Universität

91 Studierende pro Prof: NRW bei Uni-Betreuung Schlusslicht

Die NRW-Unis landen bei der Betreuung von Studierenden erneut auf dem letzten Rang: Ein Lehrender kümmert sich um so viele Studenten wie in keinem anderen Bundesland.

Die NRW-Unis landen bei der Betreuung von Studierenden erneut auf dem letzten Rang: Ein Lehrender kümmert sich um so viele Studenten wie in keinem anderen Bundesland.

Foto: Uwe Anspach

Düsseldorf.   Ein Hochschullehrer betreut in NRW 91 Studierende. Damit ist das Bundesland Schlusslicht - zum Vergleich: In Thüringen ist das Verhältnis 1:44.

Die Betreuung an den Hochschulen in Nordrhein-Westfalen hat sich erneut leicht verschlechtert. Laut dem neuesten „Uni-Barometer“ der Fachzeitschrift „Forschung und Lehre“ betreut im Jahr 2017 ein Hochschullehrer im Schnitt 91 Studierende. 2016 waren es 90,7. Damit liegt NRW in diesem Ranking, das auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes beruht, wie in den Vorjahren abgeschlagen auf dem letzten Platz.

Bundesweit lag die Betreuungsrelation an Hochschulen zuletzt bei leicht verbesserten 1:66, das an erster Stelle platzierte Thüringen erreichte sogar 1:44. Westdeutsche Flächenländer wie Bayern, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen liegen ungefähr im bundesweiten Schnitt und schneiden damit erheblich besser ab als NRW.

CDU und FDP haben Besserung angekündigt

Die Landesregierung kennt das Problem und hat eine „bessere Betreuungsrelation“ an den Hochschulen sogar in den Koalitionsvertrag von CDU und FDP geschrieben. Angekündigt wird hier ein „Qualitätspakt für bessere Studienbedingungen“ und die Erläuterung, dass der Studienerfolg maßgeblich vom direkten Austausch mit den Lehrenden abhänge. Vielen Professoren fehle aber die Zeit, um die Studierenden gut betreuen zu können.

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte dazu im Herbst 2017 in seiner Regierungserklärung: „Wir müssen auch für bessere Studienbedingungen an unseren Hochschulen sorgen. Unser Ziel ist, dass NRW langfristig nicht nur über die höchste Dichte an Hochschulen verfügt, sondern auch über eine der höchsten Dichten an Professuren in Deutschland.“

Seit vielen Jahren ist das Land mit der größten Hochschuldichte mit großem Abstand Schlusslicht im Betreuungs-Ranking. Im Jahr 2010 betrug die Relation Lehrender-Studierende hierzulande noch 1:70. Dabei ist der Unterschied von Hochschule zu Hochschule stets groß. Die Fachhochschulen schneiden hier in der Regel viel besser ab als die Unis. Daten des Statistischen Landesamtes aus dem Jahr 2015 zeigten, dass an manchen NRW-Unis ein Professor für 70 Studenten zur Verfügung stand, ausgerechnet an den großen Revieruniversitäten lag die Quote aber bei mehr als 100 Studierenden je Lehrperson.

Kein Wort zur Betreuung im neuen Hochschulgesetz

In diesem Jahr soll in NRW ein neues Hochschulgesetz in Kraft treten, das den Unis und Fachhochschulen mehr Freiheiten einräumt, aber auch die Bedingungen für den Studienerfolg verbessern soll. Die Hochschulen sollen sich ein „Leitbild für die Lehre“ geben und unverbindliche Studienverlaufsvereinbarungen mit den Studierenden schließen können. Die Betreuungsrelation spielt darin allerdings keine Rolle.

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