Virus-Erkrankung

Schon mehr als 2000 Grippe-Fälle – Engpässe bei Impfstoff

Grippeschutzimpfung: Fünf Mythen im Check

Um die Grippeimpfung rankten sich viele Legenden. Wir klären, welche davon wahr sind und welche nicht. Fünf Mythen im Check.

Um die Grippeimpfung rankten sich viele Legenden. Wir klären, welche davon wahr sind und welche nicht. Fünf Mythen im Check.

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Die Grippe-Saison ist in vollem Gang, aber nicht so dramatisch wie im Vorjahr. Probleme bereitet die hohe Nachfrage nach Impfstoff.

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In der laufenden Grippe-Saison sind dem Robert-Koch-Institut (RKI) seit Oktober etwa 2400 Krankheitsfälle gemeldet worden. Allein seit Jahresbeginn sind es 489 gewesen, so Silke Buda vom RKI. Auch sechs Todesfälle aufgrund von Grippeerkrankungen hat das RKI bislang verzeichnet.

Damit verläuft die aktuelle Grippe-Saison weniger dramatisch als die vorherige, die das RKI als stärkste in Deutschland seit Jahren wertet. Schätzungsweise neun Millionen Menschen gingen deshalb zum Arzt, die Zahl der Todesfälle liegt vermutlich bei mehr als 20.000.

Vor allem ältere Menschen fielen dem Virus zum Opfer. Die Dunkelziffer dürfte sehr viel höher liegen, da nur laborbestätigte Fälle an die Gesundheitsämter gemeldet werden müssen.

Hohe Nachfrage führt zu Engpässen beim Impfstoff

Die ungewöhnlich starke Grippewelle der vergangenen Saison sehen Experten als einen Grund dafür an, dass sich diesmal sehr viel mehr Menschen impfen lassen. Wegen der hohen Nachfrage gibt es in mehreren Bundesländern Lieferengpässe beim Impfstoff, Deutschland musste deshalb mehrere Tausend Dosen aus EU-Ländern importieren. Allein nach Berlin seien 3000 Dosen geordert worden, sagte eine Sprecherin des Landesamts für Gesundheit und Soziales.

Das Saarland erhielt nach Auskunft der Landesapothekenkammer „sehr kleine Mengen“ von Impfstoffen aus Polen und Frankreich, dennoch sei nun keiner mehr verfügbar. Auch nach Bayern wurden Impfstoffe importiert. „Wir hatten eine enorm erhöhte Nachfrage“, sagte der Sprecher der Landesapothekenkammer Thomas Metz.

Schleswig-Holstein ordert „im vierstelligen Bereich“

Apotheken in Schleswig-Holstein hätten Impfstoffe „im vierstelligen Bereich“ aus dem Ausland, überwiegend aus Großbritannien bezogen, sagte der Geschäftsführer der Landesapothekenkammer, Frank Jaschkowski. „Damit konnten kleinere Versorgungslücken geschlossen werden.“

Geschätzt einige Tausend Menschen des Bundeslandes hätten sich wegen des Impfstoffmangels nicht gegen Grippe impfen lassen. In anderen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen gibt es nach Behördenangaben keine größeren Probleme mit den Impfstoffen.

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Eine Million Dosen mehr als im Vorjahr

Ein weiterer Grund für die hohe Impf-Nachfrage sei die Einführung des Vierfach-Impfstoffs, der als wirksamer gilt als der mit drei Komponenten, sagte eine Sprecherin des für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI).

Für diese Saison hatte das PEI 15,7 Millionen Dosen freigegeben, rund eine Million mehr als in der Vorsaison verimpft worden waren. Im November hatte das Bundesgesundheitsministerium nach Engpässen den Import von weiteren Grippe-Impfstoffen erlaubt.

Die Komponenten des diesjährigen Impfstoffs passten gut zu den bislang entdeckten Viren des Typs A. „Wer noch nicht geimpft ist und zu den Risikogruppen gehört, sollte das jetzt tun“, sagt Silke Buda vom RKI.

Frühe Planung der Impfstoffzahl ist schwierig

Dazu zählten über 60-Jährige, chronisch Kranke, Schwangere und medizinisches Personal. Es dauert allerdings bis zu zwei Wochen, bis ein Impfschutz aufgebaut ist. Und es ist nicht sicher, dass jeder Arzt noch Impfstoff bekommt.

Die Herstellung der Impfstoffe muss langfristig geplant werden, denn sie dauert mehrere Monate und geschieht nach wie vor zumeist mit Hilfe von Hühnereiern. Die Pharmafirmen produzieren im November zudem die Grippeimpfstoffe für die Südhalbkugel und haben daher keine weiteren Kapazitäten.

Die frühe Planung der Impfstoffzahl ist schwierig. Auch 2005 kam es zu einem Mangel. Aus Angst vor der Vogelgrippe hatten sich viele Menschen impfen lassen, obwohl die gewöhnliche Grippe-Impfung gar nicht davor schützt, wie eine PEI-Sprecherin damals sagte.

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(dpa/küp)

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