg. Sie beide, großgezogen allein von der Mutter, hatten eine „ganz fantastische Kindheit“, sagte Elmar Wepper gern. „Wir durften spielen, spielen, spielen.“

Der Vater war im Zweiten Weltkrieg Soldat und galt danach als vermisst. „Als Kinder sind wir ins Kino am Bahnhof, um in den Wochenschauen nach ihm zu suchen“, erinnerte sich Wepper.

Die Hoffnung: Der Vater könnte einer der Kriegsgefangenen sein, über die dort berichtet wurde. „Gefunden haben wir ihn nie.“

Für Doris Dörrie stand Wepper vor Kurzem wieder vor der Kamera, in „Kirschblüten & Dämonen“, der Fortsetzung ihres gemeinsamen Erfolgs, seit dem 7. März im Kino zu sehen.

Dorris Dörrie schwärmt von Wepper

Wepper ist darin wieder Rudi, der wie seine Frau mittlerweile tot ist. Beide erscheinen ihrem Sohn Karl nun als Geister. Regisseurin Dörrie schwärmt von den Dreharbeiten mit Wepper: „Ein vollkommen furchtloser und hingebungsvoller Schauspieler mit großem Herz und riesigem Können, der durch nichts aus der Ruhe zu bringen war.“

Ruhe liebt Wepper auch privat. Er werkelt gerne im Garten, geht spazieren oder spielt Golf. Und er kocht, besonders gern mit seinem Freund und Fernsehkoch Alfons Schuhbeck. Elmar Wepper mag das Alter. Es mache gelassener, sagt er in einem Interview: „Ich sitze nicht in irgendwelchen Startlöchern, scharre mit dem Fuß und denke mir: Da muss doch noch etwas passieren. Ich lasse jetzt die Dinge auf mich zukommen.“

Glücklich verheiratet

Große Wünsche hat er zu seinem Geburtstag nicht. „Ich bin glücklich verheiratet, habe einen Sohn, der mich gerade zum zweiten Mal zum Opa gemacht hat. Das gibt dem Dasein eine gewisse Sinnträchtigkeit.“

(Petra Koruhn)

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