Gefängnis

Häftling bekam versehentlich Methadon und bricht zusammen

Ein 23-Jähriger ist Ende Januar in Untersuchungshaft zusammengebrochen. Er hatte versehentlich Methadon bekommen. Der Fall kommt vor den Landtag.

Ein 23-Jähriger ist Ende Januar in Untersuchungshaft zusammengebrochen. Er hatte versehentlich Methadon bekommen. Der Fall kommt vor den Landtag.

Foto: Daniel Karmann

Düsseldorf.   Ein 23-Jähriger ist in Untersuchungshaft zusammengebrochen. Er hatte versehentlich Methadon bekommen. Der Fall beschäftigt jetzt den Landtag.

Eine fatale Verwechslung bei der Medikamentenausgabe in der Justizvollzugsanstalt Köln beschäftigt jetzt den Rechtsausschuss des NRW-Landtags. Justizminister Peter Biesenbach (CDU) räumt gegenüber dem Parlament ein, dass ein Insasse versehentlich eine Dosis Methadon verabreicht bekommen und Nebenwirkungen erlitten hatte. Die Oberstaatsanwaltschaft Köln habe ein Ermittlungsverfahren gegen Bedienstete des Gefängnisses eingeleitet.

Anfang Dezember des vergangenen Jahres befand sich ein 23-Jähriger in Untersuchungshaft der JVA Köln. Es bestand der Verdacht auf Handel mit Marihuana. Nach Aussagen des Verteidigers des 23-Jährigen soll dieser bei der Einlieferung darauf hingewiesen haben, dass er regelmäßig Antidepressiva einnehme. Da am Tag der Einweisung keine Ausgabe mehr möglich war, sollte der Beschuldigte das Antidepressivum am nächsten Morgen bekommen.

Schmerzhafte Krämpfe und Erbrechen

Wie der Verteidiger ausführt, habe sein Mandant am nächsten Tag durch die Klappe des Haftraumes einen Becher mit einer Substanz gereicht bekommen und diesen getrunken. Daraufhin hätten bei ihm schmerzhafte Krämpfe und starkes Schwitzen eingesetzt. Außerdem musste sich der 23-Jährige übergeben. Der Beschuldigte wurde ins Justizvollzugskrankenhaus in Fröndenberg gebracht, wo er sich erholte. Eine Lebensgefahr bestand laut eines Arztes nicht. Am nächsten Tag wurde der Beschuldigte in die JVA Düsseldorf überführt.

Die Leiterin der JVA Köln bestätigt den Vorgang. Es sei zu einer „fehlerhaften Ausgabe von Methadon“ gekommen. Die zuständige Mitarbeiterin habe den Haftraum verwechselt. Jährlich gibt die JVA Köln nach eigenen Angaben etwa 70.000 Einheiten Methadon aus. Die Ausgabe soll in Zukunft sicherer werden durch Automaten, die mit einem Fingerabdruckscanner ausgestattet sind. Der Fall wird auch intern weiter aufgearbeitet.

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