Down-Syndrom

FDP erntet scharfe Kritik für Tweet zu Trisomie-21-Bluttest

Dieses Foto postete die FDP auf Twitter mit der Forderung, dass Trisomie-21-Tests künftig von den Krankenkassen bezahlt werden sollen.

Dieses Foto postete die FDP auf Twitter mit der Forderung, dass Trisomie-21-Tests künftig von den Krankenkassen bezahlt werden sollen.

Foto: Twitter/@fdpbt

Berlin  Die FDP hat das Foto eines Kindes mit Down-Syndrom auf Twitter gepostet – und gefordert: „Trisomie-21-Test muss Kassenleistung werden!“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Mit einem Tweet zu Trisomie-21-Bluttests hat die FDP scharfe Kritik auf sich gezogen. Die Bundestagsfraktion der Liberalen postete am Sonntag auf Twitter das Foto einer Mutter mit ihrem Kind, das offenbar mit der Chromosomen-Anomalie Trisomie 21 zur Welt kam. Auf dem Foto stand die Forderung: „Trisomie-21-Test muss Kassenleistung werden!“

„#Trisomie21-Tests müssen allen Frauen zur Verfügung stehen“, heißt es weiter in dem Tweet. „Wir fordern, dass die Tests zur #Kassenleistung werden.“ Besonders die Kombination von Foto und politischer Forderung rief bei Kritikern Empörung hervor.

Scharfe Kritik an FDP von Julia Klöckner

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) kommentierte: „Ich kann gar nicht glauben, dass dieser FDP-Post echt sein soll!“, so Klöckner auf Twitter. „Wie kommt man denn auf solch einen Post mit dem Foto des Kindes?“, sagte sie in einem späteren Tweet, nachdem die FDP den umstrittenen Beitrag bereits wieder gelöscht hatte.

Frühzeitig zu wissen, ob ein Ungeborenes Trisomie-21 hat, habe in der Regel die Abtreibung zur Konsequenz. „Und weil die Hürde dafür, da keine Kassenleistung, zu hoch für Sie ist, wollen Sie den Test als Kassenleistung“, schrieb sie an die FDP gerichtet.

FDP entschuldigt sich für Tweet

Andere Nutzer reagierten ähnlich auf den Tweet der Liberalen. „Das war ziemlich daneben. Ich war fassungslos“, schrieb ein FDP-Mitglied. Ein weiterer Nutzer kommentierte: „Sie haben mit diesem Plakat die Botschaft verbreitet, dass das darauf zu sehende Kind mit den entsprechenden Voruntersuchungen hätte vermieden werden können. Man kann sich von solcher moralischer Verwahrlosung nur mit Abscheu abwenden.“

Die FDP entschuldigte sich schließlich am Montagabend für den Tweet. „Unser Posting zu #Trisomie21 war missverständlich – das tut uns sehr leid. Wir wollen, dass nicht Geldbeutel entscheidet, ob Schwangere Klarheit bekommen.“ Für die Partei sei Perspektive eines Kindes mit Trisomie 21 nichts Negatives.

Bundestag diskutiert kommende Woche über Bluttests

Der Bundestag diskutiert in der kommenden Woche darüber, ob solche Bluttests auf Trisomie 21 ab der elften Woche der Schwangerschaft Kassenleistung werden sollen. Die Meinungen innerhalb der Parteien zum Thema Kostenübernahme gehen stark auseinander, dabei stehen vor allem ethische Fragen im Vordergrund.

Bislang müssen Schwangere den Bluttest überwiegend selbst bezahlen. Die Kosten liegen bei rund 130 Euro. (mbr)

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (5) Kommentar schreiben