Proteste

AfD-Gründer Lucke muss auch zweite Vorlesung abbrechen

AfD-Gründer und Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke musste am Mittwoch auch seine zweite Vorlesung an der Universität Hamburg abbrechen.

AfD-Gründer und Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke musste am Mittwoch auch seine zweite Vorlesung an der Universität Hamburg abbrechen.

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Hamburg.  Schwere Zeiten für AfD-Gründer: Erneut haben Aktivisten eine Vorlesung von Bernd Lucke gestört. Der Ökonom verließ daraufhin den Saal.

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Bernd Lucke kommt nicht zum Unterrichten: Aktivisten haben auch die zweite Vorlesung des AfD-Gründers und Wirtschaftsprofessors an der Uni Hamburg gestört.

Etwa 10 bis 15 Demonstranten drangen am Mittwoch in den Hörsaal ein und skandierten Sprüche wie „Kein Recht auf Nazipropaganda“, wie ein Augenzeuge dpa berichtete. Lucke beendete daraufhin die Vorlesung, verließ den Saal und fuhr mit einem Wagen davon.

Lucke als „Nazi-Schwein“ beschimpft

Bei seiner ersten Vorlesung nach seiner Rückkehr an die Universität vor einer Woche war Lucke als „Nazi-Schwein“ beschimpft, körperlich bedrängt und am Reden gehindert worden. An dem Protest beteiligt waren auch Mitglieder der „Antifaschistischen Aktion“ (Antifa).

Lucke war 2013 einer der Gründer der rechtsextremen „Alternative für Deutschland“. Von 2014 bis 2019 saß er für die Partei im EU-Parlament. Nach dem Ende seines Mandats hat Lucke im laufenden Semester eine Reihe von Lehrverpflichtungen übernommen. Er ist ordentlicher Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Hamburg und damit Beamter des Landes.

In einem am Nachmittag veröffentlichten Statement betont das Präsidium der Universität, dass „die persönliche Sicherheit des Hochschullehrers und der Studierenden“ zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen seien.

Uni Hamburg verurteilt Störung „aufs Schärfste“

Weiter heißt es: „Die Störungen der Vorlesungen von Prof. Lucke verurteilt das Präsidium nachdrücklich aufs Schärfste.“ Es sei unter keinen Umständen hinzunehmen, dass die Freiheit von Forschung und Lehre in irgendeiner Form beeinträchtigt und Beamte der Freien und Hansestadt Hamburg an der Ausübung ihrer Amtspflichten gehindert würden.

Die Mitteilung endet mit einer Forderung an die Stadt: Die Hochschule geriete in solchen Situationen „an die Grenzen ihrer Möglichkeiten der Herstellung von Sicherheit und Ordnung“. Es sei „nunmehr Aufgabe der Politik, dafür Sorge zu tragen, dass die Hochschulen der Freien und Hansestadt Hamburg ihrem staatlichen Auftrag in Sicherheit und Freiheit nachgehen können.“

Im Juli hatte die Uni mitgeteilt, sie enthalte sich einer Bewertung der Personalie Lucke. (küp/dpa)

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