Fridays for Future

Fridays for Future: Landtagspräsident begrüßt Schüler-Demos

Mit dem Greta-Thunberg-Rosenmontagswagen des Düsseldorfer Künstlers Jacques Tilly  werden die Schüler der Friday for Future-Aktion an diesem Freitag erstmals vor dem Landtag demonstrieren.

Mit dem Greta-Thunberg-Rosenmontagswagen des Düsseldorfer Künstlers Jacques Tilly werden die Schüler der Friday for Future-Aktion an diesem Freitag erstmals vor dem Landtag demonstrieren.

Foto: Ina Fassbender

Düsseldorf   Im Schulschwänzer-Streit schlägt der Parlamentspräsident überraschend versöhnliche Töne an. Düsseldorf erwartet die größte Protestaktion in NRW.

. Der nordrhein-westfälische Landtagspräsident André Kuper (CDU) hat die umstrittenen Freitagsdemonstrationen von Schulschwänzern für ein besseres Weltklima überraschend klar begrüßt. „Ich freue mich über das Signal der Jugend, das von den Demonstrationen ‚Fridays for Future‘ ausgeht. Es zeigt, dass junge Leute mitdenken und sich stärker einmischen – und dieses Engagement braucht unsere Demokratie, um stark und lebendig zu bleiben“, sagte Kuper unserer Redaktion.

Der Landtagspräsident schränkte zwar ein, dass es „ein stärkeres Signal“ wäre, wenn die Demonstrationen außerhalb der Schulzeit stattfinden würden. „Die Schulpflicht ist in einem demokratischen Rechtsstaat eine Errungenschaft, das wird oft vergessen“, so der CDU-Politiker. Insgesamt schlägt er damit jedoch deutlich versöhnlichere Töne an als die Landesregierung. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte zuletzt in einem Schreiben an die Bezirksregierung gefordert, die Schulleitungen zu einem schärferen Vorgehen gegen Schulschwänzer anzuhalten. Sogar ein Maßnahmen-Katalog wurde beigefügt, der in Fällen hartnäckigen Schwänzens die „zwangsweise Zuführung“ zum Unterricht oder ein „Ordnungswidrigkeitsverfahren“ vorsieht. Auch Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte sich kritisch zu den Protesten eingelassen.

Mit Greta Thunberg-Wagen durch Düsseldorf

An diesem Freitag sollen die Schülerstreiks der Klimaschutz-Aktion „Fridays for Future“ vor allem in Düsseldorf einen vorläufigen Höhepunkt finden. Die Demonstranten wollen am Vormittag mit einem Rosenmontagswagen des Düsseldorfer Künstlers Jacques Tilly aus der vergangenen Session durch die Altstadt ziehen und am Landtag vorfahren. Tilly hatte den Schülern den Wagen mit einer Pappmaché-Figur der 16-jährigen schwedischen Klima-Aktivistin Greta Thunberg geschenkt. Bis zu 1000 Teilnehmer der Demonstration werden erwartet.

Landtagspräsident Kuper hofft, dass die politisierten Schüler dauerhaft für parlamentarische Prozesse zu gewinnen sind. Das Düsseldorfer Parlament startet eigens eine neue Wanderausstellung, die junge Leute auf ungewöhnlichem Weg über Landespolitik informieren will. Kernelement ist eine realistische Abbildung des Landtags mit einem dem Original nachgebauten Rednerpult. Hier können Reden geübt und Debatten geführt werden.

Weltweit sollen an diesem Freitag „Friday for Future“-Kundgebungen in mehr als 1200 Städten in fast 100 Ländern stattfinden. Die Aktionen folgen dem Beispiel der schwedischen Schülerin Greta Thunberg, die seit Monaten jeden Freitag vor dem schwedischen Parlament gegen die Klimapolitik protestiert. Seit Mitte Dezember finden in mehreren Ländern wöchentlich solche Schulstreiks statt.

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