„Rosenheim-Cop“

So bewegend lief die Trauerfeier für Joseph Hannesschläger

"Rosenheim-Cop" Joseph Hannesschläger ist tot

Der Schauspieler erlag mit nur 57 Jahren seinem Krebsleiden. Seine Frau Bettina war bei ihm.

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Berlin.  Bei der Trauerfeier für „Rosenheim-Cop“ Joseph Hannesschläger nahmen viele Freunde und Fans Abschied. Christian Ude sprach bewegende Worte.

  • Die Trauerfeier für „Rosenheim-Cop“ Joseph Hannesschläger fand am Münchner Ostfriedhof statt
  • Ehefrau Bettina, zahlreiche Fans und Kollegen verabschiedeten sich
  • Christian Ude, früherer Oberbürgermeister von München, hielt eine Trauerrede
  • Statt Blumen und Kränze gibt es Spenden an den Verein Mukoviszidose
  • Hannesschläger wurde nur 57 Jahre alt. Er starb im Hospiz an einer Krebserkrankung

Ein Kondolenzbuch für die treuesten Fans und viele bewegende Worte: Bei der Trauerfeier für Joseph Hannesschläger am Münchner Ostfriedhof hatten Freunde, Weggefährten und Fans die Gelegenheit, sich von ihrem „Rosenheim-Cop“ zu verabschieden. Eine solche Feier hatte sich der todkranke Hannesschläger gewünscht. Er wollte sich damit bei seinen Anhängern für ihre große Anteilnahme an seiner Krebserkrankung bedanken.

Das Bedürfnis, sich zu verabschieden, hatten dann tatsächlich viele: Hunderte Fans kamen, dazu Kamerateams von München TV, BR und RTL, so die Beobachtungen der Münchner Abendzeitung. Schauspielerin Michaela May war dabei, außerdem Katerina Jacob.

Witwe Bettina Hannesschläger war bei seinem Tod bei ihm

Ehefrau Bettina Hannesschläger trug eine Sonnenbrille und wischte sich Tränen aus dem Gesicht. Ex-OB Christian Ude nahm die Witwe tröstend in den Arm. Seine letzten Worte an seinen verstorbenen Freund: „Lieber Joseph, danke, für alles.“ Nach Udes Wegtritt erklang „Danny Boy“ von Johnny Cash.

Hannesschläger wusste, dass er nicht mehr lange zu leben hatte – und war für jeden Tag dankbar. Am 20. Januar starb der beliebte „Rosenheim Cops“-Schauspieler Joseph Hannesschläger im Alter von nur 57 Jahren. Die Fernsehwelt trauert um den Charakterschauspieler, der in einem Münchener Hospiz seinem Krebsleiden erlag.

Bei seinem Tod war Hannesschlägers Ehefrau Bettina (52) bei ihm, wie seine Agentur mitteilte. „Sie leistet Übermenschliches für mich. Sie ist die Liebe meines Leben“, hatte der Schauspieler in einem Interview gesagt. Geheiratet hatten sie erst 2018.

Hannesschläger machte unheilbare Erkrankung im Oktober öffentlich

Als der TV-Star im vergangenen Oktober mit seiner Krebserkrankung an die Öffentlichkeit ging, war der Schock groß. Er leide unter einem neuro-endokrinen Tumor im Magen-Darm-Bereich, der nicht heilbar sei, sagte er. Nur noch eine palliative Behandlung gegen Schmerzen sei möglich. Eine Diagnose, die dazu führte, dass er sich auf den Tod vorbereiten musste.

Derzeit läuft im ZDF die 19. Staffel der „Rosenheim-Cops“. Die Folge, mit der die Fans Abschied nehmen mussten, zog das ZDF aufgrund der traurigen Nachricht vor – sie lief am Tag nach Hannesschlägers Tod. Fünf weitere Folgen der Staffel laufen ohne seine Teilnahme.

Joseph Hannesschläger tot: Der „Rosenheim-Cop“ mit dem großen Herzen

Wie nur wenige Schauspieler hat Hannesschläger einem der größten Vorabenderfolge im deutschen Fernsehen seinen Stempel aufgedrückt: Seit dem Start der ZDF-Serie „Die Rosenheim Cops“ im Jahr 2002 schauten jeden Dienstag zeitweise mehr als fünf Millionen Zuschauer zu – eine grandiose Quote.

Vor allem die Zuschauer ab einem Alter von 50 Jahren gehörten zu den Fans der Serie, in deren Zentrum ganz eindeutig der schwergewichtige Grantler mit dem großen Herzen stand: Kommissar Korbinian Hofer alias Joseph Hannesschläger, der zwar im Laufe seiner Karriere in mehr als 45 Theaterstücken und 40 Kino- und TV-Produktionen mitgespielt hatte – dem der Durchbruch jedoch mit einer Serie gelang, die sich zwar als Kriminette ausgab, im Grunde aber mehr ein komödiantischer Mix aus Heimatfilm und Büroalltag war.

Das Personal der Erfolgsserie: mehrheitlich liebenswerte Menschen mit reichlich Fehlern – ein bisschen lahm, ein bisschen vergesslich und sehr tratschsüchtig –, die sie noch umso liebenswerter machten. Die „Rosenheim Cops“ wollten ganz bewusst eins: der Provinz ein Denkmal setzen.

Hannesschläger: Als Kommissar Hofer macht ihm niemand etwas vor

Hannesschläger war der Mann mit dem Handy aus der ersten Generation und einem bärigen Humor. Schon allein seine Körperfülle, in Loden und Trachtenhemd dekorativ in Szene gesetzt, gab ihm die Aura eines bajuwarischen Alphatieres, dem man am besten nicht widersprach.

Was ihn so sympathisch machte, war, dass er doch eigentlich am liebsten bei Weißbier und Spießbraten auf der Alm saß und nicht gern im Büro. Nur wenn seine Sekretärin Frau Stöckel (Marisa Burger) ihn mit den Worten „Es gabat a Leich!“ beim Essen störte, setzte er sich in Bewegung.

Doch egal, um was es auch ging: Ihm machte keiner was vor. Alle Verbrechen, das war dem alten Hasen, klar, wurden doch nur aus zwei Gründen begangen: aus Eifersucht oder aus Geldgier. Dem Kommissar machte eben keiner etwas vor: Er war ja schließlich Landwirt und wusste, wie der Hase hoppelt.

Frau „Betty“ war da, wenn es ihm besonders „beschissen“ ging

Wenige Wochen vor seinem Tod hatte Hannnesschläger mit der „tz“ gesprochen. Dem Bericht zufolge unterzog sich Hannesschläger einer Chemotherapie, die seine volle Aufmerksamkeit brauche. Die „Rosenheim-Cops“ wurden ohne ihn weitergedreht. Die Therapie konnte ihn nicht mehr retten.

„Es gibt Augenblicke, in denen ich sage, es geht mir beschissen. Aber dann nimmt mich Betty (seine Frau, Anm. d. Red.) bei der Hand, wir schauen uns an, und ich sage, okay, jetzt wird weiter gekämpft“, hatte er in dem Interview gesagt.

Immer mal wieder wurde Hannesschläger bei den „Rosenheim-Cops“ auch von Gastkommissaren ersetzt: zwischen 2012 und 2013 war er häufig nicht dabei, weil er wegen mehrerer Beinverletzungen pausieren musste. Nicht nur die Crew, auch die Zuschauer haben ihn vermisst.

Das Interesse an der Serie ließ merklich nach. Dass der Humor flach, die Witze peinlich, die Dialoge voller Klischees waren – aus dieser Kritik hat sich das Rosenheim-Cops-Team nie etwas gemacht. Der Erfolg gab ihnen Recht

Hannesschläger ist tot: Guter Freund berichtete von Besuch im Hospiz

Kürzlich noch bekam der Schauspieler Besuch von seinem guten Freund, dem ehemaligen Münchener Oberbürgermeister Christian Ude (72). Ude berichtete auf Facebook öffentlich über die Begegnung – mehrere Medien berichten, es handele sich um ein Hospiz, in dem Hannesschläger nun untergebracht sei.

„Gestern erschraken wir über Lähmungserscheinungen, über die auch der neue Haarwuchs nicht hinwegtrösten kann“, schrieb Ude Mitte Januar. „Josef, wir danken Dir für die Freundschaft, für Deinen ansteckenden Humor und für die Vermittlung der Einsicht, was wirklich wichtig ist im Leben. Viel Kraft für die Pläne, die Du noch verwirklichen willst.“

Krebserkrankung: ZDF und Polizei trauern um Joseph Hannesschläger

„In seiner charismatischen Rolle als Korbinian Hofer wurde Joseph Hannesschläger vom Publikum geliebt. Unzählige Fans wie auch alle Kolleginnen und Kollegen, die mit ihm arbeiten durften, trauern um einen großen Volksschauspieler, den auch wir sehr vermissen werden“, erklärte ZDF-Programmdirektor Dr. Norbert Himmler.

Im Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim ist die Trauer über den Tod des TV-Ermittlers ebenfalls groß. „Als Korbinian Hofer war der „Rosenheim Cop“ seit rund 20 Jahren für die Polizei und die Region Rosenheim ein großartiger Sympathieträger“, sagte Polizeipräsident Robert Kopp. „Unser tief empfundenes Mitgefühl geht an seine Familie, die ihm bis zum Schluss immer zur Seite stand.“

Auch Schauspielkollegen nahmen bereits nach Bekanntwerden der Krankheit Anteil. Katrin Thaler, die in der Serie Korbinians Schwester Marie Hofer spielt, sagte der „tz“: „Wenn man 20 Jahre zusammenarbeitet, wächst man zusammen. Der Erfolg der Serie ist ja zu einem Großteil auch Hannes zu verdanken.“

Dieter Fischer, der immer mal wieder anstelle von Hannesschläger zu sehen und Hofers Vertreter Kommissar Anton Stadler mimt, sagte: „Wie er mit dieser Krankheit umgeht – und dass er sein Schicksal nun mit Millionen Fans teilt – davor ziehe ich den Hut.“ Gewinnen konnte er den Kampf nicht.

Auf Twitter kondolierten zahlreiche Fans und hoben noch einmal hervor, wie großartig sie den Schauspieler fanden.

Todesfälle von Schauspielerin sorgen für Schlagzeilen

Erst im März mussten die „Rosenheim-Cops“-Schauspieler einen Trauerfall verkraften. Der ZDF-Schauspieler Matthias Messner war tot im Wald gefunden worden. Große Trauer folgte auch der Meldung, dass Jan Fedder aus dem „Großstadtrevier“ gestorben ist. Völlig überraschend kam auch der Abschied von Ferdinand Schmidt-Modrow – er wurde nur 34 Jahre alt. (cho/dpa/pek)

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