Klimawandel

Millionen-Projekt: Ruhrgebiet rüstet sich für Klimawandel

Weltklimarat fordert Umstellung von Essgewohnheiten und Landwirtschaft

Andernfalls seien Lebensmittelsicherheit, Gesundheit und Artenvielfalt in Gefahr, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Sonderbericht des Weltklimarats zu den Konsequenzen des Klimawandels.

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Essen.  Mit einem großen Maßnahmenpaket wollen die Städte die Folgen von Wetterextremen eindämmen. Angestoßen hat das Projekt die Emschergenossenschaft.

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Mit einem millionenschweren Maßnahmenpaket will sich das Ruhrgebiet gegen die Folgen des Klimawandels rüsten. Am Freitag brachte die Emschergenossenschaft die Zukunftsinitiative „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ auf den Weg, die den Effekten von Wetterextremen wie Starkregen und langen Hitzeperioden im größten deutschen Ballungsraum entgegenwirken soll.

Regenwasser soll auf Schulhöfen versickern können

In den kommenden Jahren sollen dafür versiegelte Flächen wie beispielsweise Schulhöfe so umgestaltet werden, dass Regenwasser auf natürlichem Weg in Böden und nahe gelegene Bäche versickern beziehungsweise abfließen kann. Damit soll das Abwassersystem bei extremen Regengüssen entlastet und gleichzeitig die Austrocknung der Böden verhindert werden.

Dach- und Fassadenbegrünungen an kommunalen Gebäuden sollen zudem die Aufheizung in den Innenstädten mildern. In Siedlungsgebieten soll es deutlich mehr Verdunstungsflächen geben, etwa durch den verstärkten Einsatz von Wasser und Grünflächen. So sollen in heißen Sommermonaten Hitzeinseln bekämpft werden.

Als verbindliches Ziel wurde die Abkoppelung von 25 Prozent aller versiegelten Flächen vom Abwassersystem sowie die Erhöhung der Verdunstungsrate um zehn Prozent bis spätestens 2040 festgelegt.

Die Zukunftsinitiative, die auch ein Ergebnis der Ruhrkonferenz ist, wird zunächst von den 16 Städten der Emscherregion umgesetzt, darunter Bochum, Dortmund und Duisburg. Dazu unterzeichneten Oberbürgermeister und Stadtdirektoren der beteiligten Kommunen am Freitag eine gemeinsame Verpflichtungserklärung.

Zentrale Servicestelle bei der Emschergenossenschaft

In einem zweiten Schritt sollen auch Lippeverband, Ruhrverband, der Regionalverband Ruhr sowie die niederrheinische Entwässerungs-Genossenschaft eingebunden werden. „Hochwasser und Hitzewellen machen nicht an Stadtgrenzen oder Wasserscheiden Halt, der Herausforderung Klimawandel müssen wir uns gemeinsam stellen“, sagte der Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, Ulrich Paetzel der WAZ. Die Emschergenossenschaft werde zudem in Essen eine zentrale Servicestelle aufbauen, um die Zukunftsinitiative zu koordinieren.

Das kommunale Klima-Paket ist das erste Projekt der Ruhrkonferenz, das konkret und zeitnah umgesetzt wird. Laut Ulrich Paetzel sollen die ersten Maßnahmen bereits im Januar starten. Das Land haben insgesamt 250 Millionen an Fördergeldern verteilt auf zehn Jahre in Aussicht gestellt.

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