Verkehr

Groschek befürchtet Zwei-Klassengesellschaft beim Lärmschutz

Die Bahn baut die Strecke zwischen Emmerich und Oberhausen aus. Den Anliegern steht damit Lärmschutz zu, den sie bisher nicht haben.

Die Bahn baut die Strecke zwischen Emmerich und Oberhausen aus. Den Anliegern steht damit Lärmschutz zu, den sie bisher nicht haben.

Foto: dpa

Düsseldorf.   NRW-Verkehrsminister Groschek (SPD) warnt den Bund vor einer Zwei-Klassengesellschaft beim Lärmschutz. Er befürchtet Nachteile für das Revier.

Landesverkehrsminister Michael Groschek (SPD) hat in einem Brandbrief an alle Bundestagsabgeordneten aus Nordrhein-Westfalen vor einer Benachteiligung der Rhein-Ruhr-Region beim Lärmschutz entlang von Bahntrassen gewarnt. Ein „Lärmschutz zweiter Klasse“ stieße in der Öffentlichkeit sicher nicht nur auf Befremden, heißt es in dem Schreiben, das der WAZ vorliegt.

Hintergrund sind Pläne der Großen Koalition, die Rekordsumme von rund 1,5 Milliarden Euro Bundesmittel für einen nur sieben Kilometer langen Tunnel auf der Güterbahnlinie im badischen Offenburg freizugeben.

Teures Projekt in Schäubles Wahlkreis

Das aufwendige Großprojekt im Wahlkreis von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) werde sich wie eine gewaltige Investitionsbremse im Rest des Landes auswirken, sagte Groschek der WAZ. Betroffene Anwohner in anderen Regionen würden künftig Schienenprojekte so lange blockieren, bis sie ebenfalls einen solchen „Lärmschutz de Luxe“ bekommen, so der NRW-Verkehrsminister.

Laut Groschek gehe der Offenburger Tunnel weit über das gesetzliche Regelwerk für den Lärmschutz hinaus. In NRW seien als Personen- und Güter-Expresstrecken von europäischer Bedeutung die Mittelrheinstrecken, der Eiserne Rhein und die Routen Emmerich-Oberhausen, Duisburg-Düsseldorf und Düsseldorf-Köln mindestens vergleichbar belastet.

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