Landespolitik

Entwischte Kobra: NRW-Politiker fordern strengere Auflagen

Um Giftschlangen wie diese afrikanische Buschotter zu halten, müssen Halter in NRW bislang kaum Auflagen erfüllen.

Um Giftschlangen wie diese afrikanische Buschotter zu halten, müssen Halter in NRW bislang kaum Auflagen erfüllen.

Foto: Ted S. Warren / dpa

Herne/Düsseldorf.  Die entwischte Kobra bringt das Gefahrtiergesetz wieder auf den Plan. Laut NRW-Umweltministerin „gehören gefährliche Tiere nicht in Wohnungen“.

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Nach tagelanger Aufregung über eine entwischte Gift-Kobra in Herne fordert die rot-grüne Landtagsopposition in Nordrhein-Westfalen deutlich strengere Auflagen für private Halter von gefährlichen Tieren. Auch NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) sieht die Haltung von Exoten kritisch: „Ich persönlich bin gegen die Haltung sehr gefährlicher Tierarten in Wohnungen oder Häusern“, sagte sie.

„Besonders gefährliche und hochgiftige Tiere gehören nicht in Privatwohnungen“, forderte der Grünen-Landtagsabgeordnete Norwich Rüße. Für potenziell tödliche Tiere wie Giftschlangen, Skorpione, Krokodile oder Raubkatzen solle ein Haltungsverbot gelten. „Ich werde mich auf Landesebene dafür einsetzen, dass die Haltung giftiger Tiere in Nordrhein-Westfalen verboten wird“, kündigte auch der Herner SPD-Landtagsabgeordnete Alexander Vogt an.

Bislang kaum Vorgaben für Haltung von Exoten in NRW

Bisher gelten für die Haltung wildlebender Tiere in Privathaushalten in Nordrhein-Westfalen kaum Vorgaben, solange Artenschutz-Regeln erfüllt werden. SPD und Grüne hatten bereits 2014 ein Gefahrtiergesetz angestrebt. Der Vorstoß war aber vor allem am Widerstand der Kommunen gescheitert. Heinen-Esser sagte, ihr Ministerium prüfe gerade „die bestehenden rechtlichen Vorgaben und potenziell weitergehende Regelungen, eventuell auch eine Bundesratsinitiative“.

Die Ministerin verwies einerseits auf die Gefährlichkeit der Tiere, zudem habe sie „Zweifel, ob die Haltung solcher Tiere in Wohnungen art- und tiergerecht ist“. Nach den Vorstellungen von Grünen und SPD soll es neben dem Haltungsverbot für besonders gefährliche Tiere auch Regelungen für gefährliche Tiere geben, die Menschen zwar nicht töten, aber verletzen können – etwa Vogelspinnen. Für sie soll eine Anzeigepflicht eingeführt werden.

„Es ist wichtig, dass die Behörden wissen, welche gefährlichen Tiere in ihrem Verantwortungsbereich leben. Das ist die Grundlage dafür, Unbeteiligte vor gefährlichen Tiere zu schützen“, sagte der Grünen-Abgeordnete Rüße. Außerdem hatte der rot-grüne Gesetzesvorschlag eine verpflichtende Haftpflichtversicherung für mögliche Schäden durch die Tiere vorgesehen. Die vermutlich am Sonntag aus einer Privatwohnung

aus Herne ist immer noch verschwunden. Etwa 30 Hausbewohner konnten damit weiter nicht in ihre Wohnungen zurück.

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