Auszeichnung

Das Ruhrgebiet gewinnt den Deutschen Fahrradpreis 2019

Radler auf dem Radschnellweg im Mülheim.

Radler auf dem Radschnellweg im Mülheim.

Foto: Michael Dahlke

Dresden/Ruhrgebiet.   Für sein regionales Radwegenetz ist das Ruhrgebiet mit dem Deutschen Fahrradpreis ausgezeichnet worden. Auch der zweite Preis geht ins Revier.

Das Ruhrgebiet ist Gewinner des Deutschen Fahrradpreises 2019. In der Kategorie Infrastruktur belegt das Projekt „Weiterentwicklung des Regionalen Radwegenetzes in der Metropole Ruhr“ den ersten Platz. Aus einem touristisch geprägten Radverkehrsnetz solle für den größten Ballungsraum Deutschlands ein Radwegenetz für den Alltagsverkehr geschaffen werden, lobte die Fachjury in der Begründung. Für das künftige Netz mit rund 1.800 Kilometern gebe es bereits einen vom Regionalverband Ruhr (RVR) erarbeiteten Bedarfsplan.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) überreichte den Preis am Montag auf dem Nationalen Radverkehrskongress in Dresden. Auch der zweite Preis der Kategorie Infrastruktur ging ins Revier. Die Stadt Oberhausen erhielt ihn für ihr Projekt „Radwelle“. Das Projekt erkennt an Ampeln Radfahrer und schaltet für sie eine grüne Welle.

Zweiter Preis geht an Oberhausen

„Bei Planung und Ausbau der Radwege sind wir erfolgreich, weil wir für das Ruhrgebiet mit den Städten und Kreisen an einem Strang ziehen“, sagte RVR-Planungsdezernent Martin Tönnes, der den Preis für das Ruhrgebiet in Dresden entgegennahm. Der Deutsche Fahrradpreis sei Anerkennung für diese Arbeit. Das Ruhrgebiet habe im bundesweiten Vergleich Maßstäbe in Sachen Radverkehr gesetzt.

Der Regionalverband hatte den Bedarfsplan für den künftigen Radverkehr im Ruhrgebiet mit Unterstützung des Planungskonsortiums Planersocietät, Dortmund, und Planungsbüro VIA, Köln erarbeitet. Das künftige Netz ist hierarchisch nach den drei Kategorien Radschnellverbindungen, Radhauptverbindungen und Radverbindungen aufgebaut.

Die Wege unterscheiden sich hauptsächlich durch Breite und separaten Gehweg, der bei Radschnellwegen Grundvoraussetzung ist. Das aus diesen Bausteinen entwickelte Regionale Radwegenetz hat eine Gesamtlänge von über 1.800 Kilometern. Davon ist für regionale Radschnellverbindungen eine Streckenlänge von 337 Kilometern, für Regionale Radhauptverbindungen von 692 Kilometern und für Regionale Radverbindungen von 779 Kilometern geplant.

Nach einem sechsmonatigen Abstimmungsprozess mit den Kommunen geht der Entwurf ab nächster Woche in die politischen Beratungen der RVR-Verbandsversammlung. Dort wird endgültig über das Regionale Radwegenetz als Bedarfsplan für den regionalen Alltagsverkehr in der Metropole Ruhr entschieden. Die RVR-Verwaltung soll danach die Weiterentwicklung, Umsetzung und Finanzierung vorantreiben.

Radwegenetz ist derzeit eher freizeitorientiert

Das 2012 erarbeitete Regionale Radwegenetz bildet für den RVR derzeit die Grundlage für Planung, Bau und Betrieb von städteübergreifenden Radwegen im Ruhrgebiet. Das bisherige Netz ist – abgesehen von dem bisher nur rudimentär ausgebauten Radschnellweg Ruhr RS1 – eher freizeitorientiert. Allerdings werden einige der regionalen Trassen bzw. Routen wie etwa die Springorumtrasse in Bochum schon jetzt als Schul- und Berufsweg genutzt.

Diese Entwicklung sowie der steigende Gebrauch von E-Bikes und Pedelecs will der RVR mit seiner neuen Netzplanung aufgreifen. Laut RVR-Umweltbericht 2017 soll der Anteil des Radverkehrs auf 25 Prozent im gesamten Verbandsgebiet steigen. Zahlen der NRW-Statistikbehörde IT.NRW zeigen indes, dass der Anteil des Fahrrades am Berufsverkehr bislang nur sehr langsam wächst.

>>>> Info: Der Deutsche Fahrradpreis

Der Deutsche Fahrradpreis ist eine Initiative des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V. (AGFS). Einmal im Jahr werden die besten Projekte der Radverkehrsförderung in den Kategorien „Infrastruktur“, „Service“ und „Kommunikation“ ausgezeichnet. Der erste Platz jeder Kategorie ist mit 3000 Euro dotiert. In diesem Jahr gingen 110 Bewerbungen für die bundesweite Auszeichnung ins Rennen. Außerdem werden die „Fahrradfreundlichste Persönlichkeit“ sowie die Gewinner eines Fotowettbewerbs geehrt.

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