Regionalverband

Nach RVR-Planungsdebakel: Neuer Chefplaner gefunden?

In der Verbandsversammlung des Regionalverbandes Ruhr, dem Ruhrparlament, fallen die Entscheidung. Am 13. Dezember wurde hier der damalige RVR-Chefplaner Martin Tönnes mit Zweidrittelmehrheit abgewählt. Grund war das Planungsdesaster um den Regionalplan Ruhr.

In der Verbandsversammlung des Regionalverbandes Ruhr, dem Ruhrparlament, fallen die Entscheidung. Am 13. Dezember wurde hier der damalige RVR-Chefplaner Martin Tönnes mit Zweidrittelmehrheit abgewählt. Grund war das Planungsdesaster um den Regionalplan Ruhr.

Foto: André Hirtz / FUNKE Foto Services

Essen.  Nach dem Regionalplan-Aus warten auf den neuen RVR-Planungschef große Herausforderungen. Abgeschreckt hat das Bewerber offenbar nicht.

Die Suche nach einem neuen Chefplaner für den Regionalverband Ruhr (RVR) steht offenbar kurz vor dem Abschluss. Die Bewerbungsfrist für den wichtigen Posten, der seit der spektakulären Abwahl des umstrittenen RVR-Planungsdezernenten Martin Tönnes (Grüne) im Dezember vakant ist, lief vor Kurzem aus. Nach Informationen der WAZ hat sich eine zweistellige Zahl von Kandidaten gemeldet. Beteiligte sprechen von einem Bewerberfeld, das sich sehen lassen könne. Eine Entscheidung könnte schon im nächsten schwarz-rot-grünen Koalitionsausschuss des RVR-Parlaments am 21. Februar fallen.

Auf den neuen Stelleninhaber warten großen Herausforderungen. Nach dem Desaster um den Regionalplan Ruhr im vergangenen Herbst muss die städteübergreifende Flächenplanung im gesamten Ruhrgebiet noch einmal neu aufgerollt werden. Neben der fachlichen Eignung muss sich der künftige Planungsdezernent nicht nur zügig in die umfangreiche Regionalplanung des größten deutschen Ballungsraums einarbeiten.

Konflikte sind vorgezeichnet

Unverzichtbar sind wohl auch politisches Fingerspitzengefühl und Durchsetzungskraft. Denn der neue Amtsinhaber wird es mit einer komplexen politische Situation innerhalb des RVR zu tun bekommen. Konflikte sind hier vorgezeichnet.

Tonangebend im RVR ist einen Koalition aus CDU, SPD und Grünen. Laut Koalitionsvertrag haben die Grünen zwar das Vorschlagsrecht für das Amt. Besonders die CDU dürfte aber weiter darauf dringen, dass die Forderungen der Ruhrwirtschaft nach mehr Gewerbeflächen in dem Planpapier mehr Berücksichtigung findet als bisher. Sollten sich die Fraktionen nicht auf einen Kandidaten einigen können, droht der Koalition das Aus. Wichtige Entscheidungen für das Ruhrgebiet würde dadurch weiter ins Stocken geraten.

Flächenpolitik für Jahrzehnte

Der neue, erstmals wieder einheitliche Regionalplan ist Grundlage für die künftige Flächenpolitik an der Ruhr. Auf Jahrzehnte schreibt der Plan fest, wo im Revier überhaupt gebaut oder Gewerbe angesiedelt werden darf und welche Grünflächen erhalten bleiben.

Die RVR-Verbandsspitze hatte Mitte September einräumen müssen, dass der neue Regionalplan nicht mehr in dieser Wahlperiode fertig wird, sondern wohl erst in der ersten Hälfte der nächsten. Das Planungsdesaster führte im Ruhrgebiet zu einer hitzigen Debatte und fügte dem RVR einen erheblichen Imageschaden zu. Kritiker hielten Chefplaner Tönnes politische Fehler und Kommunikationspannen vor. Mitte Dezember wurde Tönnes vom RVR-Parlament abgewählt.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben