Streitkräfte

Britische Streitkräfte auch nach 2020 in Nordrhein-Westfalen

200 Soldaten sollen mit ihren Familien am Standort Paderborn verbleiben.

200 Soldaten sollen mit ihren Familien am Standort Paderborn verbleiben.

Foto: Imago

An Rhein und Ruhr.   Die Britische Armee wird jetzt doch noch länger in NRW bleiben. Darunter sind die Standorte in der Senne, Mönchengladbach und Dorsten-Wulfen.

Kommando zurück: Die Britischen Streitkräfte werden jetzt doch über das Jahr 2020 in Nordrhein-Westfalen bleiben. Kommandeur Richard Clements hat seine Partner auf deutscher Seite informiert. 200 Soldaten werden demnach mit ihren Familienangehörigen am Standort Paderborn verbleiben. Weitere Truppen werden zeitweise den Übungsplatz Senne nutzen. Zudem sollen die Material- und Waffendepots in Mönchengladbach und Dorsten-Wulfen in Betrieb bleiben.

Eigentlich sollten die Streitkräfte bis 2020 komplett abgezogen sein. Mit Blick auf die geänderte Nato-Strategie und Truppenverlegungen nach Osteuropa hat man aber in Großbritannien neu nachgedacht. Die NRW-Landesregierung begrüßte die Entscheidung. „Die Briten sind zu unseren Freunden geworden“, sagte Europaminister Stephan Holthoff-Pförtner(CDU).

Debatte um Ausweisung als Nationalpark

Mit der Weiternutzung der Senne durchs Militär hat sich die neu aufgeflammte Nationalpark-Debatte erstmal erübrigt. Die Zusage der

britischen Streitkräfte trage zum weiteren Schutz dieses wertvollen Lebensraumes bei: „Viele seltene Tier- und Pflanzenarten, die in unserer Kulturlandschaft auf dem Rückzug sind, fühlen sich in der militärischen Sperrzone wohl“, sagte Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU).

Holger Sticht, Landesvorsitzender des Umweltverbandes BUND, mahnte aber gegenüber der NRZ: „Die Nationalpark-Perspektive darf für die Senne nicht verloren gehen.“ Die Erfahrung zeige, dass Truppenübungsplätze nicht für die Ewigkeit seien.

In der Senne leben mehr als 1000 seltene gefährdete Tier- und Pflanzenarten, darunter Schwarzstorch, Sandglöckchen, Moorfrosch und Wildkatze.

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