Asyl

97 minderjährige Flüchtlinge in NRW spurlos verschwunden

Immer wieder kehren minderjährige Flüchtlinge ihren Einrichtungen den Rücken, ohne dass die Behörden wissen, wohin es sie verschlagen hat.

Immer wieder kehren minderjährige Flüchtlinge ihren Einrichtungen den Rücken, ohne dass die Behörden wissen, wohin es sie verschlagen hat.

Foto: Uli Deck

Düsseldorf  Junge Asylbewerber, die ohne ihre Eltern nach Deutschland kamen, suchen oft nach Verwandten in Europa. Manche tauchen nicht mehr auf.

In Nordrhein-Westfalen sind im vergangenen Jahr 97 minderjährige Flüchtlinge spurlos verschwunden. Ein Beamter des Innenministeriums präsentierte am Mittwoch im Integrationsausschuss des Landtags erstmals eine gesonderte Auswertung der polizeilichen Datei „Inpol“.

Demnach verschwanden 2018 an Rhein und Ruhr 559 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. 462 tauchten – wie bei den meisten Vermisstenfällen – nach ein bis zwei Wochen wieder auf. Doch 97 seien verschwunden geblieben.

Auch im Januar 2019 setzte sich der Trend in abgeschwächter Form fort: 39 Flüchtlingskinder verschwanden, 23 tauchten wieder auf, doch 16 Fälle blieben bis heute ungeklärt. Die verschwundenen Kinder und Jugendlichen stammen größtenteils aus Afghanistan, Marokko und Syrien.

Über die Gründe des Verschwindens können die Experten des Landeskriminalamtes (LKA) nur spekulieren. Zumeist suchten die jungen Flüchtlinge, die ohne ihre Eltern nach Deutschland gekommen waren, in Europa nach Verwandten. Manchmal verließen sie ihre Meldeadresse jedoch auch aus Langeweile, wegen des schlechten Essens in Unterbringungseinrichtungen oder auf der Suche nach Gelegenheiten zum Geldverdienen.

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