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Armin Laschet ist neuer NRW-Ministerpräsident

Armin Laschet (CDU) ist der neue Ministerpräsident des Landes NRW.

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Armin Laschet (CDU) ist der neue Ministerpräsident des Landes NRW. Foto: dpa Picture-Alliance / Tobias Hase / picture alliance / Tobias Hase/d

Düsseldorf.  Armin Laschet ist am Ziel: Der Vorsitzende der NRW-CDU ist nunmehr der neue Ministerpräsident des bevölkerungsreichsten Bundeslandes.

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Armin Laschet ist neuer Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen. Der CDU-Politiker erhielt bereits im ersten Wahlgang des Landtags in Düsseldorf mit 100 von 196 abgegebenen Stimmen die nötige Mehrheit, sagte Landtagspräsident Andre Kuper am Dienstag.

Laschets Regierungskoalition aus CDU und FDP verfügt in dem Landesparlament über 100 der 199 Sitze. Laschet löst als Ministerpräsident Hannelore Kraft (SPD) ab, deren rot-grünes Bündnis bei der Landtagswahl am 14. Mai die Mehrheit verloren hatte.

Laschet hatte angekündigt, seine Koalition werde mit einer "Aufholjagd in Nordrhein-Westfalen" beginnen. Sie setze verstärkt auf innere Sicherheit, die Kräfte der Wirtschaft sollten entfesselt werden. Er hatte zudem zahlreiche Bundesratsinitiativen angekündigt, unter anderem zum Einwanderungsrecht und zur Schaffung von Wohneigentum. Die FDP soll in der neuen Landesregierung drei Ministerien erhalten, während die CDU neun Ressortchefs stellen wird.

Seine Devise für eine Koalitionsregierung mit der FDP - der einzigen in Deutschland - heißt, verkürzt gesagt: "NRW first" und mehr rausholen aus dem Land. Der CDU-Bundesvize lässt zudem ein neues Selbstbewusstsein gegenüber Berlin erkennen. Helmut Kohl soll ihm Vorbild sein, kündigt Laschet an.

Fast auf den Tag genau vor fünf Jahren versagte die NRW-CDU dem Aachener eine "Krönungsmesse": Der größte Landesverband war nach einem Wahldebakel in desolatem Zustand. Obwohl nur Laschet zur Parteiführung bereit war, stimmten lediglich 77 Prozent für ihn. Kein Gewinnertyp, meinten damals einige. Im Mai 2017 ist es anders gekommen. Laschet hat gesiegt. "2012 hätte man das für unmöglich gehalten, weil die Partei ziemlich am Boden lag", sagt der CDU-Bundesvize.

Armin Laschet hat Respekt vor den anstehenden Aufgaben

Von Laschet kommen weiter keine Triumphgesten. Er habe einen "Riesenrespekt davor, was in diesem großen Bundesland alles zu erledigen und zu gestalten ist", räumt er ein. Der Polit-Profi weiß, dass er zügig liefern muss. Der Koalitionsvertrag steckt voller vollmundiger Ankündigungen. Schwarz-Gelb kommt im Landtag nur auf die unkomfortable Mehrheit von einer Stimme. Zudem will Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in drei Monaten die Bundestagswahl gewinnen und hofft auf eine gute Performance in NRW.

Was für ein Chef will Laschet im künftigen Kabinett sein? Er werde sich am verstorbenen Altkanzler Kohl orientieren, der 16 Jahre mit der FDP regierte - also: "Man muss dem kleinen Partner Gelegenheit geben, dass er auch erkennbar ist und Punkte machen kann", betonte Laschet gerade erst beim CDU-Parteitag. Das passt auch zu den Koalitionsverhandlungen, die er "kurz und schmerzlos" in nicht einmal vier Wochen mit der FDP abschloss - und den kleineren Partner dabei keinesfalls über den Tisch zog.

Vater von drei Kindern

Der verheiratete Vater von drei erwachsenen Kindern stammt aus einer katholischen Bergmannsfamilie, gilt als ausdauernd und pragmatisch - war in der Opposition aber auch als zu zahm und profilschwach kritisiert worden. Der Journalist und Jurist kennt die Politik als Aachener Ratsherr, NRW-Integrationsminister, Bundestags- und Europa-Abgeordneter.

Laschets Ziel, das er vor der CDU-Basis ausgibt: "Ohne Hochmut die nächsten fünf Jahre arbeiten, um möglichst auch nach 2022 weiterzuregieren." (dpa/rtr)

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