Bundeskabinett

Funkloch stoppt TV-Schalte zur Regierung beim Thema Funkloch

„Tagesschau"-Sprecher Claus-Erich Boetzkes musste sich in der 12-Uhr-Sendung beim Thema Funklöcher für den Abbruch der Verbindung zu Reporterin Kristin Becker entschuldigen. Der Grund: ein Funkloch.

„Tagesschau"-Sprecher Claus-Erich Boetzkes musste sich in der 12-Uhr-Sendung beim Thema Funklöcher für den Abbruch der Verbindung zu Reporterin Kristin Becker entschuldigen. Der Grund: ein Funkloch.

Foto: - / dpa

Meseberg/Berlin.  Das Bundeskabinett tagt in Meseberg. Großes Thema dabei: Funklöcher. Ausgerechnet bei einer ARD-Schalte dazu brach der Empfang ab.

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Sollte herauskommen, dass diese Pointe geplant war, könnte es gut sein, dass die Reporter der „Tagesschau“ bei der Verleihung des Deutschen Comedypreises 2020 eine große Rolle spielen. Und das nicht nur als Berichterstatter. Zumindest sorgt das, was am Montag in der 12-Uhr-Sendung des ARD-Nachrichtenformats passierte, bei vielen Fernsehzuschauern und Internetnutzern für große Erheiterung.

Ein Thema der Sendung war – natürlich – die Sitzung des Bundeskabinetts in Meseberg. Oder genauer: das Anti-Funkloch-Treffen des Bundeskabinetts in Meseberg. Doch gerade, als Reporterin Kristin Becker erläutern wollte, was die Bundesregierung gegen Funklöcher tun will, wurde sie unterbrochen – von einem Funkloch.

Standbild. Ton aus. „Tagesschau"-Sprecher Claus-Erich Boetzkes entschuldigte sich. Für das Funkloch beim Anti-Funkloch-Treffen. Besonders auf Twitter und Facebook, wo die „Tagesschau“ den beschriebenen Ausschnitt der Sendung als Video postete, äußerten sich viele Nutzer amüsiert.

Regierung will mehr als eine Milliarde fürs Funkloch-Flicken ausgeben

Zuvor hatte das Bundeskabinett in Meseberg seine Klausurtagung zum Ausbau des Mobilfunknetzes und der Digitalstruktur fortgesetzt. Für das Schließen der Funklöcher sei, so Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), in dessen Ressort auch die Weiterentwicklung der digitalen Infrastruktur fällt, nicht nur politisches Handeln, sondern „eine nationale Kraftanstrengung“ nötig. Wie sich die Nation dabei einbringen soll, blieb allerdings ungeklärt.

Der Bund kündigte an, für das Funkloch-Flicken mehr als eine Milliarde Euro zur Verfügung stellen zu wollen und eine Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft gründen, um den Netzausbau zu unterstützen und, wenn nötig, selbst Aufträge zu vergeben.

Die vielen „Funklöcher“ in Deutschland sind ein großes Ärgernis nicht nur für viele Verbraucher, sondern auch für Unternehmen vor Ort. Die Strategie der Regierung dagegen sieht im Kern vor: Die Mobilfunkbetreiber sollen mehr tun.

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Scheuers Ziel: 97,5 Prozent Deutschlands können schnell surfen

Es seien bereits im Zuge der 5G-Auktion härtere Auflagen gemacht worden. Bis Ende 2021 sollen in jedem Bundesland 99 Prozent der Haushalte mit LTE – auch 4G genannt – versorgt werden. Dies sind umgerechnet mehr als 90 Prozent der Fläche, wie es in der Regierung hieß. Auch die Verbindungen in Zügen sollen besser werden.

Weil ein Ausbau in abgelegenen, aber besiedelten Gebieten jedoch nicht immer wirtschaftlich ist, soll dort der Staat einspringen – dafür soll ein Großteil der versprochenen Milliardensumme an Steuergeld investiert werden. 5000 Masten in besonders betroffenen Regionen sollen durch den Staat gefördert werden. Fast 100 Prozent der Haushalte und 97,5 Prozent der Fläche sollen dann unterm Strich versorgt werden, sagte Andreas Scheuer. (br/dpa)

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