Politik

Die Grünen in NRW werben verstärkt um die älteren Wähler

Grünen-Landeschef Felix Banaszak tourt derzeit durch NRW und besuchte beispielsweise auch den Alter(s)garten auf dem Birkenhof

Grünen-Landeschef Felix Banaszak tourt derzeit durch NRW und besuchte beispielsweise auch den Alter(s)garten auf dem Birkenhof

Foto: Michael Kunz

Düsseldorf.  Die Grünen wollen zeigen, dass sie mehr sind als eine Öko-Partei und auch die Probleme der Ü60-Generation auf dem Schirm haben.

Die Grünen entdecken die ältere Generation als Wähler: „Wir wollen auch bei der Ü-60-Generation Vertrauen gewinnen und ihr zeigen, dass wir auch ein Programm für sie haben“, sagt Felix Banaszak im Gespräch mit der NRZ. Mehr sozialer und barrierefreier Wohnraum, Mehrgenerationen-Wohnen und ein Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs – nicht nur in Ballungsräumen – sind Themen, „die gerade auch für die ältere Generation wichtig sind“, sagt der Landeschef.

Er freut sich über einen Mitgliederzuwachs von fast 50 Prozent in nur zwei Jahren. Und noch mehr freut es ihn, dass unter den 17.850 Mitgliedern in NRW „auch viele ältere Neumitglieder sind.“ Aber dies reiche nicht aus, um als neue „Volkspartei“ auch bei den älteren Wählern zu punkten. „Viele Ältere, die uns wählen, machen dies, weil sie etwas für die Enkelgeneration machen wollen, womit wir beim Thema Klimakrise wären. Aber wir wollen, dass die Älteren uns auch wählen, weil wir für sie ein Angebot haben“, so Banaszak.

Beim Thema Pflege unterstützt die Partei den Vorschlag des Sozialverbandes VdK, eine Vollversicherung in der Pflege einzuführen, um die Angehörigen von Heimbewohnern bei der Zuzahlung zu entlasten. Und dies zum Teil steuerfinanziert. „Pflege muss für alle Menschen in Deutschland bezahlbar sein“, so Banaszak.

Sozialverband VdK begrüßte Vorgehen der Grünen

Dies sieht auch der Sozialverband VdK so. Dessen Landesvorsitzender Horst Vöge begrüßt grundsätzlich, dass die Parteien sich den Problemen älterer Menschen öffnen. Die würden aber nicht nur in der Pflege liegen. Wohnen und Mobilität seien ein genauso wichtiges Thema für die ältere Generation.

Der Verband stehe in engem Kontakt mit allen Fraktionen im Landtag. Und in den Gesprächen spüre man durchaus Unterschiede. Die Grünen schauten bislang, so Horst Vöge, „eher auch die Ballungsräume und Universitätsstädte und nicht so sehr in die ländlichen Regionen.“ Wenn sich dies nun ändere, dann sei das gut. Aber noch fehlten Lösungsansätze und ein strategischer Ansatz in der Sozial,- und Gesundheitspolitik – vor allem auf kommunaler Ebene. Und das über alle Parteigrenzen hinweg.

Auch das Thema Klimaschutz müsse aus der Perspektive der Älteren gedacht werden. Denn die Hitzeperioden führten zu einer enormen gesundheitlichen Belastung bei den Senioren. „Wir müssen eine Brücke bauen von den Schülern zu den Senioren“, sagt Horst Vöge.

Er kann sich vorstellen, dass auch der VdK für ein besseres Klimabewusststein auf der Straße demonstriert.

Leserkommentare (17) Kommentar schreiben