Wirtschaft

Mobilfunkpakt: So kämpft NRW gegen Funklöcher

Der Ausbau des Mobilfunknetzes in NRW kommt voran, doch im ländlichen Raum bleiben viele Funklöcher.

Der Ausbau des Mobilfunknetzes in NRW kommt voran, doch im ländlichen Raum bleiben viele Funklöcher.

Foto: Jens Büttner / dpa

Düsseldorf.  92,6 Prozent der Landesfläche in NRW sind mit 4G-Mobilfunknetz versorgt - ein bundesweiter Spitzenwert. Doch nicht alle profitieren davon.

Im Kampf gegen Mobilfunklöcher kommt Nordrhein-Westfalen nach Angaben von Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) gut voran. Aktuell seien etwa 92,6 Prozent der Landesfläche mit dem LTE-Standard (4G) versorgt. Bis Ende 2020 sollen es 94 Prozent Abdeckung sein. Im Vergleich zum Bundesschnitt von nur 65 Prozent stehe NRW hervorragend da, sagte Pinkwart: „Es ist eine starke Dynamik erkennbar.“

Nach Angaben der Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefonica, die Pinkwart vor einem Jahr zu einem „Mobilfunkpakt“ zusammengeschlossen hatte, wurden seither rund 280 LTE-Standorte neu errichtet und über 1600 Standorte auf LTE umgerüstet.

Nicht bei jedem Mobilfunknutzer kommt der Netzausbau jedoch zwangsläufig an, da die Netze der unterschiedliche Anbieter nicht überall gleich gut ausgebaut sind. Zudem bleiben eher dünn besiedelte Gegenden wie Südwestfalen, Ostwestfalen und die Eifel komplett weiße Flecken auf den 4G-Landkarten. Da sich hier der Netzausbau betriebswirtschaftlich nicht rechnet, sollen Fördergelder mittelfristig helfen. Die Großstädte im Rhein-Ruhr-Raum profitieren dagegen von einer hohen Dichte potenzieller Kunden.

Nicht alle Kommunen genehmigen neue Masten so schnell wie die Stadt Essen

Parallel arbeitet Vodafone bereits am Ausbau der superschnellen 5G-Generation: „Wir haben das erste 5G Handynetz und die ersten 5G Innovationen an den Start gebracht. Nordrhein-Westfalen wollen wir gemeinsam mit der Landesregierung zum Pionier-Standort für 5G machen“, kündigte Vodafone-Vorstandschef Hannes Ametsreiter an.

Sorgen bereiten den Netzbetreibern die oft nur schleppenden Genehmigungsverfahren beim Aufstellen neuer Mobilfunkmasten. Mancherorts dauere es bis zu zwei Jahre, bis es von der Kommune grünes Licht gebe. Als rühmliche Ausnahme nannten die Unternehmen Städte wie Essen, wo besonders schnell genehmigt werde.

Die Grünen im Landtag bezweifelten Pinkwarts positive Darstellung. „Aktuelle Studien ergeben in der Realität ein anderes Bild als die Planzahlen der Netzbetreiber: Selbst in Großstädten erreichen Mobilfunkkunden nur rund 80 Prozent der Zeit LTE-Verfügbarkeit“, kritisierte Grünen-Digitalexperte Matthi Bolte-Richter.

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