Rechter Terror

NRW-Landespolitik solidarisch mit den jüdischen Gemeinden

Felix Banaszak (l-r), Mona Neubaur, NRW, Vorsitzende der NRW-Grünen,  NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, Joachim Stamp (FDP) und Michael Szentei-Heise (Jüdischen Gemeinde Düsseldorf) stehen vor dem Eingang zur Neuen Synagoge. 

Felix Banaszak (l-r), Mona Neubaur, NRW, Vorsitzende der NRW-Grünen,  NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, Joachim Stamp (FDP) und Michael Szentei-Heise (Jüdischen Gemeinde Düsseldorf) stehen vor dem Eingang zur Neuen Synagoge. 

Foto: Caroline Seidel / dpa

Düsseldorf.  Nach dem Anschlag von Halle sind die NRW-Vorsitzenden von CDU, SPD, Grünen, FDP bestürzt. Sie legten vor der Synagoge Düsseldorf Blumen nieder.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat sich am Donnerstag angesichts des rechtsextremistisch motivierten Terroranschlages von Halle „schützend vor die Synagoge in Düsseldorf“ gestellt. Zusammen mit den NRW-Parteivorsitzenden Felix Banaszak und Mona Neubaur (Grüne), Sebastian Hartmann (SPD) und Joachim Stamp (FDP) betonte Laschet die „Solidarität der Landespolitik mit unseren jüdischen Mitbürgern“. Das Verbrechen bestürze sie zutiefst.

„Brutale Gewalt gegen eine Synagoge mitten in Deutschland wecken Erinnerungen schlimmster Art. Diese Bilder lassen und erschaudern. Wir leben in einer Zeit, in der rechtsradikaler Terror Menschen tötet. In Deutschland, mitten unter uns“, sagte Laschet, der mit den anderen Parteivorsitzenden weiße Rosen auf die Stufen der neuen Synagoge in Düsseldorf legte.

Schlechte Gedanken, schlechte Worte, schlechte Taten

Der Ministerpräsident zitierte Worte des Direktors der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, Michael Szentei-Heise. Dieser hatte am Tag des Anschlags aus dem Talmud zitiert, indem es heißt: „Nach den schlechten Gedanken kommen die schlechten Worte, und denen folgen dann die schlechten Taten.“ Das bedeute, so Laschet, dass der Mord an Juden nicht erst mit dem ersten Schuss beginne, sondern „mit antisemitischem Denken, das sich mit Wort und Tat Bahn bricht“.

„Für uns ist klar, Judenhass und Rassismus haben in unserer offenen Gesellschaft keinen Platz. Nicht im Denken, nicht im Reden, nicht im Handeln“, sagte der CDU-Politiker am Ende seiner kurzen Ansprache vor dem Gotteshaus.

NRW werde nun die Sicherheitslage an den jüdischen Einrichtungen erneut analysieren, um zu sehen, ob sie noch zu verbessern sei, kündigte Laschet an. Michael Szentei-Heise, erklärte, dass sich das Sicherheitssystem der Gemeinde in Düsseldorf auf einem hohen Stand befinde. Nach dem Anschlag waren zusätzliche Polizeikräfte dort im Einsatz.

Schweigeminute im Landtag

Am Nachmittag treffen sich Persönlichkeiten aus der Landeshauptstadt zu einer Mahnwache vor der Synagoge.

In einer Schweigeminute gedachte der NRW-Landtag am Donnerstagmorgen der Opfer des Anschlags in Halle. Landtagspräsident André Kuper sagte, auch im Parlament müsse aufgehört werden, „mit zwielichtigen Worten eine Saat auszusäen“. Alle müssten bereit sein, auf politische Geländegewinne zu verzichten und aufzustehen für ein vorurteilsfreies Miteinander.

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