Corona-Pandemie

Hospitalisierungsrate: Diese Kennzahlen sind entscheidend

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Symbolbild. In NRW fließen nun auch Daten zur Hospitalisierung in die Bewertung der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie ein.

Symbolbild. In NRW fließen nun auch Daten zur Hospitalisierung in die Bewertung der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie ein.

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Düsseldorf.  Die Hospitalisierungsrate ist seit Jüngstem in NRW Richtwert im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Welche Zahlen sind wichtig und warum?

Neuinfektionen, R-Wert, 7-Tages-Inzidenz und nun die Hospitalisierungsrate: Der Kreis der Richtwerte, mit Hilfe derer die Ausbreitung des Corona-Virus bemessen und bewertet wird, ist seit Jüngstem in Nordrhein-Westfalen erweitert. Nötig wurde das, weil immer mehr Menschen in NRW gegen Coroan geimpft sind und die 7-Tages-Inzidenz alleine die Lage nicht mehr treffend abbilden könne, begründet man im NRW-Gesundheitsministerium.

Was bedeutet „Hospitalisierung“, gibt es Grenzwerte und hat die 7-Tages-Inzidenz doch noch Bedeutung? Einige Fragen und Antworten:

Welche Indikatoren gibt es bei der „Hospitalisierungsrate“?

In NRW gibt es zwei Hospitalisierungs-Indikatoren, teilt das Gesundheitsministerium mit: Die Einweisungsmeldungen von Corona-Patienten aus den Krankenhäusern und der Anteil von Patienten mit Covid-19, die auf Intensivstationen behandelt werden.

Was ist die „7-Tage-Hospitalisierung“?

Die Zahl misst, wie viele infizierte Personen je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage in einem Krankenhaus aufgenommen worden sind. Weil dort nur Menschen mit schweren Krankheitsverläufen landen, könne die 7-Tage-Hospitalisierung „einen frühen Hinweis“ geben auf eine drohende Überlastung des Gesundheitssystems, heißt es im NRW-Gesundheitsministerium.

Wer erfasst die Daten zur Hospitalisierungsrate?

Die Zahl der Corona-bedingten Krankenhauseinweisungen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen wird vom Robert Koch-Institut in Berlin erfasst. Diese Werte haben allerdings ein Aktualitätsproblem. Denn zur Berechnung dieser Inzidenz wird nicht der Zeitpunkt der Krankenhausaufnahme bei jedem gemeldeten Fall herangezogen, sondern das Meldedatum des positiven Testergebnisses. Das aber kann abhängig vom Infektionsverlauf von der Einweisung in eine Klinik abweichen.

Sind Grenzwerte bei der Hospitalisierungsrate definiert?

In NRW bisher nicht. Im Gegensatz zum Beispiel zu Berlin, wo für die Indikatoren ein „Ampel“-Warnsystem eingeführt wurde, gibt es in NRW keine Grenzwerte und damit auch keine Maßnahmen, die im Falle einer Grenzwertüberschreitung greifen würden. Der bisher als Grenzwert für bestimmte Maßnahmen festgeschriebene Wert von 35 bei der Sieben-Tage-Inzidenz wurde gestrichen. Das NRW-Gesundheitsministerium begründet dies mit der aktuell relativ entspannten Corona-Lage, die sich derzeit stabilisiere. Ob und wann ein Grenzwert eingeführt wird, ist offen.

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Warum wird die 7-Tages-Hospitalisierung nicht nach Stadt und Landkreis erfasst?

Der Wert für die Hospitalisierung ist eine Landes-Inzidenz, keine kommunale. Damit reagiert NRW auf ein Problem, das besonders Städte mit großen Kliniken oder Unikliniken bei kommunalen Werten haben würden: Weil zum Beispiel in den Uni-Kliniken in Essen und Münster zahlreiche Covid-Patienten aus der jeweiligen Region behandelt werden, wäre die Hospitalisierungsinzidenz in diesen Städten überdurchschnittlich hoch.

Wie steht es um die Belegung in den Intensivstationen?

Aus Sicht des NRW-Gesundheitsministerium lässt sich über die zu den Intensivstationen ermittelten Daten eine „sehr aktuelle Einschätzung“ geben zum Verlauf der Pandemie. Nicht nur die Zahl der Patienten „auf intensiv“ wird erfasst, sondern auch ihre Liegezeit und der personelle Aufwand der Behandlung. Auch hier geht es darum, eine Überlastung des Gesundheitssystems rechtzeitig zu verhindern. Sollte sich die Lage dort verschärfen, geben die Daten Aufschluss darüber, wann z.B. Betten-Kapazitäten erweitert werden müssten oder andere Operationen, soweit medizinisch vertretbar, verschoben werden.

Wo kann man die Daten zur Hospitalisierung in NRW finden?

Das Landeszentrum Gesundheit NRW (LZG) veröffentlicht online unter anderem Daten zur „Corona-Meldelage“. Jeweils täglich aktualisiert sind dort auch die 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz, der Anteil der Covid-19-Patienten an betreibbaren Intensivbetten und die generelle 7-Tage-Inzidenz für NRW erfasst. Weitere Daten gibt es auch zur Inzidenz verteilt nach Altersgruppen. Details finden sich hier (externer Link).

Hat die 7-Tages-Inzidenz in NRW noch Bedeutung?

Ja, sie bleibt wichtig, sagt das NRW-Gesundheitsministerium. „Anhand der Inzidenz kann die Wirksamkeit von Corona-Schutzmaßnahmen relativ zeitnah abgelesen werden“, teilt das NRW-Gesundheitsministerium mit. Besonders die altersbezogenen Inzidenzen sind laut Ministerium „ein guter Maßstab dafür, in welchem Ausmaß vulnerable Bevölkerungsgruppen durch Corona betroffen sind. Zudem sei die 7-Tages-Inzidenz nach wie vor ein guter Richtwert, in welchem Maß die örtlichen Gesundheitsämter noch die Kontaktnachverfolgung leisten können. Hinzu kommt: die Entwicklung der Inzidenz-Werte gilt als „Früh-Indikator“ für das, was auf die Krankenhäuser im Falle einer anschwellenden Corona-“Welle“ zukommt.

(dae)

Die Zahlen zur aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie in NRW finden Sie hier.

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